Bücher für den Gabentisch
Am Tag vor ihrem 8. Geburtstag lernt sie Arthur Sanftleben kennen, einen Professor für „interstellbaren Staub“. Gebannt hört sie zu, als der Astrophysiker ihr von dem ostseegrünen Kometen Hyakutake erzählt, dem Geborenwerden und Sterben von Sternen in einer Stella Nova – und eben über das Zusammentreffen von Jupiter und Saturn, das vielleicht die Erklärung für das Rätsel des Sterns von Bethlehem ist. Kim ist enttäuscht, dass der Weihnachtsstern nur so etwas sein soll wie ein zufälliges Treffen zweier Planeten.
Doch dann trifft Kim noch auf ihren Klassenkameraden Max, der sie in der Schule immer ärgert. Zu ihrer Überraschung ist er ganz nett, nicht nur Star Wars-Fan, sondern er kennt sich auch im Weltraum aus. Er erzählt ihr, dass die Sterne nicht nur funkeln, sondern auch funken. Und vielleicht haben sich Jupiter und Saturn ja verabredet…
Das leuchtet Kim ein und spürt, wie sich langsam eine große Freude in ihr ausbreitet – warm und wohlig wie eine Tasse Kakao nach drei Stunden Schneeballschlacht. Eine Kindergeschichte für die Weihnachtszeit.
Karin Kalisa, Sternstunde- eine Wintererzählung, 120 Seiten, Droemer-Verlag, 2018, 12.40 Euro.
Geschichten und Geschichte um Frankfurts Weihnachten
Das kann man in dem Wohlfühlbuch finden: Goethes Erinnerung an Weihnachten in Frankfurt, ein Gespräch mit einem Stadthistoriker über das typisch Frankfurterische an Weihnachten und die Weihnachtsgeschichte „uff Frankfordderisch“. Das Rezept für die Typischste aller Frankfurter Leckereien, die Bethmännchen, dürfen ebenso wenig fehlen wie Gereimtes von Friedrich Stoltze, ein Weihnachtsbrief von Wilhelm Busch, Gedanken von Arthur Schopenhauer, Weihnachtsansprachen Frankfurter Oberbürgermeister in schwierigen Zeiten, dazwischen immer wieder kurze Zeitungsmeldungen weihnachtlicher Aktualitäten, erfreulicher und unerfreulicher Art. Denn anders als der Titel vermuten lässt, waren es auch nicht immer und für jeden Tage des Wohlgefühls: Notzeiten im Krieg, Nachkrieg und Wirtschaftskrisen haben auch die Festtage nicht ausgespart, etwas Vernünftiges zu essen und eine geheizte Stube waren zu Zeiten oft schon das größte Geschenk.
Peter Lückemeier: Frankfurter Weihnacht. Ein Wohlfühlbuch. 184 Seiten, Societäts-Verlag 2018, 18 Euro.
Wo bleibt die himmlische Gerechtigkeit?
Wieder einmal gerät Wilhelm Gossec auf Abwegen, diesmal auf biblische: Statt seine Waren auf dem Münchner Christkindlmarkt feilbieten zu können, muss er in einer kalten Dezembernacht in seinem Trödelladen einer jungen unbekannten Frau namens Mariella helfen, ihr Kind zur Welt zu bringen. Das Neugeborene wird Joshua genannt; wie es scheint, stellt der Himmel selbst Gossec eine Aufgabe.
Doch damit nicht genug. Kurz darauf werden in der nahe gelegenen Maiklinik Neugeborene getötet, und jemand hat es auch auf Mariellas Baby abgesehen. Gossec beginnt Nachforschungen anzustellen. Kuriose Begegnungen, himmlische Helfer, göttliche Eingebungen und der eine oder andere Wink des Schicksals treiben seine Ermittlungen voran. Und dann verschwinden Mariella und ihr Kind spurlos. Der notorische Zweifler Gossec fühlt sich im Stich gelassen…
Max Bronski, Schneekönig, ein neuer Kriminalfall um den Trödelhändler Gossec, 224 Seiten,. Droemer-Verlag, 2017, 14,99 Euro.