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Letzte Aktualisierung: 28.09.2021

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Autounfall - Wie verhält man sich richtig im Schadensfall?

von Bernd Bauschmann

(23.07.2021) Im Jahr 2019 gab es in Deutschland über 2,5 Millionen Unfälle - die meisten davon mit dem Auto. Oft haben die Beteiligten Glück und es sind nur Sachschäden vorhanden. Doch auch diese können sehr teuer werden. Wie verhält man sich also richtig als Unfallbeteiligter? Auf was ist zu achten?

Polizei, Rettungswagen und Versicherer sind bei einem schweren Verkehrsunfall unverzüglich zu alarmieren.
Foto: Pixabay / Tumisu
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Was ist am Unfallort zu beachten?
Nachdem sich der Unfall ereignet hat, ist als erstes zu überprüfen ob man selbst oder der Unfallgegner unversehrt sind. Ist dies der Fall, so sollte die Unfallstelle zeitnah abgesichert werden:

  1. Die Warnblinkanlage einschalten. Dies informiert die herannahenden Autofahrer über einen Unfall und ruft zur Vorsicht auf.
  2. Das Warndreieck aufstellen. Innerorts muss das Schild ca. 50 Meter entfernt der Unfallstelle stehen, auf Landstraßen 100 Meter, auf Autobahnen 200 Meter. Eine Warnweste ist selbstverständlich zu tragen.
  3. Den Zustand des Autos feststellen. Sind nur geringe Schäden vorhanden, sollte man das Kfz von der Straße bewegen. Fällt der Unfall größer aus, darf man keine Spuren beseitigen und sollte die Polizei rufen.
  4. Keine Schuldeingeständnisse! Es scheint klar, wer die Schuld trägt? So klar ist es meistens nicht. Schuldeingeständnisse oder Aussagen wie “Es tut mir so leid.” sind zu vermeiden.

Die Schuldfrage ist im Unfallbericht zu ermitteln, welcher als Basis für die Schadensregulierung gilt.

Gibt es verletzte Personen ist der Rettungsdienst unter der 112 kostenlos zu alarmieren. Die Zahl der getöteten Menschen im Straßenverkehr in Deutschland liegt durchschnittlich zwischen 150 - 250 pro Monat. Umso wichtiger ist es, erste Hilfe leisten zu können.
Kleinere Unfälle lassen sich auch ohne polizeiliche Unterstützung klären, wenn sich alle Beteiligten einig sind. Bei schweren Unfällen, Unfällen mit Personenschäden oder mit Miet-/Firmenwagen wird die Anwesenheit Polizei dringend empfohlen.

Kontaktdaten, Beweise sichern, Unfall dokumentieren

Ein Unfall ist schnell passiert - eine Sekunde Unachtsamkeit, ein Wildunfall... Nun gilt es, im Stress einen kühlen Kopf zu bewahren. Jeder, der schon einmal in einen Unfall verwickelt war, weiß wie schwer das ist.

Doch es ist sehr wichtig den Hergang des Unfalls zu dokumentieren und Fotos vom entstandenen Schaden zu machen. Sowohl vom eigenen Fahrzeug als auch von dem des Unfallgegners, der Leitplanke etc. Neben den Beschädigungen sind auch Fotos von Spuren des Unfallhergangs wichtig für die Versicherungen. Mit dem Unfallbeteiligten sollten Kennzeichen, Anschrift des Fahrzeughalters sowie die vollständigen Versicherungsdaten der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners ausgetauscht werden. Sind Zeugen anwesend, lohnt es sich auch dessen Personalien zu notieren.

Tipp: Wird man Opfer von Fahrerflucht, konnte sich aber das Kennzeichen merken gibt es bei dem Zentralruf der Autoversicherer die Möglichkeit unter der 0800 25026 00 die zuständige Kfz-Haftpflichtversicherung ermitteln zu lassen.

Die Versicherung informieren

Natürlich ist der Schaden der Versicherung zu melden. Dies kann innerhalb einer Woche schriftlich oder auch online geschehen.

Die Angaben zu Unfallhergang und entstandenem Schaden müssen wahrheitsgemäß erfolgen. Ist man Unfallopfer, kann man proaktiv sogar die Versicherung des Unfallgegners informieren. Dies beschleunigt die Prozesse. Mit diesen Schritten wird die Schadensregulierung in Gang gesetzt. Es wird empfohlen, immer in enger Abstimmung mit der Versicherung bleiben, um aufkommende Fragen zu beantworten.

Als Unfallverursacher wird man oft anschließend einer höheren Schadenfreiheitsklasse zugeordnet. Unfallopfer erhalten die Zahlungen innerhalb von 4 Wochen nach Eingang der Forderung bei der gegnerischen Versicherung.

Wann wird ein Gutachter eingeschaltet?

Gutachtern wird im Schadensfall eine besondere Rolle zuteil. Sie ermitteln im Zuge der Schadensregulierung, wie hoch die anfallenden Reparaturkosten ausfallen werden. Hierbei werden nicht nur offensichtliche Schäden miteinbezogen. Das Gutachten weist detailliert alle Schäden auf, die nachweislich auf den Unfall zurückzuführen sind.

Der Sachverständige kann frei gewählt werden - man sollte sich also auf vertrauensvolle Partner wie die KFZ Gutachter Frankfurt verlassen. Das Honorar wird in der Regel von der Versicherung des Unfallgegners bezahlt.

Ausnahme sind hier Bagatellschäden bis 750€ - hier zahlt der Auftraggeber selbst. Besteht eine Teilschuld bestimmt das Gericht, wie die Kosten aufzuteilen sind. Die Höhe der Kosten richtet sich nach dem entstandenen Schaden.

Was passiert bei einem Schadensfall im Urlaub?

Passiert der Unfall im Ausland aber innerhalb der EU, so gilt weiterhin die deutsche Kfz-Haftpflichtversicherung, jedoch auch das Schadensersatzrecht des Unfall Landes.

Man sollte aber stets den europäischen Unfallbericht und die grüne Versicherungskarte mitführen. Die Unterlagen werden vom eigenen Versicherer ausgegeben. Optional ist der Schutzbrief als Ergänzung. Zu ihm zählen Leistungen wie Pannenhilfe und Abschleppdienst.