Auszeichnung für Übernachtungsstätte obdachloser Menschen
Gemeinsam mit Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt, und Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Brigitte Holz, enthüllte er am Gebäude die Siegerplakette Vorbildliche Bauten. Träger der Einrichtung ist der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten e.V., kurz: Frankfurter Verein.
„Bei dem Staatspreis, der unter dem Motto ‚Gesellschaft, Stadt und Land vernetzen‘ eingereicht wurde, sticht die Übernachtungsstätte im Ostpark besonders hervor. Denn hier an der Stelle, wo in früheren Jahren in der Not erst Zelte und später Container aufgestellt waren, ist nach einem Gestaltungsprozess mit vielen beteiligten Akteuren ein Bauwerk entstanden, das den speziellen Anforderungen gerecht wird. Nicht zuletzt die Obdachlosen selbst haben hier Gehör gefunden und ihre Bedürfnisse – etwa nach Privatsphäre und hohem Freiheitsgrad – wurden ernst genommen“, ergänzte der Minister
Die Übernachtungsstätte ist funktional ausgelegt: Beim Bau wurden robuste und langlebige Materialen verwendet, man hat großen Wert auf Flächeneffizienz gelegt und die Inneneinrichtung ist schlicht gehalten. Die Übernachtungsstätte ist kein Zweckbau, der irgendwo in der Ecke zwischen Park und Bahngleisen versteckt wird. Er wertet den denkmalgeschützten Park ästhetisch auf. In dem Gebäudekomplex sind noch ein neues Vereinsheim für den ortsansässigen FFC Olympia 07 und für alle Parkbesucherinnen und -besucher ein öffentliches Café und frei zugängliche Sanitäranlagen untergebracht.
Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt: „Das Gebäude bietet einen Ort, an dem obdachlose Menschen ankommen können und vom Frankfurter Verein für soziale Heimstätten umfassende Unterstützung erhalten. Sie erhalten hier Perspektiven und Hilfen, um später wieder in eine eigene Wohnung zu ziehen und eine Arbeit aufzunehmen.“
Brigitte Holz, Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen: „Hier stimmt einfach alles, die wundervolle Lage im Park, das sehr differenzierte äußere und innere Erscheinungsbild der Einrichtung, die denjenigen, die sie aufsuchen, ein wenig ein zu Hause bietet und ihre Lebensqualität fördert. Die Übernachtungsstätte strukturiert ihr Zusammenleben und ermöglicht Teilhabe an der Gesellschaft. Mitten im Stadtpark wird gewohnt und das nicht privilegiert. Dies ist einmalig und hat die Jury sehr beeindruckt.“
„Wertschätzung“, so Christine Heinrichs, stellvertretende Geschäftsführerin des Frankfurter Vereins, „ist für Menschen in Not – und das sind obdachlose Menschen – besonders bedeutsam. Deshalb sind wir der Stadt und der Stadtgesellschaft dankbar, dass sie einen so besonderen Ort für Menschen ermöglicht hat, die meist am Rande der Gesellschaft und ohne jede Wertschätzung leben“.
Die Auszeichnung Vorbildliche Bauten im Land Hessen – Staatspreis für Architektur und Städtebau wird im Turnus von drei Jahren vom Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen, und der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen ausgelobt. Die Auszeichnung wird seit 1954 vergeben und zählt zu den traditionsreichsten Architekturpreisen in Deutschland. Sie steht jeweils unter einem spezifischen Motto. In diesem Jahr widmeten sich die Vorbildlichen Bauten im Land Hessen dem Thema „Gesellschaft, Stadt und Land vernetzen – soziale, grüne, blaue und graue Infrastrukturen für die Zukunft“. Die diesjährige Auslobung richtete sich an die vier Berufsfachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau sowie ihre Bauherrinnen und Bauherren. Die Preiskategorien adressierten unterschiedliche Infrastruktur-Arten: Soziale Infrastrukturen zum Beispiel Einrichtungen für Bildung, Kultur, Gesundheit, Sport oder Freizeit – in dieser Kategorie wurde die Übernachtungsstätte für Obdachlose ausgezeichnet.
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