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Letzte Aktualisierung: 09.12.2019

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Austauschprogramm mit Wharton wird umbenannt in Christoph von Metzler Stiftungsgastprofessur

von Adolf Albus

(27.11.2019) Das Bankhaus Metzler fördert seit über 20 Jahren den Gastprofessoren­austausch des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften mit der Wharton Business School, bekannt als „Metzler Stiftungsgastprofessur für internationale Finanzwirtschaft“.

Auf Wunsch des Bankhauses wurde dieses Austauschprogramm nun in „Christoph von Metzler Stiftungsgastprofessur für internationale Finanzwirtschaft“ umbenannt. An der zu diesem Anlass stattfindenden Feier nahmen sowohl Vorstand und Familie von Metzler teil als auch Professorinnen und Professoren des Fachbereichs. 

Der Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Raimond Maurer, sagte: „Durch das langjährige Metzler-Gastprofessorenprogramm für Internationale Finanzwirtschaft haben sich enge Beziehungen zwischen Forschungsteams aus unserem Fachbereich und der Wharton School entwickelt. Das Programm hat sich als höchst fruchtbar erwiesen und zu zahlreichen gemeinsamen Publikationen mit weltweiter Beachtung geführt. Der Fachbereich ist sehr dankbar für die nachhaltige Unterstützung durch das Bankhaus Metzler.“

Christoph von Metzler trat gemeinsam mit seinem Vetter Friedrich von Metzler 1969 ins Bankhaus Metzler ein. Die Juniorchefs entwickelten sich schnell zu einem erfolgreichen Duo, deren Arbeit bis heute die strategische Ausrichtung des Unternehmens bestimmt. Während sich Friedrich von Metzler dem Wertpapiergeschäft im weitesten Sinne widmete und den Grundstein dafür legte, dass die Bank an der Mitte der 80er-Jahre beginnenden steilen Entwicklung dieses Segments bis heute höchst erfolgreich partizipieren konnte, konzentrierte sich Christoph von Metzler auf das sogenannte kommerzielle Bankgeschäft. Die Herausforderung hierbei war, sich auf nichtbilanzwirksame Dienstleistungen zu beschränken und gleichzeitig auf Bilanzwachstum und Zinsgeschäft zu verzichten – und somit die Risiken für eine Bank dieser Größe zu minimieren. Zudem gehörte Christoph von Metzler von 1979 bis 1993 dem Frankfurter Beirat der Deutschen Bank AG an. 1974 bis 1993 war er außerdem Mitglied des Aufsichtsrats der Philipp Holzmann AG. Ehrenamtlich engagierte er sich viele Jahre in den Vorständen der Deutsch-Englischen Gesellschaft e. V.  und des Vereins Frankfurter Bachkonzerte e. V. sowie in der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität und im Board des von John D. Rockefeller gegründeten Population Council New York. Christoph von Metzler starb nach kurzer schwerer Krankheit 1993 im Alter von nur 50 Jahren.

Eine Herzensangelegenheit war es Christoph von Metzler, dass am Finanzplatz Frankfurt exzellente Finanzfachleute ausgebildet werden, um sich im zunehmenden internationalen Wettbewerb besser behaupten und den Finanzplatz Frankfurt international weiterentwickeln zu können. Bei der Frankfurter Goethe-Universität sah er in dieser Hinsicht Handlungsbedarf. Aus zahlreichen Gesprächen mit den Universitätspräsidenten Hartwig Kelm und vor allem Klaus Ring entstand die Idee einer von Metzler geförderten Gastprofessur für renommierte US-amerikanische Professoren auf dem sich rasant entwickelnden Gebiet der Finanzwirtschaft. Der seit 1991 wieder in Frankfurt am Main lehrende Prof. Reinhard Schmidt nahm diesen Anstoß begeistert auf und begleitete engagiert die seit 1992 aktive Zusammenarbeit der Goethe-Universität mit der Wharton Business-School der Universität Philadelphia, die zu einem regen Austausch der entsprechenden Professoren beider Hochschulen führte.

Die von Metzler finanzierte und auf eine Idee von Christoph von Metzler zurückgehende „Gastprofessur für internationale Finanzwirtschaft“ leistete somit einen Beitrag zu einer Entwicklung, die in dem heute hochrenommierten „House of Finance“ ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Zugleich erinnert die „Christoph von Metzler Stiftungsgastprofessur“ an einen herausragenden Bankier, dessen Todestag sich im vergangenen Jahr bereits zum fünfundzwanzigsten Mal jährte.