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Letzte Aktualisierung: 21.01.2022

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Ausstellungsprogramm der Schirn Kunsthalle für 2022

von Ilse Romahn

(06.01.2022) Das Jahr 2022 beginnt mit der Gruppenausstellung Walk! (18. Februar – 22. Mai), die sich der bisher kaum beleuchteten Facette des Gehens in der Gegenwartskunst widmet und nach der Auseinandersetzung und Erweiterungen der Walking Art fragt.

­Zu sehen sind rund 100 Werke von über 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, in deren Schaffen das Gehen ein wesentliches Element darstellt.

Zeitgleich ist eine architektonische Installation des Künstlers Carlos Bunga zu sehen (18. Februar – 22. Mai, die er speziell für die Rotunde der Schirn entwickelt. Seine monumentale Arbeit, konstruiert aus alttäglichen Materialien wie Möbelstücken, Karton und Klebeband, reagiert auf die Architektur des öffentlich zugänglichen Ortes und tritt in Dialog mit der Ausstellung Walk!

Mit der Überblicksausstellung Kunst für KUNST FÜR KEINEN. 1933–1945 (4. März – 6. Juni) zeigt die Schirn, welche unterschiedlichen Strategien und Handlungsspielräume Kunstschaffende nutzten, die während des Nationalsozialismus in Deutschland geblieben waren, aber keinen Anschluss an das Regime suchten oder fanden. Ihre Situation wird oft pauschal als „Verfemung“ oder „innere Emigration“ beschrieben. Anhand von 14 ausgewählten Biografien verdeutlicht die Ausstellung, dass diese Begriffe jedoch angesichts der vielschichtigen und widersprüchlichen persönlichen Umstände zu kurz greifen. 
 
Im Sommer widmet die Schirn dem renommierten Schweizer Konzept- und Installationskünstler Ugo Rondinone eine große Ausstellung. Für Life Time (24. Juni – 18. September) verbindet Rondinone zentrale Gemälde, Skulpturen und Videoarbeiten zu einer poetischen Installation, die sich über die gesamte Länge der Galerie der Schirn und in die Rotunde erstreckt.
 
Parallel präsentiert der niederländische Künstler Aernout Mik (7. Juli – 3. Oktober) die Videoinstallation Double Bind (2018) sowie die eigens für die Ausstellung konzipierte Arbeit Threshold Barriers (2022). Beide Werke gehen den Suggestionen und Dynamiken von Sicherheit und Bedrohung, Macht und Ohnmacht im öffentlichen Raum nach und treten miteinander in Dialog.
 
Im Herbst zeigt die Schirn erstmals das vielschichtige fotografische Schaffen der indischen Künstlerin und Fotografin Gauri Gill (13. Oktober 2022 – 8. Januar 2023) in einer großen Überblicksausstellung. Zu sehen sind rund 200 Werke aus zentralen Serien, mit denen Gauri Gill seit über zwei Jahrzehnten den Blick auf kaum wahrgenommene Randbereiche der indischen Gesellschaft abseits der urbanen Zentren richtet.

Ein Höhepunkt ist die Ausstellung Chagall. Welt in Aufruhr (4. November 2022 – 19. Februar 2023), die eine bislang wenig bekannte Seite des Poeten der Moderne in den Blick nimmt. In den Werken der 1930er- und 1940er-Jahre verdunkelt sich Marc Chagalls farbenfrohe Palette. Mit über 100 eindringlichen Gemälden, Papierarbeiten, Fotos und Dokumenten zeichnet die Ausstellung die Suche des jüdischen Künstlers nach einer Bildsprache im Angesicht von Vertreibung und Verfolgung nach.
 
Die Programmvorschau endet mit einem Ausblick auf die Ausstel­lung Niki de Saint Phalle im Frühjahr 2023. Die Schirn beleuchtet das eigenwillige wie facettenreiche Werk dieser visionären Außenseiterin, die ihre Kunst aus einer radikal feministischen Haltung und ihrer ganz persönlichen Gefühlsverarbeitung heraus entwickelte.

Schirn Kunsthalle Frankfurt , Römerberg, 60311 Frankfurt   www.schirn.de