Ausstellung von Maria Sibylla Merian im Justinusgarten und Antoniterturm in Höchst
„Ich habe mich von Jugend an mit der Erforschung der Insekten beschäftigt. Zunächst begann ich mit Seidenraupen in meiner Geburtsstadt Frankfurt am Main. Danach stellte ich fest, dass sich aus anderen Raupenarten viel schönere Tag- und Eulenfalter entwickelten als aus Seidenraupen. Das veranlasste mich, alle Raupenarten zu sammeln, die ich finden konnte, um ihre Verwandlung zu beobachten. Ich entzog mich deshalb aller menschlichen Gesellschaft und beschäftigte mich mit diesen Untersuchungen“, wird die Wissenschaftlerin zitiert.
Feldmann eröffnete die Ausstellung, die bis 31. Oktober zu sehen ist. „Natürlich kann man diesen wunderschönen Garten einfach wegen seiner Lage, dem Blick, der reizvollen Atmosphäre aufsuchen, vielleicht regt die Ausstellung dieser außergewöhnlichen Künstlerin aber auch junge Besucher an, sich näher mit Pflanzen und ihren Darstellungen zu beschäftigen. Sollte dann wieder jemand die Wissenschaft mit neuen Erkenntnissen bereichern, können wir einmal mehr mit Stolz sagen: Hier am Main hat es angefangen“, so der Oberbürgermeister.
Professor Dr. Kurt Wettengl, Kunsthistoriker an der TU Dortmund und Merian-Spezialist, fügt an: „Die Biographie der Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian könnte die einer zeitgenössischen Künstlerin sein, die heute an der wieder aktuellen Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft arbeitet, aus einer Patchwork-Familie stammt und weitgehend als Alleinerziehende tätig ist. Merian lebte an verschiedenen Orten, war also flexibel und mobil, lebte als Migrantin in den Niederlanden und bewegte sich selbstverständlich in kosmopolitischen und unterschiedlichen kulturellen Kreisen. Sie arbeitete als Künstlerin und Naturkundlerin in einer Zeit, in der sich die Wissenschaft erst allmählich differenzierte und die Entomologie im Entstehen war. Hier leistete sie zweifellos Pionierarbeit.“
Für die Stiftergemeinschaft Justinuskirche freute sich Ernst-Josef Robiné, „vielen Besuchern unseren idyllischen Justinusgarten mit dem Stadtturm, die über 1100 Jahre alte Justinuskirche und die Schönheiten von Höchst zeigen zu können“.
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