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Ausstellung über die Vielfalt der Buchillustration im Caricatura-Museum

Das Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst zeigt bis 18. Oktober 2026 in Kooperation mit der Büchergilde Gutenberg Im Rahmen des World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 fünfundzwanzig Jahre Büchergilde Gestalterpreis die Nachwuchsförderung für Illustration »Wir besitzen nichts. «

Seit 25 Jahren verleiht die Büchergilde alle zwei Jahre den Gestalterpreis an junge Illustratoren. Das Caricatura Museum Frankfurt gratuliert zum Jubiläum mit einer Ausstellung, die die Vielfalt der Buchillustration feiert und einen Einblick in die Nachwuchsförderung der Büchergilde erlaubt. Vergeben wird der Preis seit 2001/02 an Studenten wechselnder Hochschulen für innovative Illustrationskonzepte zu einem von der Büchergilde ausgewählten belletristischen Text. Eine unabhängige Jury entscheidet über das beste Konzept, das exklusiv im Buch-Programm der Büchergilde erscheint. Zuletzt wurde die Ausschreibung 2026 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) unter der Leitung von Professorin Nadine Fecht initiiert. Die Frankfurter Künstlerin Deborah Moldwaski überzeugte die Jury mit ihren an Pop-Art anmutenden Illustrationen zu Collin Higgins’ Harold und Maude.

Mit der Ausstellung 25 Jahre Büchergilde Gestalterpreis. Die Nachwuchsförderung für Illustration würdigt auch das Caricatura Museum ein Genre, das Publikationen nicht nur verschönert, sondern das Leseerlebnis mittels einer visuellen Übersetzung des Textes nachhaltig prägt. Als eigenständiges Gestaltungselement kann die Illustration diverse Funktionen übernehmen: einen Text erklären, ergänzen, (neu-)interpretieren und emotionalisieren. Dies in unterschiedlichen Stilen und variierenden Techniken, wie die Ausstellung unter Beweis stellt. Zu sehen sind insgesamt 57 Werke, darunter 27 Originale, 13 Drucke und 17 Objekte. Präsentiert werden die limitierten Vorzugsausgaben und signierten Original-Grafiken der Preisträger der vergangenen Jahre sowie die Arbeiten der Gewinnerin und der teilnehmenden Studenten des diesjährigen Gestalterpreises. Sie zeigen die kreative Bandbreite der Illustration und sind Ausdruck der unbändigen Experimentier- und Gestaltungsfreude. Der Aufruf »Wir besitzen nichts« appelliert an Neugier, Nonkonformismus und den Freigeist der jungen Künstler.

Dass die Nachwuchsförderung der Büchergilde Früchte trägt, zeigen Erfolgsgeschichten der Gewinner wie Katrin Stangl, Martin Stark oder Joe Villion, die sich fest in der Branche etablierten. Bereits die Teilnahme am Wettbewerb stößt auf Aufmerksamkeit. Dies zeigen Malika Specht und Ann-Kathrin Peuthen, die mit ihren Arbeiten die Buchgestalter überzeugten und für Publikationen engagiert wurden. Specht illustrierte zu Jane Austens 250. Geburtstag Northanger Abbey mit einer aufwändigen Collage-Technik, und Peuthen Seishi Yokomizo’s japanischen Kultkrimi Die rätselhaften Honjin-Morde mit detailreich digital angefertigten Bildwelten, die an Holzschnitte erinnern.
Zum 100. Geburtstag der Büchergilde setzten sich 26 Kunst-Studenten der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mit Künstlicher Intelligenz in Gestaltungsprozessen auseinander: Gemeinsam schufen sie Illustrationen für Virginia Woolfs Klassiker Mrs. Dalloway mit eigenständigen visuellen Handschriften, die miteinander in Beziehung treten und sich gegenseitig inspirieren. Damit übersetzten sie unter dem Motto „Kollektive Intelligenz statt Künstliche Intelligenz“ die für KI charakteristische Verweisstruktur in ein gemeinschaftliches analoges Arbeiten.

Die Gestaltungsfreude- und -vielfalt schlägt sich auch nieder in der besonderen Veredlung der Publikationen. So erscheinen die Gestalterpreis-Bücher auch als Vorzugsausgaben mit beiliegenden Original-Grafiken.

Der Caricatura Salon
Der Caricatura Salon ist die flexible Ausstellungsfläche auf der Sammlungsetage des Caricatura Museums. Er bietet Raum für Nachbardisziplinen wie Comic und Illustration, für aktuelle und internationale Kunstwerke sowie für Arbeiten von Nachwuchskünstler:innen und Neuerscheinungen.

Der Büchergilde Gestalterpreis 2026 für Deborah Moldawski
Deborah Moldawski, geboren 1994 in Frankfurt am Main, absolvierte zunächst einen Bachelor in Kunstgeschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt. Aktuell studiert sie Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, ihr Schwerpunkt liegt auf Illustration und Buchkunst. Daneben arbeitet sie als Illustratorin. Sie verwirklichte unter anderem Projekte für die Schirn Kunsthalle in Frankfurt und den sexyunderground (Jungautorenkollektiv des Literaturhauses Frankfurt). Deborah Moldawskis Buchkunst ist außerdem in der Sammlung des Klingspor Museums in Offenbach vertreten. Sie lebt in Frankfurt am Main.

Teilnehmer Colin Higgins, geboren 1941 auf Neukaledonien, studierte Filmwissenschaften in Los Angeles. Harold und Maude war seine Abschlussarbeit und wurde unter der Regie von Hal Ashby 1971 verfilmt. Die schwarze Filmkomödie wurde zum Überraschungserfolg.
Higgins entwickelte aus dem Drehbuch später eine Theaterfassung und einen Roman. Heute gilt die Geschichte um das ungewöhnliche Paar als Kultfilm. Im Zentrum der Geschichte stehen der todessehnsüchtige 19-jährige Harold und die lebensfrohe 79-jährige Maude. Aus der Freundschaft zwischen den beiden entspinnt sich eine unkonventionelle Liebesgeschichte. Harold und Maude provoziert und rebelliert gegen gefestigte Moralvorstellungen und gilt als Hymne auf Freiheit und Lebendigkeit.

Schriftreihe Caricatura Salon »Wir besitzen nichts.« 25 Jahre Büchergilde Gestalterpreis Die Nachwuchsförderung für Illustration 2026, 36 Seiten 8,- Euro Erhältlich im Museumshops des Caricatura Museums Frankfurt. 

Caricatura Museum Frankfurt - Museum für Komische Kunst, Weckmarkt 17, Frankfurt  www.caricatura-museum.de