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Ausstellung über den Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost im Geschichtsort Adlerwerke

Die Ausstellung „Wir wollten frei sein und uns diese Freiheit selbst verdanken“ - Der Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost im Geschichtsort Adlerwerke ist noch bis 20. September 2026 zu sehen.

Am 1. August 1944 startete die Armia Krajowa (polnische Heimatarmee) in Warschau einen Aufstand gegen die deutsche Besatzung. 63 Tage dauerten die Kämpfe an, bis die deutschen Besatzungskräfte den Aufstand blutig niedergeschlagen und Warschau fast vollständig zerstört hatten. Am Warschauer Aufstand hatten sich auch junge Pfadfinder beteiligt. Sie überbrachten Nachrichten und machten Meldegänge. Ihre Lebensgeschichten und die Rolle der Pfadfinderorganisationen beim Aufstand gegen die deutsche Besatzung sind allerdings in Deutschland bisher wenig bekannt. Die Ausstellung „Wir wollten frei sein und uns diese Freiheit selbst verdanken.“ - Der Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost möchte dies ändern.

Die Geschichte des Konzentrationslagers "Katzbach" in den Frankfurter Adlerwerken ist eng mit dem Warschauer Aufstand 1944 verknüpft. „Ein Großteil der Häftlinge, die in das KZ-Außenlager in den Frankfurter Adlerwerken kam, wurde während des Warschauer Aufstandes festgenommen und über das Durchgangslager Prusków und die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau nach Frankfurt verschleppt", so Thomas Altmeyer, wissenschaftlicher Leiter des Geschichtsort Adlerwerke.

Einer von ihnen war Andrzej Branecki (1930-2020), der schon als Schüler als Mitglied einer Pfadfinderorganisation aktiv war. „Bereits vor dem Aufstand übernahm er Beobachtungsaufgaben, verteilte Pakete mit Untergrundliteratur und Waffen. Auch während des Aufstandes war er mit verschiedenen Aufträgen unterwegs, transportierte aber auch Verwundete in ein Krankenhaus", berichtet Thomas Altmeyer.
Andrzej Branecki war 15, als er dann in das Konzentrationslager in den Frankfurter Adlerwerken kam. Er gehört zu den wenigen Überlebenden des Lagers und des Todesmarsches nach Auflösung am 24. März 1945. Er setzte sich nach dem Krieg als Zeitzeuge für eine Gedenk- und Bildungsstätte hier in Frankfurt ein. Im Rückblick auf die Zeit seiner Inhaftierung hält er fest: "Ich war Häftling in den Konzentrationslagern Dachau, Mannheim, Buchenwald und – dem schwersten Lager, das ich durchgemacht habe – in Frankfurt am Main."

Mit der Ausstellung über den Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost blickt der Geschichtsort Adlerwerkle auf die jüngsten Teilnehmer am Warschauer Aufstand, ihre Lebensgeschichten, ihren Mut, aber auch die Post, die sie überbrachten. Der Kurator der Ausstellung Harald Rosteck hält in diesem Zusammenhang fest: „Für die Absender und Adressaten der Post wurden die Pfadfinder zu den 'Trägern der Hoffnung'. Sie genossen höchste Anerkennung und ernteten tiefe Dankbarkeit, und dies bis heute."

Die Ausstellung „Wir wollten frei sein und uns diese Freiheit selbst verdanken.“ Der Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost wurde vom Pfadfinder-Förderkreis Nordbayern e.V. erarbeitet. Sie wird im Geschichtsort Adlerwerke in Kooperation mit Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim (LAGG e.V.), dem Förderverein der Gedenk- und Bildungsstätte Geschichtsort Adlerwerke und dem Freundeskreis Frankfurt/Krakau (Deutsch-Polnische Gesellschaft Frankfurt am Main) e.V. gezeigt.

Was: „Wir wollten frei sein und uns diese Freiheit selbst verdanken.- Der Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost“ (Ausstellung) bis 20. September 2026 - Di- Fr 14-18 Uhr, So 14-17 Uhr im Geschichtsort Adlerwerke, Kleyerstr. 17, Frankfurt.