Kultur

Ausstellung „Die Welt im Geld“ im Historischen Museum Frankfurt

Globale Ereignisse im Spiegel Frankfurter Finanzobjekte

Geld erzählt die Geschichte der Welt. So die These der neuen Sonderausstellung „Die Welt im Geld“ im Historischen Museum Frankfurt. Sie zeigt bis Januar 2027, wie wir anhand von Münzen, Banknoten, Aktien oder Kreditkarten in die Weltgeschichte von Handel, Macht, Migration, Technik und Wissen blicken können. Sie lädt dazu ein, finanzgeschichtliche Objekte wie ein „Schlüsselloch“ zur Globalisierung zu betrachten. Denn Münzen und andere Finanzobjekte sind weit mehr als Zahlungsmittel: Sie sind Miniaturarchive der Weltgeschichte.

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Eindrücke der Ausstellung „Die Welt im Geld“ im Historischen Museum Frankfurt
Foto: Historisches Museum Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling

Die Ausstellung „Die Welt im Geld“ reicht von frühmittelalterlichen Diplomatenkontakten zwischen den Karolingern und dem Kalifat von Bagdad über koloniale Handelsbeziehungen und die Bekämpfung von Pandemien bis hin zu hochaktuellen Themen wie digitalen Infrastrukturen und globalen Warenströmen. So wird etwa der Internetknoten DE-CIX als Beispiel für die Bedeutung Frankfurts im weltweiten Datenaustausch beleuchtet, während die globalen Folgen von Konsum anhand des Materials Plastik nachvollziehbar gemacht werden.

„Erstmals wird die Entwicklung Frankfurts in einen weltgeschichtlichen Kontext gestellt. Zudem kommt eine Ausstellung zur Globalgeschichte zur richtigen Zeit, denn die Globalisierung gerät durch harte Zollpolitiken und Kriege mal wieder ins Wanken“, so Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft,  bei der Eröffnung.

Museumsdirektorin Doreen Mölders legt Wert auf den Blick über den Tellerrand: „Die Schau schafft Raum für Austausch und Diskussion zur historischen Tiefe globaler Vernetzungen. Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen hilft Kultur, Zusammenhänge offenzulegen, die richtigen Fragen zu stellen und durch das Gelernte neue Wege in die Zukunft zu denken.“ Kuratorin Christina Bach bringt es auf den Punkt: „Aus einer Münze lässt sich die Welt erklären.“ (ffm)