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Letzte Aktualisierung: 17.06.2024

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Ausstellung `Der Pop-Up-Struwwelpeter` ab 13. Juni

Buchkunst und Animationen von Marianne R. Petit im Struwwelpeter-Museum

von Ilse Romahn

(04.06.2024) Die New Yorker Künstlerin Marianne R. Petit erkundet seit vielen Jahren den Struwwelpeter mit Hilfe von mechanischen Büchern. Ihre Arbeit verbindet moderne Technik, traditionelle Buchkunst und sequentielles Storytelling, um so neue Formen des Erzählens für das 21. Jahrhundert zu schaffen. Die Ausstellung bringt die aktuellen Pop-Up-Arbeiten auch in den Dialog mit mechanischen Struwwelpeter-Büchern aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Struwwelpeter-Museum
Foto: Struwwelpeter-Museum
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Für Kinder gibt es eine Kreativstation zum Gestalten eigener Pop-Up-Kunstwerke.

Klappen, schieben, ziehen: Bilderbücher können viel mehr sein als eine Ansammlung von gedruckten Buchstaben und Bildern auf Papier! Marianne R. Petits Arbeiten zeigen das auf wortwörtlich hervorragende Weise. In ihren zumeist dreidimensionalen Buchobjekten zum Struwwelpeter stellt Petit die jeweiligen Schlüsselmomente der Erzählung durch bestimmte Konstruktionen dar. So greift sie für die Nacherzählung von „Die Geschichte vom Suppen-Kaspar“ das im viktorianischen Zeitalter sehr beliebte „Tunnelbuch“ auf. Die Ausstellung präsentiert auch Petits digitale Animationen aller Struwwelpeter-Geschichten.

Die lange Tradition der beweglichen Bilderbücher
Petits Buchkunst steht in der langen Tradition der beweglichen Bilderbücher, die Ende des 19. Jahrhunderts in Europa ihre Blüte erlebte. In einer Zeit ohne Film, Fernsehen oder Computer boten sie Spaß für die ganze Familie. Als Meister der Verwandlungsbilderbücher gilt der bayrische Illustrator Lothar Meggendorfer (1847-1925). Seine Figuren ließen sich mit Kartonstreifen zum Ziehen und Schieben lebensecht bewegen. Meggendorfer schuf 1895 auch Gustav Weises lebendiger Struwwelpeter. Das Ziehbilderbuch mit seiner empfindlichen Mechanik ist in der Ausstellung zu bewundern – aber leider nicht zu bewegen.

Mit dem Aufkommen des Films im 20. Jahrhundert verloren die mechanischen Papierwelten zwar an Popularität, doch verschwunden ist das bewegliche Bilderbuch nie. Im 21. Jahrhundert erlebt es nun mit Marianne R. Petit eine Renaissance. Ihre fragilen, bunten Kunstobjekte sind für Betrachtende jeglichen Alters spannend.

Seit seinem erstmaligen Erscheinen vor fast 180 Jahren fasziniert der Struwwelpeter nicht nur Kinder, sondern Kunstschaffende in aller Welt. Petits Arbeiten ermöglichen einen neuen Blick auf die alten Geschichten, indem sie die von Hoffmann in den Zeichnungen angelegte Bewegung „aufpoppen“ lassen. Und in Bewegung ist im Original-Struwwelpeter sehr viel – vom Stuhl schwingenden bösen Friederich bis zum entschwebenden Hut in der „Geschichte vom fliegenden Robert“.

Marianne R. Petit ist Künstlerin und Pädagogin. Ihre Arbeiten wurden international auf Festivals und in Ausstellungen gezeigt. Ihre Pop-Up-Bücher sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden. Sie ist Kunstprofessorin am Interactive Media Arts (IMA) and Interactive Telecommunications (ITP) Programm der New York University. Sie war Mitbegründerin des Interactive Media Arts Program at NYU in Shanghai und wurde 2016 mit dem New York University Distinguished Teaching Award ausgezeichnet.

Begleitprogramm
Donnerstag, 18.07.2024, 15:00 Uhr; Donnerstag, 01.08.2024, 15:00 Uhr; Donnerstag, 15.08.2024, 15:00 Uhr: Alles beweglich! Workshop in den Sommerferien ab 8 Jahren.
Mit dem Rundgang durch die Sonderausstellung mit Pop-Up-Arbeiten von Marianne Petit entdecken die Kinder Bücher, die mehr als nur eine Ansammlung von Seiten sind. In der Pop-Up-Werkstatt gestalten dann alle eigene „lebende“ Karten. Anmeldung erforderlich. Museumseintritt + € 2,00

Papiertheater-Aufführung: Papiertheaterbühne Alexander Spemann: „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ (Termin im Winter 2024/25)

Öffentliche Ausstellungsführungen: Sonntag, 16. Juni 2024, 14:00 Uhr, mit Museumsleiterin Beate Zekorn-von Bebenburg und Sonntag, 21. Juli 2024, 14:00 Uhr.

Struwwelpeter-Museum, Hinter dem Lämmchen 2-4, Frankfurt – Neue Altstadt
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 11.00 bis 18.00 Uhr.
Eintrittspreise Museum (inkl. Sonderausstellung): € 7,00 / € 3,50 / Freier Eintritt für Kinder unter 6 Jahre.

www.struwwelpeter-museum.de