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Letzte Aktualisierung: 22.09.2021

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Ausstellung „Eberhard Steneberg – Zwischen allen Stühlen“

Letzte Führung durch Kunstausstellung im Institut für Stadtgeschichte

von Ilse Romahn

(07.09.2021) Am Sonntag, 12. September, um 15 Uhr führt der Kunsthistoriker Pascal Heß ein letztes Mal durch die Ausstellung „Eberhard Steneberg: Zwischen allen Stühlen“. Die Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte zeigt eine Retrospektive der Werke des 1996 gestorbenen Frankfurter Malers aus der Sammlung Lambrette und endet an diesem Tag.

1914 in Weimar geboren, übersiedelte Steneberg 1947 in den Westen, wo er sich politische und geistige Freiheit für sein Schaffen erhoffte. 1951 ließ er sich in Frankfurt nieder und wirkte hier als freier Künstler und Kunsthistoriker. Mit seiner abstrakten Malerei orientierte sich Steneberg an Robert Delaunay und den Bauhauskünstlern, er nutzte Techniken von Lyonel Feininger – und schuf einen eigenen, faszinierenden Stil, mit leuchtenden Farben und einem Gegen- und Nebeneinander von unterschiedlichen Elementen.
 
Die Abstraktion schützte sein Œuvre vor politischen oder ideologischen Zuschreibungen, aber unpolitisch war es nicht. Obwohl Steneberg das liberale Klima Frankfurts schätzte, verhielt er sich kritisch gegenüber den gesellschaftlichen Entwicklungen der Nachkriegszeit. So verschaffte er mitten im „Kalten Krieg“ 1959 der Russischen Avantgarde mit einer aufsehenerregenden Ausstellung im Karmeliterkloster eine Bühne.
 
Als Künstler fand Steneberg zeit seines Lebens nicht das große Publikum, zu sehr saß er „zwischen allen Stühlen“. Die Führung bietet Gelegenheit, den Frankfurter Künstler (erneut) zu entdecken.
 
Treffpunkt zur Führung ist um 15 Uhr das Foyer im Karmeliterkloster, Münzgasse 9. Die Teilnahme kostet 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Es besteht die Möglichkeit zur Platzreservierung über das Online-Reservierungsportal auf der Webseite des Instituts unter stadtgeschichte-ffm.de oder direkt unter pretix.eu. (ffm)