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Letzte Aktualisierung: 11.06.2021

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Ausgezeichnete Mobilitätsstation

Das Industriedesign-Unternehmen andré stocker design aus Dreieich gewann den iF Designpreis 2021 in Gold

von Karin Willen

(04.05.2021) Mobile Zukunft – wie kann die aussehen? Vordenker wollen den individuellen Verkehr mit dem öffentlichen Angebot so verzahnen, dass man gut, schnell und so klimaneutral wie möglich von A nach B gelangt. Immer mehr Planer denken daher über multimodale Verkehrsangebote nach. Das Industriedesign-Unternehmen andré stocker design aus Dreieich hat das Konzept einer innovativen Mobilitätsstation entwickelt, das im April mit dem Designpreis iF GOLD AWARD 2021 ausgezeichnet wurde.

Bildergalerie
Moderne Haltestelle: Mobilitätsstation für den schnellen Wechsel vom Rad in den Bus in Osnabrück
Foto: andrestockerdesign
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Orientierung durch Farbgestaltung und benutzerfreundlich durch Service: Mobilitätsstation mit Zusatznutzen wie hier Schließfächer für Fahrradhelme
Foto: andrestockerdesign
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Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs attraktiv zu machen, war die Aufgabe, die sich Stadt und Stadtwerke Osnabrück in Niedersachsen unter dem Titel „Mobile Zukunft“ gestellt hatten. Ein Leuchtturm des Projekts wurde 2017 eine Mobilitätsstation, die das kleine, schlagkräftige Team um Inhaber und Gründer André Stocker in Dreieich entworfen hat. Es vernetzt Fahrrad oder Pedelec mit dem öffentlichen Nahverkehr und ist erweiterbar.

Der Vorteil liegt in der Benutzerfreundlichkeit. Radfahrer müssen an der Bushaltestelle keine Zeit auf der Suche nach einem Abstellplatz verlieren. Ihr Rad ist in der Mobilitätsstation sicher abgestellt, der Helm kann ins Schließfach verstaut werden, und der Akku des E-Bikes aufgeladen werden. Das alles geht rasch und bequem, da die Funktionen unterschiedlichen Farben zugeordnet sind.

Bequem zwischen Fahrrad, Bus und Bahn wechseln

Das Konzept der Mobilitätsstation folgt dem Baukastenprinzip. Verschiedene Elemente von der Stele über Trennwände, Unterstände, Gebäude bis hin zu großen Radabstellanlagen können kombiniert und später auch einfach erweitert werden. Die Stele informiert auf einen Blick, welche Angebote die Mobilitätsstation hat. Die jeweiligen Module wurden als markante, kubische, reduzierte Baukörper gestaltet. Unterschiedliche Farbgebung und die nächtliche Beleuchtung machen ihre Funktionen schnell wiedererkennbar.

Die realisierten Osnabrücker Mobilitätsstationen nennen sich „rad-bar" und sind mit Radständer, Schließfächern, fest installierten Luftpumpen und E-Bike-Ladestationen ausgestattet. Die Nutzer buchen ihre Plätze vorab kostenlos online und nutzen sie mit einem per E-Mail übermittelten Zugangscode.

An diesem innovativen Haltestellentyp sorgen je nach Bedarf aber nicht nur Radständer, Schließfächer und E-Bike-Stromspender für bequemes Umsteigen in den öffentlichen Nahverkehr. Auch Miet- und Lastenräder oder Autos fürs Carsharing lassen sich einplanen. Und die Station ist erweiterbar: Möglich sind beispielsweise Packstationen, Kioske oder Geldautomaten. Mit dem modularen Konzept können Kommunen, Städte und Gemeinden jede Station einfach und kostengünstig auf die Anwohner oder zum Beispiel auch auf Fahrradtouristen hin maßschneidern.

 

Über andré stocker design

Das Industriedesignbüro andré stocker gehört zu den TOP50 Designstudios im iF World Design Index. Das Büro hat 20 Jahre Erfahrung in innovativer und nachhaltiger Produktentwicklung sowohl in der Konsum- und Investitionsgüterindustrie als auch im Public-, User Interface- und Corporate Design. Zu den Kunden zählen zum Beispiel Bosch, Lufthansa oder WMF. Einige Produkte wurden mit einem Red dot award oder dem German design award ausgezeichnet. In den letzten Jahren setzte sich das Team stärker mit dem Themenfeld Public Design und Mobilität im urbanen Raum auseinander. Dabei geht es den Designern um kostengünstige, maßgeschneiderte intelligente und klimafreundliche Lösungen für Städte, Kommunen und Gemeinde.