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Ausbildungskooperative mit der Deutschen Bahn

Der stellvertretende Schulleiter der Weingartenschule (WGS), Alexander Heyd, sitzt in seinem geräumigen Büro vor dem Schreibtisch. Vor ihm ausgebreitet:

Klarsichtmappen in verschiedenen Farben, nach Prioritäten geordnet. Ganz oben: die Deutsche Bahn, genauer gesagt die DB Netz AG. DB-Ausbildungsgesamtkoordinator Jan-Niclas Peifer ist gekommen - im Gepäck einen Kooperationsvertrag für Ausbildungsplätze. Nun wird festgeklopft, was bei der erfolgreichen Ausbildungsmesse vor ein paar Wochen an der WGS angestoßen wurde.

Studienrat Basel Mirza hat diese bedeutende Etappe auf dem Weg, Schülerinnen und Schüler zu einer guten Ausbildung zu verhelfen, angestoßen. „Ich kann auf sehr gute Erfahrungen an meiner alten Schule zurückgreifen“, erklärt er stolz.

DB: Ausbildungsplätze für weit mehr als 50 Berufe

Die WGS engagiert sich schon länger für eine frühzeitige Berufsorientierung ihrer Schülerinnen und Schüler. Erklärtes Ziel der Schulkooperation ist es, die Jugendlichen beim Wechsel von der Schule ins Berufsleben nachhaltig zu unterstützen. “Dies ist eine entscheidende Wegmarke, um die Nachwuchsrekrutierung in der Region zu stärken und zu etablieren. Mit der Weingartenschule gewinnen wir einen Kooperationspartner, der dazu mit einem guten Teil beitragen kann, ob im Bereich der Berufsausbildung oder der dualen Studiengänge”, so Ausbildungskoordinator Peifer. Auch Alexander Heyd findet die neuen Perspektiven vielversprechend: “Ich freue mich für unsere Schüler, dass wir mit der DB Netz AG ein bundesweit bekanntes Unternehmen als Kooperationspartner gewinnen konnten.“ Insgesamt bietet die Bahn Ausbildungsplätze für weit mehr als 50 Berufe an. 30 Ausbildungsstellen in und um Frankfurt sind es bei der DB Netz AG. 

Die Berufe kommen aus dem gewerblich-technischen sowie aus dem kaufmännisch-serviceorientierten Bereich. Außerdem wird in IT- und Verkehrsberufen ausgebildet. „Das ist ein exzellentes Angebot für unsere Abgangsklassen und ein Gewinn für beide Seiten”, betont Heyd.

Rechtzeitig auf den Zug aufspringen

Durch verschiedene Maßnahmen wie Betriebsbesichtigungen während der Berufsorientierungswochen und Betriebspraktika im 8. und 9. Jahrgang sollen die Schüler das vielfältige Ausbildungsangebot der Deutschen Bahn kennenlernen und motiviert werden, sich bei dem Großunternehmen zu bewerben.

Denn Hilfe beim Wechsel von der Schule ins Berufsleben oder in die weitere berufliche Ausbildung tut Not: Zwar sind drei von vier jungen Leuten im vergangenen Jahr nach ihrer betrieblichen Ausbildung in Betrieben übernommen worden. Ein Höchstwert, wie das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in seiner letzten Studie berichtet. Doch trotz der hohen Übernahmeaussichten entscheiden sich nach Ansicht der Unternehmen zu wenige junge Menschen für eine Ausbildung. Neun von zehn Betrieben haben nicht besetzte Stellen, weil sich zu wenige Kandidaten bewerben.

Eine frühzeitige Berufsorientierung sei für die erste berufliche Entscheidung ganz besonders wichtig, da sie für das weitere Leben meist grundlegend sei und eine solide Basis bilde. “Gut ist, wenn unsere Schüler nun rechtzeitig auf den für sie bereitgestellten Zug aufspringen und die Ausbildungsangebote nutzen“, hebt Heyd hervor.

Generell baut die Deutsche Bahn bis 2024 ihre Schulpartnerschaften massiv aus, um Ausbildungsplätze besser besetzen zu können. Neue Azubis und duale Studenten sollen stärker als bisher schon im Klassenzimmer erreicht werden. Ziel ist es, bundesweit und vor allem auch in der Fläche mit über 500 Schulen einen engen Austausch zu pflegen und den Weg zur Arbeitgeberin DB zu ebnen.

Gutes Geld

Laut DB Personalvorstand sollen künftig jährlich insgesamt rund 2.000 Schulpraktika sowie Praxistage, etwa in Werkstätten und Stellwerken, angeboten werden. „Wir bewegen uns in einem historisch engen Arbeitsmarkt und zugleich einem allgemein unsicheren Umfeld. Wir erleben, dass viele Jugendliche verunsichert und zögerlich sind, was ihre berufliche Zukunft angeht. Hier wird jetzt Orientierung angeboten“, heißt es.

Die Deutsche Bahn sei hier beispielhaft unterwegs. „Auch wir möchten junge Menschen fit für die Zukunft machen und ihnen vermitteln: Mit einer Ausbildung steht euch die Welt offen“, zeigt sich Schulleiterin Elke Wetterau-Bein zuversichtlich. Dynamik und keinesfalls Stillstand wünscht sich die Direktorin.

Die Ausbildung lohnt sich auch finanziell: Laut DB Webseite wird je nach Ausbildungsjahr zwischen 1.019 Euro und 1.222 Euro im Monat verdient. Ein 13. Monatsgehalt gibt es obendrauf. Jetzt muss nur noch eingestiegen werden.