Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 25.10.2021

Werbung
Werbung

Aus Skiurlaub wird Schneeurlaub

von Helmut Poppe

(13.10.2021) Nachdem die Pandemie in der letzten Wintersaison vielerorts für leere Pisten gesorgt hat, stehen viele Familien hierzulande nun wieder in den Startlöchern.

Laut einer aktuellen Umfrage von YouGov im Auftrag von FeWo-direkt® hat bereits ein Viertel der deutschen Familien fest vor, zwischen November 2021 und April 2022 mindestens einen Urlaub im Schnee zu machen. Doch während nur jede zehnte Familie einen Ski- bzw. Wintersporturlaub anvisiert, möchten fast doppelt so viele abseits der Pisten das Winterwunderland genießen.

Wer diesen Winter in den Schnee fährt, schwingt sich nicht automatisch auf die Bretter: Ein Viertel der von FeWo-direkt befragten Deutschen, die im Winter bereits einen Urlaub im Schnee geplant haben oder sich einen solchen Urlaub vorstellen können, will abseits der Pisten unterwegs sein. Auch von den Ski- und Snowboardfahrern geben nur 12 Prozent an, jeden Tag über die Hänge wedeln zu wollen. 43 Prozent möchten höchstens die Hälfte ihres Urlaubs den traditionellen Wintersport ausüben. Stattdessen sind die Familien anderweitig aktiv. Besonders Winterwanderungen stehen auf der Agenda. Fast die Hälfte (49%) möchte die verschneite Landschaft zu Fuß erkunden.

"Der Trend geht zu Slow Snow Travel, wie wir bei FeWo-direkt das gerne nennen", sagt Wolfgang Pagl, Director Vacation Rentals bei der Expedia Group. "Was sich seit einiger Zeit in der Reisebranche immer weiter verbreitet, ist nun auch im Wintertourismus angekommen. Das Tempo wird gedrosselt, der Urlaubsort bewusster wahrgenommen, die gemeinsame Zeit mit der Familie und Erlebnisse in der Natur rücken in den Fokus eines Urlaubs im Schnee."

So möchten laut Umfrage 65 Prozent der deutschen Familien im Winterurlaub entschleunigen und viel Zeit in der Natur genießen. Noch einmal mehr (68%) haben vor, ihren Winterurlaub vor allem im Kreise der Familie zu verbringen. Statt nur ein verlängertes Wochenende will mehr als die Hälfte (55%) der Reisenden eine Woche oder länger am Urlaubsort bleiben. 29 Prozent suchen dann explizit nach einer Unterkunft abseits des Trubels in der Natur. Wohl auch deshalb empfindet die Mehrheit, rund drei Viertel der Familien (72%), Ferienunterkünfte als besonders geeignet für den nächsten Aufenthalt im Schnee.

Deutschland ist Winterreiseziel Nummer 1

Nach einem erfolgreichen Sommer für die Vermieterinnen und Vermieter in Deutschlands Urlaubsregionen zeichnet sich ein ähnlicher Trend für die Wintersaison ab. Die Mehrheit der deutschen Familien (59%) will ihrem Heimatland treu bleiben und sieht sich in den Bayerischen Voralpen (37%), in den Allgäuer Alpen (36%), im Schwarzwald (35%) und im Bayerischen Wald (34%) durch den Schnee stapfen. Den Harz haben 26 Prozent ins Auge gefasst.

"In manchen deutschen Landkreisen ist die Belegungsquote im Dezember 2021 schon jetzt höher als zum gleichen Zeitpunkt vor der Pandemie", sagt Ferienhausexperte Wolfgang Pagl. "Das gilt unter anderem für die bayerischen Landkreise Traunstein und Oberallgäu sowie für den Landkreis Goslar im Harz." Doch nicht die großen, bekannten Ski- bzw. Urlaubsorte sind für Familien attraktiv. 52 Prozent präferieren in diesem Winter kleine, eher unbekannte Reiseziele im Schnee. Ein Viertel will viel besuchte Orte aufgrund des Pandemiegeschehens sogar weiterhin meiden.

Mehr Budget für höhere Ansprüche an Sauberkeit

Fast jede dritte Familie plant für den nächsten Urlaub im Schnee mehr Budget ein als noch vor der Pandemie. Preissensibel sind die Deutschen trotzdem: 39 Prozent wollen bei der Wahl des Reiseziels auf das Preisniveau vor Ort achten. Doch nachdem das Ski- bzw. Snowboardfahren bei vielen nicht im Fokus steht, werden vor der Buchung weniger die Skipasspreise als die Unterkunftspreise verglichen. Hier gibt der Ferienhausexperte von FeWo-direkt jedoch Entwarnung: "Unsere Daten zeigen generell nur geringe Preisanpassungen. Kommt es in einzelnen Fällen zu Preissteigerungen, ist das aber nichts Außergewöhnliches", so Pagl weiter. "Die Vermieterinnen und Vermieter reagieren auf die gestiegenen Hygieneanforderungen der Gäste. 65 Prozent der Familien bestätigen auch in unserer Umfrage, dass ihnen die Sauberkeit der Unterkunft jetzt besonders wichtig ist. Diese höheren Ansprüche können sich mitunter auf die Preise auswirken."

Familien entscheiden kurzfristig

Dabei hat sich das Gros der Familien noch gar nicht final festgelegt: Ganze 60 Prozent der Schneeurlauber wollen erst einen Monat oder weniger im Voraus buchen. Lediglich 15 Prozent wissen bereits drei Monate vor Urlaubsbeginn, wohin die Reise geht. "Wir erwarten, dass die Buchungen für die Hauptreisemonate Januar und Februar entsprechend erst in den kommenden Wochen so richtig anziehen", sagt Wolfgang Pagl. "Wer noch unsicher ist, bei der Unterkunftssuche aber aus einer großen Auswahl wählen möchte oder spezielle Wünsche hinsichtlich Ausstattung oder Lage hat, der sollte mit der Planung besser nicht mehr allzu lange warten und stattdessen eine Ferienwohnung mit flexiblen Stornierungsbedingungen buchen." (ots)