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Letzte Aktualisierung: 30.11.2021

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Ateliergemeinschaft Eva Weingärtner und DeDe Handon erhalten Atelierstipendium Bildende Kunst

von Ilse Romahn

(12.11.2021) Das Atelierstipendium Bildende Kunst 2022/2023 der Stadt Frankfurt erhält die Ateliergemeinschaft Eva Weingärtner und DeDe Handon. Das entschied eine Jury am Dienstag, 9. November. Beide Künstlerinnen sind verbunden im „Projekt Orbit24“, einem Atelierraum, in dem sie ihrer eigenen künstlerischen Arbeit nachgehen und zudem einen regen öffentlichen Ausstellungs- und Veranstaltungsbetrieb zu Themen aus Wissenschaft und Kunst organisieren.

Die Künstlerinnen DeDe Handon und Eva Weingärtner
Foto: DeDe Handon und Eva Weingärtner
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Eva Weingärtner und DeDe Handon vereint die Idee des Netzwerkens von Gedankenprozessen unterschiedlicher Individuen und deren Austausch miteinander. Demnach werden unterschiedliche Veranstaltungskonzepte entwickelt, in denen wissenschaftliche Vorträge ebenso einbezogen werden wie jede Form von künstlerischer Darbietung, Performance Art, musikalischer Beiträge oder auch traditionelle Ausstellungen. Ihr Atelierraum „Orbit24“ wird dadurch nicht nur zum kreativen Experimentierfeld, sondern bildet ebenso einen attraktiven kulturellen Hotspot in Fechenheim.
 
„Ich freue mich über die Entscheidung der Jury für das kommende Atelierstipendium Bildende Kunst 2022/23 und beglückwünsche die beiden Künstlerinnen Eva Weingärtner und DeDe Handon hierzu“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig. „Mit diesem Stipendium wollen wir bewusst keine Newcomer unterstützen, sondern Frankfurter Künstlerinnen und Künstler, die in ihrer mittleren Werkphase bereits eine kontinuierliche Entwicklung und Ausstellungstätigkeit vorweisen können. Das Stipendium soll ihnen eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit sichern, um sich verstärkt ihrer künstlerischen Weiterentwicklung widmen zu können und erneut in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.“

In der Begründung der Jury heißt es: „Der Ateliergemeinschaft ‚Orbit24‘ mit Eva Weingärtner und DeDe Handon ermöglicht das Atelierstipendium, ihre innovativen und vor allem auch partizipativen künstlerischen Ansätze weiter auszubauen und einem breiten Publikum vorzustellen. Abgesehen von der Kulturarbeit im Stadtteil überzeugt vor allem auch die Qualität ihrer künstlerischen Arbeiten. Während sich DeDe Handon überwiegend auf raumbezogene abstrakte Collagen und Installationen konzentriert, die sie durch Fotografie und Video ergänzt, findet Eva Weingärtner als versierte Medienkünstlerin in den Bereichen Fotografie, Film aber auch Performances eine individuelle zeitgemäße Formensprache. Obwohl beide Künstlerinnen bereits eine regionale wie überregionale Ausstellungstätigkeit vorzuweisen haben, erhofft sich das Gremium durch das Stipendium einen Anschub für die weitere Entwicklung beider Kunstpositionen und eine gesteigerte Aufmerksamkeit für das ‚Projekt Orbit24‘.“
 
„Im ‚Atelier Orbit24‘ vereint uns die Idee des Netzwerks von unterschiedlich denkenden Individuen und der Gedanke des Austauschs. Wir glauben, dass kein Mensch sich nur für Kunst interessiert, sondern Kunst immer im Kontext der Interessensgebiete der Künstlerinnen und Künstler entsteht. Eben diese Interessensgebiete wollen wir mit zu uns in den ‚Orbit24‘ einladen. Aus diesem Gedanken entstand ein Veranstaltungskonzept, das den wissenschaftlichen Vortrag ebenso mit einbezieht wie jede Form von künstlerischer Darbietung, Performance Art, musikalischer Beitrag, klassische Ausstellung und vieles mehr", erklären Weingärtner und Handon.
 
Das Atelierstipendium der Stadt Frankfurt bildet seit 2012 neben der Projekt- und Atelierförderung einen weiteren Baustein der Künstlerförderung. Es richtet sich an Künstlerinnen und Künstler mit akademischem Abschluss im mittleren Lebensabschnitt, die ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Frankfurt nachweisen können und trotz eigenwilliger, innovativer Positionen und einer kontinuierlichen Entwicklung und Ausstellungstätigkeit bislang den Anschluss an die nationale und internationale Kunstszene noch nicht gefunden haben. Ihnen soll durch dieses Stipendium eine regionale Aufmerksamkeit verschafft werden.
 
Das Atelierstipendium umfasst die Übernahme der Ateliermiete für zwölf Monate bis zu einem Höchstbetrag von 7000 Euro. Am Ende des Stipendiums wird das aktuelle Werk durch eine Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. 
 
Insgesamt 40 Künstlerinnen und Künstler waren dem Aufruf gefolgt und hatten sich beworben. Ein Fachgremium, bestehend aus Susanne Kujer, Leiterin des Referats Bildende Kunst des Kulturamtes Frankfurt, Corinna Bimböse, Direktorin des Atelierhauses ATELIERFRANKFURT, Robert Bock, Künstlerischer Leiter der AusstellungsHalle 1A, Kunst in Frankfurt, Christian Kaufmann, Künstlerischer Leiter der Heussenstamm-Galerie - Raum für Kunst und Stadt, sowie Felix Ruhöfer, Künstlerischer Leiter des Atelierhaus basis, bestimmte die Preisträger.
 
Verliehen wird das Atelierstipendium Bildende Kunst an Eva Weingärtner und DeDe Handon  im Rahmen der OPEN STUDIOS am Freitag, 19. November, um 19 Uhr im ATELIERFRANKFURT, Schwedlerstraße 1-5.
 
Eva Weingärtner wurde 1978 in Worms geboren. Von 2000 bis 2006 studierte sie an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (Diplom), 2002/03 zudem an der Listahaskoli Reykjavik, Island. 2016 bis 2019 „Existenzanalyse und Logotherapie“ (nach Viktor E. Frankl).
 
DeDe Handon wurde 1958 in New York geboren. Von 1983 bis 1987 studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig (Meisterschülerin). (ffm)