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Letzte Aktualisierung: 26.02.2020

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Archäologisches Museum hat Funde aus Provenienz-Projekt in Lost Art Datenbank eingestellt

von Ilse Romahn

(10.02.2020) Die als nicht zweifelsfrei und unbelastet hervorgegangenen archäologischen Objekte aus dem Provenienz-Projekt des Archäologischen Museums Frankfurt wurden jetzt in die vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg betriebene Lost Art Datenbank eingestellt.

Scherben eines einhenkeligen Kännchens aus grünlichem Glas und Hals mit Kleeblattschnauze
Foto: Stadt Frankfurt / Archäologisches Museum
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Die Lost Art-Datenbank dient der Erfassung von Kulturgütern, die infolge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs verbracht, verlagert oder – insbesondere jüdischen Eigentümern – verfolgungsbedingt entzogen wurden. Die Datenbank kann unter http://www.lostart.de/Webs/DE/Datenbank/ObjektgruppeFund.html?cms_param=OBJGRP_ID%3D28927 im Internet eingesehen werden.

Das Forschungsprojekt umfasste die systematische Recherche zur Provenienz von etwa 3300 Objekten, die als Neuzugänge während der NS-Herrschaft zwischen 1933 und 1945 in das Archäologische Museum gelangten. Bis auf wenige Ausnahmen konnten sämtliche Objektzugänge als unbedenklich eingestuften werden.

Objekte unbekannter Herkunft
Von zwölf Objekten, die 1942 vom Stadtgeschichtlichen Museum Frankfurt unter dessen damaligem Direktor Ernstotto Graf zu Solms-Laubach dem Frankfurter Museum für heimische Vor- und Frühgeschichte übertragen wurden, konnte die Herkunft jedoch nicht mehr geklärt werden.

Das Konvolut umfasst sechs römische Bronzegefäße, drei Keramiken und ein Bronzekettchen. Vermerkt wurden sie in den Zugangsbüchern des Museums als Geschenk, weshalb weder Hinweise auf einen Vorbesitzer noch eine mögliche Herkunft der Objekte zu finden sind. Infolgedessen müssen sie als nicht zweifelsfrei unbelastet eingestuft werden.

Zwei Glasobjekte wurden ebenfalls vom Stadtgeschichtlichen Museum überwiesen. Sie stammten aus der Sammlung des jüdischen Sammlers Julius Heyman, der die Objekte der Stadt unter der Bedingung, dass die Sammlung als Teil des Historischen Museums der Öffentlichkeit zugänglich und 100 Jahre unverändert bleiben solle, vermacht. Die Schenkung wurde 1925 von der Stadt angenommen und bereits 1938 die Auflösung der Sammlung eingeleitet und die Objekte zum Teil auf die Frankfurter Museen verteilt, zum Teil dem Kunsthandel zum Verkauf übergeben. Man darf annehmen, dass die Zustimmung zur Auflösung unter Druck gegeben wurde, insofern ist der Zuwachs nicht als unbelastet zu betrachten.

Die Ergebnisse des Projektes zur systematischen Provenienzforschung sind 2018 in dem 29. Band der Buchreihe „Schriften des Archäologischen Museums Frankfurt“ erschienen. Die Schriften des Archäologischen Museums können an der Museumskasse oder über das Verlagshaus Schnell + Steiner bezogen werden. Bestellanfragen nimmt das Archäologische Museum, Karmelitergasse 1, unter Telefon (069)21235896 entgegen. (ffm)