Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 16.04.2021

Werbung
Werbung

Archäologisches Museum: Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

von Ilse Romahn

(08.03.2021) Zwei Ausstellungen werden präsentiert: Der Thoraschrein der Synagoge am Börneplatz und ‚Syrien - Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit. ‘ Fotografien von Yvonne von Schweinitz aus den Jahren 1953 und 1960.

Der Thoraschrein der Synagoge am Börneplatz
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden im ganzen Deutschen Reich auf Befehl der NSDAP-Führung jüdische Einrichtungen zerstört. Auch die vier großen Synagogen in Frankfurt wurden in den frühen Morgenstunden des 10. November von SA und HJ verwüstet und in Brand gesteckt.

Was seit Jahrzehnten verloren geglaubt war, wurde in den Jahren 1987 und 1990 zum Teil wiederentdeckt, als bei Grabungen des Museums für Vor- und Frühgeschichte (heute Archäologisches Museum Frankfurt) in den mit Abbruchschutt verfüllten Kellerräumen der zerstörten Synagoge am Börneplatz unter anderem Fragmente des Thoraschreins zu Tage kamen.

Im Archäologischen Museum Frankfurt werden die Fragmente des Thoraschreins zusammen mit den weiteren Funden der Ausgrabungen wissenschaftlich untersucht. Als Erstes sind die Reste des Thoraschreins für die Öffentlichkeit zu sehen. Bei der Präsentation wurde ganz bewusst davon abgesehen, die Fragmente im Sinne einer versuchten Rekonstruktion in der Ausstellung sortiert anzuordnen, da der Akt der Zerstörung nicht rückgängig zu machen oder gar zu „heilen“ ist.

Die Präsentation „Der Thoraschrein der Synagoge am Börneplatz“ ist noch bis 18. April zu sehen.


Das Archäologische Museum Frankfurt zeigt noch bis 11. April die Ausstellung „Syrien - Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“ mit Fotografien von Yvonne von Schweinitz (1921-2015). Die Fotografin reiste 1953 und 1960 nach Syrien in die heute weitgehend zerstörten Städte Damaskus, Homs, Hama und Aleppo, mit Abstechern in die Wüstenoase Palmyra und ins Alawitengebirge. Ihr Weg führte sie weiter bis zur Kreuzritterburg „Krak des Chevaliers“ und an die nördliche Grenze zur Türkei, zum Simeonskloster, Qal’at Sim‘an.

Zu sehen sind über 70 Scharz-Weiß-Fotografien und zahlreiche Farbdiapositive, die Yvonne von Schweinitz mit ihrer Rolleiflex und verschiedenen Kleinbildkameras aufgenommen hat. Ergänzendes Material bietet Einblick in die aktuelle, vom Bürgerkrieg erschütterte Situation in Syrien.

Mit der Ausstellung, die von Claus Friede und Mathias von Marcard zusammengestellt wurde, möchte das Museum ein Land in den Fokus stellen, dessen bedeutende Kultur und viele Jahrtausende währende Geschichte den meisten von uns wenig bekannt ist.

Die Ausstellung ist ein Projekt von Claus Friede*Contemporary Arts und Marcard Pro Arte & V V, Hamburg mit Unterstützung der Fondation Erica Sauter, Genf.

Besuch unter Hygienebestimmungen
Der Besuch des Archäologischen Museums ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst werden - dies geschieht vor Ort - und Besuchstermine vereinbart werden. Man kann sich ab Dienstag, 9. März, unter der Telefonnummer (069)21235896 für eine bestimmte Uhrzeit anmelden. Der Zugang sowohl zur Dauerausstellung als auch zur Sonderausstellung ist aus organisatorischen Gründen vorerst nur über den Haupteingang des Museums in der Karmelitergasse 1 möglich.

Ansonsten gelten für den Museumsbesuch die bekannten Hygienebestimmungen: Tragen einer medizinischen Maske, Abstandhalten und regelmäßig die Hände waschen und desinfizieren. (ffm)