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Letzte Aktualisierung: 03.04.2020

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Apotheke vor Ort ist systemrelevant und unverzichtbar

Sars-CoV-2-Pandemie: Apotheker vor Ansteckung schützen

von Ilse Romahn

(23.03.2020) Die Coronapandemie breitet sich rasant aus, täglich steigen die Zahlen an. In Hessen sind 813 Covid-19-Fälle bekannt (Stand: 20.3.2020) - das sind 131 neue Coronapatienten mehr als am Vortag.

In der Apotheke vor Ort können sich verunsicherte Menschen zuverlässig beraten lassen.
Foto: ABDA
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Diese steile Krankheitskurve abzuflachen ist das erklärte Ziel, damit das sonst gut funktionierende Gesundheitssystem in Deutschland nicht überlastet wird. „Das öffentliche Leben in Hessen ist bereits stark eingeschränkt, doch die Apotheken vor Ort sind gerade in dieser Krisensituation für die Bürgerinnen und Bürger da“, betont Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Bei Arzneimitteln spielen Qualität, Sicherheit und die fachkundige Beratung eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig appelliert Funke an die Umsicht der Menschen: „Es ist essenziell, dass die Apothekenteams bestmöglich vor dem Virus geschützt werden um handlungsfähig zu bleiben“. In dieser Krisensituation ist Verständnis für geänderte Abläufe und auch mögliche Wartezeiten in den öffentlichen Apotheken gefragt.

Abstand halten – auch zum Apotheker
Ärzte und das Pflegepersonal, Apotheker und ihre Teams: Diese systemrelevanten Berufsgruppen sind gerade in diesen Tagen und Wochen unermüdlich im für die Gesundheit der Bevölkerung im Einsatz. So versorgen Apotheker die Menschen zuverlässig und flächendeckend mit Medikamenten und stehen den Patienten „24/7“ zur Seite. Damit Apotheken nicht aufgrund eines Quarantänefalls schließen müssen, ist der Schutz des Berufsstandes von höchster Wichtigkeit. „Jede Apotheke ergreift Maßnahmen zum eigenen Schutz, die je nach Apotheke, Lage und Möglichkeiten unterschiedlich ausfallen“, erläutert Funke. Das kann ein begrenzter Zugang von Personen in die Apotheke sein, das Tragen von Schutzbekleidung und Handschuhen oder ein Glasschutz, durch den das Apothekenpersonal die Patienten berät und versorgt.

Bei Krankheitssymptomen: Bitte draußen bleiben
Wer Krankheitssymptome verspürt, sollte nicht selbst in die Apotheke gehen. Damit wird der Apotheker einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Das gilt auch bei einer banalen Erkältung! Am besten werden gehen jetzt gesunde Familienmitglieder oder Nachbarn zur Abholung der Medikamente in die Apotheke.

Medikamente nicht „hamstern“
Von Hamsterkäufen rät die Landesapothekerkammer Hessen eindeutig ab und empfiehlt, sich nicht über das Maß zu bevorraten. Sollten „gehamsterte“ Arzneien gar nicht verwendet werden und dadurch zu lange lagern, kann die Mindesthaltbarkeit überschritten werden. Die Folge: Die Arzneien müssten weggeworfen werden und stehen an anderer Stelle nicht zur Verfügung, obwohl sie dringend benötigt würden.

Umsichtig sein
Die Apotheken vor Ort haben in den letzten Tagen und Wochen verstärkt zur richtigen Handhygiene beraten. Eigentlich ist sie immer ein „Muss“, jetzt allerdings essenziell. Über die Finger gelangen Viren und Bakterien schnell ins Gesicht und von dort an die Schleimhäute. Die Hände sollten mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden gründlich mit Seife gewaschen werden. Den direkten Kontakt mit „Virenschleudern“ wie Haltegriffen oder Einkaufswagen kann man durch das Tragen von Handschuhen vermeiden. Auch das Einhalten einer so genannten Niesetikette schützt vor Ausbreitung von Viren:

Beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen halten und sich wegdrehen.
In Einwegtaschentücher niesen oder husten, diese nur einmal verwenden und entsorgen (Mülleimer mit Deckel). Stofftaschentücher sollten anschließend bei 60°C gewaschen werden.

Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!
Ist kein Taschentuch griffbereit, sollte beim Husten oder Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase gehalten werden und sich von anderen Personen abwendet werden. 

www.apothekerkammer.de.