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Letzte Aktualisierung: 08.12.2021

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Antisemitismus zwischen Kampfbegriff und Alltagsphänome

Diskussion mit Experten am 23. November im Landratsamt

von Adolf Albus

(17.11.2021) In einer Podiumsdiskussion im Landratsamt geht es demnächst um aktuellen Antisemitismus in Deutschland. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, findet die Veranstaltung im Rahmen des Programms „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ statt.

„Antisemitismus ist kein allein historisches Problem, sondern auch ein aktuelles“, so Cyriax. „Wir wollen diese Bedrohung für ein friedliches Zusammenleben beleuchten und haben dafür hochkarätige Experten gewinnen können.“ Die Diskussion beginnt am Dienstag, 23 November, um 19 Uhr im Plenarsaal des Landratsamtes.

Es diskutieren Uwe Becker (Antisemitismusbeauftragter des Landes Hessen), Professorin Julia Bernstein (Universität Frankfurt) und Manfred Levy vom Jüdischen Museum Frankfurt. Es moderiert Zarin Aschrafi vom Dubnow-Institut Leipzig. Bei der Organisation der Veranstaltung kooperiert der Main-Taunus-Kreis mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ).

Ausgangspunkt des Austauschs ist die Debatte um die Publikation „Streitfall Antisemitismus“ des Historikers Wolfgang Benz. Dabei geht es um Antisemitismus als reale Gefahr, wie sie sich etwa bei dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle 2020 zeigte, als virtuelle Bedrohung und als politischer Kampfbegriff.

Becker, zuletzt Stadtrat und Kämmerer der Stadt Frankfurt, ist seit 2019 Beauftragter des Landes für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus. Darüber hinaus ist er unter anderem als Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft engagiert und gehört dem Board of Governors der Tel Aviv University an.

Die Soziologin Bernstein stammt aus der Ukraine. Sie lehrt als Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Sciences. Sie forscht zum Thema Antisemitismus, vor allem an Schulen und im schulischen Umfeld.

Levy leitet den Bereich Bildung im Jüdischen Museum. Er unterrichtete unter anderem 15 Jahre an der jüdischen I.-E.-Lichtigfeld-Schule. Seine Schwerpunkte sind jüdisches Leben heute, Antisemitismus- und Extremismus-Prävention, Vermittlungsformen zum Thema Gedenken und Erinnerung an den Holocaust. Er entwickelt mit Museumspädagogen jüdischer Museen in ganz Europa neue Bildungsprogramme und Vermittlungsmethoden.

Aschrafi hat sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit unter anderem mit jüdischem Leben in Frankfurt in der Nachkriegszeit befasst. Sie ist Doktorandin am Dubnow-Institut und Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Der ursprünglich für die Veranstaltung vorgesehene Publizist Micha Brumlik hatte kurzfristig absagen müssen.

Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist nötig unter der Mailadresse kultur@mtk.org oder telefonisch unter (06192)201-2536. Die Veranstaltung findet nach der 3G-Regelung statt (geimpft, genesen oder PCR-getestet).