Anne-Sophie Mutter gastiert am 23. Mai in der Alten Oper
Über den Erfolg, den Max Bruch von Anfang an mit seinem Violinkonzert erzielte, war der Komponist selbst damals wenig erfreut. Bruch sah sein gesamtes künstlerisches Schaffen allzu sehr reduziert auf ein einziges Werk, am liebsten hätte er die Aufführung des Violinkonzerts ganz untersagt. Anne-Sophie Mutter zumindest geht mit Bedacht an das Bruch-Konzert, sie führt es sehr selten auf – dabei gebührte dem Werk durchaus eine wichtige Rolle in den Anfängen ihrer Karriere: Als die damals 17-jährige Geigerin Anfang der 80er Jahre das Bruch-Violinkonzert unter Herbert von Karajan einspielte, brachte sie nicht zuletzt mit ihrer ausgereiften Technik die internationale Fachwelt zum Staunen.
Gleichermaßen „melodisch und tiefgründig“, aber dennoch eine völlig andere Sprache sprechend, empfindet Anne-Sophie Mutter Toru Takemitsus „Nosthalgia“. In diesem Stück, das 1987 als Auftragswerk für Yehudi Menuhin entstand, bezog sich Takemitsu auf den gleichnamigen Film von Andrei Tarkowski. „Es ist sehr subtil, überhaupt nicht schrill, eher meditativ“, beschreibt Anne-Sophie Mutter das knapp 15-minütige Werk, das sie als große Bereicherung der Violinliteratur der letzten 100 Jahre empfindet.
Die weiteren Werke des Abends sind Carl Maria von Webers Ouvertüre zu „Oberon“ sowie Johannes Brahms’ vierte Sinfonie.
Tickets ab 35 Euro unter Tickethotline: (069)1340400 ▪ www.alteoper.de
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