Alte Oper begeistert immer mehr Menschen
Das Musical „Six“ rund um die sechs Ehefrauen des englischen Tudor-Königs Heinrich VIII. setzte den Schlusspunkt unter eine erfolgreiche Saison 2025/26 der Alten Oper Frankfurt: Das mehrtägige Gastspiel der britischen Produktion beendete am 28. Juni eine Spielzeit, in der zum vierten Mal in Folge die Besucherzahlen die der vorherigen Saison übertrafen.
Foto: Norbert Miguletz
Rund 490.000 Gäste besuchten in der Saison 2025/26 die Veranstaltungen der Alten Oper selbst sowie ihrer Partner und Mieter, gut 5 % mehr als in der Vorsaison (465.000 Besucher). Auch die Abonnements verzeichneten einen Zuwachs um 10 % gegenüber der vorherigen Saison.
Intendant und Geschäftsführer Dr. Markus Fein sieht sich durch die Zahlen in der programmatischen Arbeit bestätigt: „Der Zuwachs auf annähernd eine halbe Million Besucher in der Saison 2025/26 freut uns enorm. Er speist sich nicht zuletzt aus jenen Menschen, die erstmals überhaupt den Weg in die Alte Oper finden, jenen, die jetzt öfter zu uns kommen, und jenen, die durch den Neuabschluss eines Abos auf dem besten Weg sind, zu unserem Stammpublikum zu werden. Sie alle sind uns gleichermaßen herzlich willkommen!
Die starke Resonanz auf Formate wie das FRATOPIA-Festival oder die neu eingeführten ‚Alte Oper Nights‘ belegt, dass es uns immer wieder gelingt, neue Zugänge zu Musik zu schaffen und die Menschen neu zu begeistern. Dazu zählt im Übrigen auch, dass wir mit unserem neuen Programmbereich Alte Oper International die internationalen Communities unserer Stadt noch gezielter in den Blick nehmen. Zwischen dem umjubelten Saisonauftakt im vergangenen September mit den Münchner Philharmonikern und der ‚Bühne der Vielfalt‘ vor einigen Tagen, bei der kubanische Musik den Mozart Saal regelrecht zum Beben brachte, spannt sich somit eine erfüllte Spielzeit, die nicht nur die Bandbreite unseres Hauses dokumentiert, sondern auch zeigt, wie Musik starke gemeinsame Emotionen stiften kann.“
Programmhighlights
FRATOPIA hat gute Gesellschaft bekommen: Auf die Neuauflage des kostenlos besuchbaren fünftägigen Festivals der Entdeckungen im September folgte mit den neuen Alte Oper Nights im Herbst ein ähnlich (welt)offenes Format. Und so ließen sich erst 43.800 Menschen auf das mit rund 250 Terminen noch einmal umfangreicher gewordene FRATOPIA-Programm ein, bevor sich im Oktober an zwei langen Abenden das Haus mit Menschen füllte, die sich auf ein urban geprägtes, mit Genregrenzen spielendes Programm einließen. Beides, das FRATOPIA-Festival und die Alte Oper Nights, werden fortgesetzt. Das kommende FRATOPIA-Festival findet vom 23. bis zum 27. September 2026 statt, die Alte Oper Nights werden kommende Spielzeit ausgedehnt auf drei aufeinanderfolgende Abende, vom 14. bis zum 16. Oktober 2026.
Einen Höhepunkt der Saison markierte im März dieses Jahres das dreitägige Festival „Driven by Music“, das dem Filmregisseur Wim Wenders anlässlich seines 80. Geburtstags gewidmet war. Film, Live-Musik und Gesprächsformate verbanden sich hier zu einem dichten Festivalerlebnis. Drei der filmischen Arbeiten Wenders’ waren dabei neu zu erleben – in jenem unmittelbaren Zusammenspiel mit Musik, wie es sein Werk seit jeher prägt. Ein besonderes Erlebnis für das Publikum war dabei die unmittelbare Begegnung mit Wim Wenders selbst: An allen drei Abenden war der Regisseur präsent und reflektierte auf dem Podium humorvoll und charismatisch seine Arbeit.
Mit dem erstmals ausgerichteten „Podium Zukunft“ holte die Alte Oper im April 2026 den musikalischen Nachwuchs auf die Bühne. Das erste internationale Jugendorchesterfestival in Frankfurt brachte junge Ensembles aus drei Kontinenten – darunter Brasilien und Südafrika – nach Frankfurt und füllte das Haus mit frischer Energie, künstlerischer Neugier und großer Spielfreude. Konzerte, Begegnungen und gemeinsame Projekte wie ein großer Flashmob auf dem Opernplatz sorgten nicht nur für ein begeistertes Publikum, sondern auch für neue Vernetzungen und Impulse über Ländergrenzen hinweg. Nach der erfolgreichen Premiere soll das Festival in zwei Jahren fortgesetzt werden.
Die Saison 2025/26 lebte nicht zuletzt von einer außergewöhnlichen Dichte hochkarätig besetzter Konzerte. Schon der Auftakt mit den Münchner Philharmonikern unter Lahav Shani und Lisa Batiashvili setzte ein starkes Zeichen, dem im Verlauf der Spielzeit Gastspiele von Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Wiener Philharmonikern und dem London Symphony Orchestra folgten. Solist wie Elisabeth Leonskaja, Igor Levit, Fazıl Say, Anastasia Kobekina und Evgeny Kissin prägten das Konzertgeschehen.
Im Jazz- und im Entertainmentbereich prägten Musiker wie Jazz-Residenzkünstler Jakob Manz, Nils Landgren, Ulrich Tukur und Herman van Veen die Spielzeit, zudem begeisterte das Musical „Pretty Woman“ zur Weihnachtszeit und Jahreswende die Menschen.
Eines der letzten Highlights der Spielzeit markierte der Abend der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Daniele Gatti mit dem Cellisten Gautier Capuçon: Die Alte Oper übertrug das Konzert aus dem Großen Saal live auf den Opernplatz, wo mehr als 4.500 Besucher kostenlos in den Musikgenuss kamen, eine Einladung der Alten Oper an die Menschen der Stadt, ermöglicht, wie so viele Konzerte, durch großzügige Unterstützung von Förderern und Sponsoren.