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Letzte Aktualisierung: 22.09.2021

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Als Privatpatient beim Arzt

Lücken in der gesetzlichen Krankenversicherung schließen

von Adolf Albus

(29.07.2021) In deutschen Arztpraxen erleben Patienten täglich die Grenzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): Eigenbeteiligungen, Zuzahlungen für Medikamente und Verbandmittel und die Kürzung vieler ärztlicher Leistungen gehören bei einem Arztbesuch zum Alltag. Doch die damit verbundenen Ausgaben lassen sich durch neuartige ambulante Zusatzversicherungen im Rahmen halten.

Viele Heil- und Hilfsmittel werden von den gesetzlichen Krankenkassen gar nicht oder nur teilweise übernommen. Das betrifft vor allem Patienten, die Wert auf Naturheilverfahren oder Behandlungen durch Heilpraktiker legen. Vorsorgeuntersuchungen der Augen wie die Augeninnendruck-Messung oder die Früherkennung des „Grünen Star“ werden von der GKV ebenfalls nicht übernommen und müssen als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL-Leistungen) selbst bezahlt werden. Auch die Lichttherapie zur Behandlung von Depressionen und die Akupunktur zur Vorbeugung von Migräne sind beispielsweise dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung zufolge sinnvoll, werden von den Krankenkassen aber nicht erstattet. Gerade jetzt, da auch Auslandsreisen endlich wieder möglich sind, reißen die dringend erforderlichen Reiseschutzimpfungen zusätzliche Löcher in die Geldbörsen der gesetzlich Versicherten.
 
Gesetzlich Krankenversicherte können diese Lücken durch eine Zusatzversicherung bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen schließen. „Während ein Vergleich ambulanter Zusatzversicherungen verschiedener Anbieter früher sehr mühsam war, gehen einige Versicherer seit Kurzem neue Wege“, sagt Philipp Köster, Krankenversicherungsexperte und Bezirksdirektor der Barmenia Versicherungen Frankfurt am Main. Die neuen Versicherungen kommen ohne seitenlanges Kleingedrucktes aus, worin die Leistungen bis ins Kleinste beschrieben werden. Stattdessen vereinbaren GKV-Versicherte mit dem Versicherungsunternehmen ein jährliches Budget, das sie nach eigenem Ermessen für solche Leistungen einsetzen, die ihre gesetzliche Krankenkasse nicht übernimmt. Der Versicherte wird dann genauso behandelt wie ein Privatpatient und hat so Zugang zum vollen Leistungsspektrum der modernen Medizin: zu Naturheilverfahren, Vorsorgeuntersuchungen und erforderlichen Impfungen für eine Auslands- oder Urlaubsreise.