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Letzte Aktualisierung: 18.01.2021

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Betriebsärzte bieten Unterstützung bei Covid-19-Impfungen an

von Dr. Thomas Nesseler

(30.12.2020) Die Unterstützung von Betriebsärzten bei den bald beginnenden und großflächig angelegten Impfungen gegen das SARS-CoV-2-Virus haben die beiden arbeitsmedizinischen Verbände, die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) sowie der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) in einem an die politisch verantwortlichen Akteure im Bundestag, in der Bundesregierung sowie in den Regierungen der Bundesländer versendeten Brief angeboten.

In ihrem Schreiben verweisen die Präsidenten von DGAUM und VDBW, Professor Dr. med. Hans Drexler und Dr. med. Wolfgang Panter, darauf, dass die anstehenden COVID-19-Impfungen im Rahmen der Nationalen Impfstrategie für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung darstellen und eine abgestimmte, arbeitsteilige Koordination aller im Gesundheitswesen beteiligten Institutionen erfordern. Hier stehen die Betriebsärztärzte für die Beschäftigten der von ihnen betreuten Betriebe für die Durchführung der COVID-19-Impfkampagne zur Verfügung. In der ersten Impfphase betrifft dies vorrangig die Betriebsärzte im Bereich des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege.

Durch die Nutzung der bereits vorhandenen betriebsärztlichen Strukturen in den Unternehmen ist nach Ansicht von DGAUM und VDBW eine Entlastung der regionalen Impfzentren möglich und die Durchimpfung der Beschäftigten könne erheblich beschleunigt werden. Zudem stärke die Impfung am Arbeitsplatz die Impfbereitschaft, da den zu impfenden Beschäftigten die Impfung an dem Ort angeboten werde, an dem dieser ohnehin bereits tätig sei. Lange Wege und Wartezeiten würden vermieden. Außerdem werd an nicht wenigen Arbeitsorten, an denen prioritär Impfungen durchgeführt werden müssen, etwa in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder auch in einigen Einrichtungen der Daseinsvorsorge, die sachgerechte Lagerung von Impfstoffen möglich sein, so dass ein aufwändiger Transport der Impfstoffe hier unterbleiben könne.

„Nicht zu vergessen ist, dass Betriebsärzte einen guten Zugang zu den Beschäftigten haben und über eine hohe Akzeptanz sowie Detailkenntnisse über die sehr unterschiedlichen Arbeitsabläufe in Betrieben und Unternehmen verfügen“, heißt es weiter. „Darüber hinaus haben sie langjährige Erfahrungen mit Impfungen, der Organisation, der individuellen Beratung, der Applikation und der längerfristigen Nachbetreuung mit Impferfolgskontrollen oder möglichen Nebenwirkungen.“

Die über 12.000 Betriebsärztinnen und -ärzte kennen nicht nur die unterschiedlichen tätigkeitsspezifischen Gefährdungen am Arbeitsplatz sowie die besonders schutzbedürftigen Beschäftigten. Durch bereits bestehende betriebliche Strukturen haben sie außerdem einen unkomplizierten Zugang sowohl zu den Beschäftigten, zu Arbeitgebern und zu Interessenvertretungen in den Betrieben und Unternehmen.

Die Beteiligung von Betriebsärzten bedarf nach Ansicht der Präsidenten von DGAUM und VDBW einer Abstimmung mit den Impfzentren, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst sowie den Unternehmen. Die Beteiligung der Betriebsärzteschaft in Phase I basiere auf dem Infektionsschutzgesetz und liege daher außerhalb der betriebsärztlichen Einsatzzeiten nach den berufsgenossenschaftlichen Vorschriften. Deshalb seien haftungsrechtliche Fragen zu klären sowie eine Vereinbarung über die Vergütung zu treffen.