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Letzte Aktualisierung: 15.07.2024

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Aktuelle Sonderausstellungen im Archäologischen Museum verlängert

von Ilse Romahn

(05.07.2024) Die zunächst in der Kaiserpfalz franconofurd installierte Präsentation „18. März 1944 – Zerstörung eines Museums“ ist noch bis Sonntag, 22. September, im Archäologischen Museum zu sehen, nun aber in der ehemaligen Karmeliterklosterkirche.

Die Sonderausstellung „AUSGESCHLOSSEN. Archäologie der NS-Zwangslager“ wird aufgrund des großen Erfolgs ebenfalls verlängert und kann bis 1. Dezember im Archäologischen Museum besucht werden. In der Kaiserpfalz franconofurd bleibt auch während des franconofurd Sommers weiterhin die Präsentation „Spuren der Steine – Skulpturen von Friedhelm Welge“ ausgestellt.
 
Bei dem Luftangriff der britischen Royal Air Force auf Frankfurt am 18. März 1944 wurde das Dominikanerkloster, in dem seit 1937 das „Museum für heimische Vor- und Frühgeschichte“ untergebracht war, fast vollständig zerstört.

In der Präsentation „18. März 1944 – Zerstörung eines Museums“, die bislang in der Kaiserpfalz franconofurd gezeigt wurde, wird die Geschichte des Museums, die Auswirkungen der kriegsbedingten Zerstörung, das Schicksal der Karmeliterkirche – heutiger Standort des Museums – und in Kooperation mit der hessenARCHÄOLOGIE die Archäologie des Luftkrieges vor.
 
In der Sonderausstellung „AUSGESCHLOSSEN. Archäologie der NS-Zwangslager“ erzählen archäologische Funde – zum Beispiel Kämme, Löffel, Essnäpfe und Stacheldraht – vom Leben und Überleben, aber auch vom Sterben in den nationalsozialistischen Zwangslagern. Seit den 1990er Jahren werden an ehemaligen Lagerstandorten in Berlin und Brandenburg archäologische Grabungen durchgeführt und massenweise Funde geborgen. Die Ausstellung „Ausgeschlossen. Archäologie der NS-Zwangslager“ zeigt viele dieser Dinge zum ersten Mal. Über 300 Objekte in sieben Kapiteln geben einen Einblick in das komplexe System der Zwangslager, in ihre archäologische Überlieferung sowie die Arbeit der zeithistorischen Archäologie.
 
Die Präsentation „Spuren der Steine“ umfasst Skulpturen von Friedhelm Welge in der Kaiserpfalz franconofurd. Es muss 1982 oder 1983 gewesen sein. Da traf Friedhelm Welge im Frankfurter Ostpark einen alten Mann, der 1938 nach dem Brand der Börneplatzsynagoge die Steine in den Park bringen musste. Welge war damals ein junger Bildhauer, der gerne mit Steinen arbeitete, die eine Geschichte in sich trugen. Ob die Steine wirklich von der Synagoge stammen, lässt sich bislang nicht eindeutig nachweisen. Sie inspirierten den Künstler jedoch zu vier eindrucksvollen Skulpturen, die forthin Zeugnis ablegen sollten vom Brand der Synagoge und vom unendlichem Leid, das damit in Frankfurt seinen Lauf nahm. Die Skulpturen sind weiterhin im Herzen der Altstadt, unweit der Judengasse, zu sehen. (ffm)