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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Aktionstag und Bürgerdialog am Mainkai: Nachhaltigkeitsziele in der Stadt

von Ilse Romahn

(22.06.2020) Stadt, Ernährung, Wasser, Mobilität, Klima, Energie und Nachhaltigkeit – dies waren am Mainkai immer donnerstags im Mai und Juni die Themen des „main Zukunftspavillions“ im Pop-Up Format, ein buntes Programm für Jung und Alt.

Der belebte Mainkai
Foto: Stadt Frankfurt / Umweltlernen in Frankfurt
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Am 18. Juni fand ab 15 Uhr am Mainkai die vorläufige Abschlussveranstaltung der Reihe „main Zukunftspavillon“ statt. Thema waren die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) und ihre Bedeutung für die Stadt Frankfurt. Auch für den 18. Juni hatten die Mitglieder des Netzwerks „Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt“ ein vielfältiges Programm zu den Themen der Nachhaltigkeit zusammengestellt.

Mit dabei waren: ADFC und VCD, BUND, Cradle to Cradle, Energiereferat Frankfurt, Engagement Global, FES, Ingenieure ohne Grenzen, Initiative „Baumstimme“, Mehrgenerationenhaus Gallus, Neufundland, Umweltlernen in Frankfurt und weitere Netzwerkakteure. Zu vier Themenbereichen gab es Informationen, Tipps und Ideen zum Ausprobieren. Das Thema „Konsum“ wurde für die Besucher durch die Aktionen Upcycling-Werkstatt Flaschentaschen, eine Recycling-Aktion und einen Turm aus Einweg-Kaffeebechern erlebbar gemacht. Zum Thema „Ernährung“ überraschte die Klimagourmet-Ausstellung mit Einblicken zu klimafreundlichem Essen, man konnte Bäumen eine Stimme geben und durch eine Pflanzenbörse zu einer grünen Stadt beitragen. Zum Thema „Klima und Energie“ konnten Interessierte CO2-flippern, rund um erneuerbare Energien experimentieren und Technik ausprobieren, die Kinder bauten Solarboote. Im Bereich „nachhaltige Stadt“ konnten die Besucher ihre Visionen zur Zukunft des Mainkais und zur nachhaltigen Entwicklung von Frankfurt skizzieren.

Um 18 Uhr versammelten sich Bürger, Mitglieder des Netzwerks und Vertreter der Stadt zu vier parallelen Gesprächsrunden unter freiem Himmel. Im Gesprächskreis „Öffentlicher Raum und Mobilität“ fand ein lebendiger Dialog statt. Dabei wurde deutlich, dass Bürger auf den neugewonnenen öffentlichen Raum am Mainkai nicht mehr verzichten wollen. Sie erwarten von der Stadtpolitik zumindest eine Verlängerung des Verkehrsversuchs um ein Jahr, um aufgrund valider Zahlen zur möglichen Verkehrsverlagerung in der Mainkai-Frage fundiert entscheiden zu können.

Im Gesprächskreis „Klima und Energie“ zeigte sich: Die Bürger wollen mehr Klimaschutz in der Stadt! Schon jetzt ist eine kleinräumige Verbesserung des Stadtklimas zu spüren, berichteten Anwohner wie auch Aktive aus der Urban-Gardening-Szene. Von der Frankfurter Klima-Allianz erwarten sowohl Bürger als auch Initiativen echte Fortschritte und sichtbare Resultate zum Klimaschutz, wie die kurzfristige Umstellung des Heizkraftwerks West von Kohle auf Gas.

Der Gesprächskreis „Konsum und Ernährung“ führte vor Augen, wie stark eine nachhaltige Entwicklung der Stadt auch vom individuellen Konsumverhalten abhängig ist. Hier sind mehr Information und starke Anreize für einen umweltfreundlichen Konsum erforderlich. Der Mainkai wurde als Grünraum einer „essbaren Stadt“ entworfen. Auch bei der Gesprächsrunde „Bildung und Stadt“ forderten beteiligte Bürger wie auch Bildungsinstitutionen ein stärkeres Engagement, mehr Aufklärung über Klimawandel und nachhaltige Entwicklung. In diesem Sinne geben öffentliche Veranstaltungen wie „main Zukunftspavillon“ auch politikfernen Gruppen Möglichkeiten des informellen Lernens – vor allem aber zur Teilhabe an gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen.

Von einigen Teilnehmern wurde gar ein am Mainkai dauerhaft installiertes Klimaschutzzentrum für Jung und Alt eingefordert. Mehr Mut und gestalterische Kraft sei vonnöten, dann werde ein Ort für nachhaltige Entwicklung „erst denkbar, dann machbar und zuletzt selbstverständlich“. Wäre ein als öffentlicher Raum erschlossener Mainkai nicht der richtige Ort für einen solchen „Zukunftspavillon“ im Herzen der Stadt?

Monika Krocke vom Verein Umweltlernen in Frankfurt koordiniert das Netzwerk Nachhaltigkeit lernen. Sie ist froh, dass die Veranstaltungsreihe zumindest im Pop-up-Format erfolgreich stattfinden konnte. „Die Besucherinnen und Besucher unserer Veranstaltungsreihe zeigten ein großes Interesse“, berichtet sie. „Die Kooperationspartner konnten trotz aller coronabedingten Widrigkeiten ihre Bildungsangebote zur nachhaltigen Entwicklung unterbreiten.“ Neben vielen Bewohnern der Innenstadt und Sachsenhausen spiegeln ihr viele Familien und Flanierende die Wertschätzung für den Mainkai wider, die das Areal für Spiel und Spaß, zum Spazieren, Radfahren und Picknicken nutzen.

Videoclips aus dem sechswöchigen Programm sind ab nächster Woche unter http://www.bne-frankfurt.de zu sehen. (ffm)