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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Abseits des Städtetrubels: Idyllische Kleinstädte in Arizona

von Ilse Romahn

(26.08.2020) Das pulsierende Leben der Metropolen Phoenix, Scottsdale oder Tucson ist aufregend und interessant, aber Arizona hat noch viel mehr zu bieten als den Trubel der Großstädte. Der Bundesstaat steckt voller kleinerer Ortschaften, die mit ihrem kleinstädtischem Charme Besucherherzen erobern und ihre ganz persönlichen Höhepunkte zu bieten haben.

Ajo-downtown square
Foto: Bill Perry
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Ob aufregende Touren durch eine Schneelandschaft oder Wanderung durch die romantischen Ponderosa-Kiefernwälder, Arizona steckt voller Überraschungen.   

Raus aus dem Valley, rein in die Fountain Hills
Nordöstlich von Phoenix liegt die malerische Stadt Fountain Hills. Zu ihrem Namen kam die Stadt aufgrund des riesigen Springbrunnen, der stündlich eine hundert Meter hohe Fontäne in die Luft schießt. Zu besonderen Anlässen wird das Wasser des seerosenförmige Brunnen, der im Zentrum des künstlich angelegten Fountain Lake steht, in eine andere Farbe getaucht. So schimmert das Wasser am St. Patricks Day beispielsweise smaragdgrün. In Fountain Hill gibt es noch weitere interessante Erlebnisse zu entdecken: Wie wäre es mit einem romantischen Ausritt auf einem Pferd entlang des Salt Rivers? Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann die verschiedenen Wanderwege um die Hills für ausgiebige Touren nutzen. Eine weitere besondere Art die Landschaft zu erkunden, bieten die wüstentauglichen-Segways.

Im Osten der Stadt bietet Desert Belle Cruises spannende Schiffstouren auf dem Saguaro Lake an, bei denen man die artenreiche Landschaft mit dutzenden Pflanzen und Tieren wie Rotluchse, Adler oder Maultierhirsche entdecken kann. Besonders malerisch wirkt Fountain Hill, wenn abends die Sonne untergeht und sich das Wasser aus dem Springbrunnen mit dem orange-rötlichen Ton des Himmels vermischt.  

Das facettenreiche Pinetop Lakeside in den Bergen
Auf 2.000 Metern Höhe, in den White Mountains von Arizona, thront die Stadt Pinetop-Lakeside. Über 300 Kilometerlange Wanderwege durch riesige Ponderosa-Kiefernwälder entlang zahlreicher Bäche und Seen machen diesen Ort zu einem Geheimtipp für Naturliebende. Von Angeln über Reiten oder Fahrradfahren bis hin zu Skifahren im Winter – die Region bietet das ganze Jahr über vielseitige Aktivitäten. Auch auf dem Wasser hört die Entdeckungstour nicht auf: Ob mit dem eigenen Kajak oder einem geliehenen vor Ort, der Rainbow Lake, Show Low Lake und viele andere Seen in der Umgebung bieten sich perfekt für eine spannende Spritztour an. Wer es eher gelassener angehen möchte, kann sich ein Tretboot vom Rainbow’s End Fishing Resort ausleihen und gemütlich über den See schippern. Ein absolutes Highlight in puncto Offroad bietet sich Besuchern in den Wintermonaten, wo man den Ort mit Schneemobilen erkunden kann. Der Schnee legt sich wie Puderzucker über die Ponderosa-Kiefernwälder und kreiert ein faszinierendes Winterwunderland – Und das mitten in Arizona! 

Eine alte Kupfermine wird zu einem blühenden Kunst-Zentrum: Ajo
Als ehemalige Kupferminenstadt ist Ajo, im Südwesten Arizonas, ein wahres Juwel unter den Kleinstädten und begeistert Besucher mit ihrem idyllischen Flair. Die Kupfermine New Cornelia gehörte früher zu den größten Minen der Welt und hat einen über einem Kilometer tiefen Krater hinterlassen. Wer mehr über die Historie erfahren möchte, kann das Bergwerk besuchen und in Geschichten alter Tage eintauchen. Zudem zieht es dutzende Künstler aus den unterschiedlichsten Regionen in die Stadt. Kein Wunder, denn Ajo glänzt mit beeindruckenden Wandgemälden, auch Murals genannt. Viele Gebäude sind mit den bunten und detailreichen Kunstwerken verziert, die jährlich beim Ajo Street Art Happening um weitere Gemälde ergänzt werden. So kann man sich hier berühmte Werke wie „Sonora“ von der Streetart-Künstlerin aus Barcelona, Harriet Wood oder „Spy Drones over Sonora“ vom lokalen Künstler Mike Baker anschauen. Auch abseits der Kunstszene hat die Kleinstadt so einiges zu bieten: Knapp zwölf Millionen Hektar unberührter Natur umranden den Ort und warten nur darauf erkundet zu werden. Wanderfreunde und Naturverbundene haben am Organ Pipe Cactus National Monument und Cabeza Pipe Cactus National Wildlife Refuge unzählige Wanderwege, die mit beeindruckenden Kakteen und Wildtieren wie Jackrabbits und vielen anderen aufwarten. 

Deutsche Einflüsse in der Kleinstadt Wickenburg
Diese Kleinstadt im Westen des Grand Canyon Staats hat ihren eher ungewöhnlichen Namen von dem deutschen Goldgräber, Henry Wickenburg, der ursprünglich aus Holsterhausen, in NordrheinWestfalen kam. Mit der Hoffnung auf reichlich Gold zu stoßen, hat er im 20. Jahrhundert die Vulture Mine entdeckt, wo er mit 340.000 Unzen Gold belohnt wurde. Noch heute kann man das Bergwerk besuchen. Umgeben von der unberührten Sonora-Wüste ist Wickenburg vor allem bei Naturverbunden beliebt. Die Trails rund um das Hassayampa Tal sind von verschiedenen Wildblumen, wie Kakteen und Büschen gesäumt und halten an vielen Ecken einzigartige Aussichten bereit. Besonders beliebt sind die Guest-Ranches wo Interessierte ihren Wunsch, einmal wie John Wayne die Wüste auf dem Ross zu durchqueren, verwirklichen können. In der historischen Innenstadt erwarten Gäste einen besonderen-Einblick in die Vergangenheit der Kleinstadt. Zahlreiche Kunstgalerien und Western-Shops nehmen Gäste mit auf eine Reise in den Wilden Westen. Im Desert Caballeros Western Museum können Interessierte sich tiefgründiger mit dem Thema auseinandersetzen.  

Auf den Spuren der Indianer in Winslow an der Route 66
Wer auf der Motherroad Route 66 unterwegs ist, kommt an Winslow nicht vorbei. Immer mehr Auto- und Motorradfahrer zieht es in den kultigen Ort, der noch immer voller indianischer Einflüsse steckt. Das La Posada, eines der berühmtesten Hotels in der Gegend, wurde von der Architektin Mary Jane Colter entworfen, die dafür bekannt war modernde Kunst mit indianischer Architektur zu kombinieren und einzigartige Bauten wie den Desert View Watchtower im Grand Canyon National Park zu kreieren. Der Eintritt in das historische Hotel wirkt wie ein Reise in eine andere Zeit. Eindrucksvolle Steinbögen, prächtige Gärten und Möbel aus Ponderosa-Kiefern geben dem Hotel einen unverkennbaren Charme, mit indianischen Elementen. In dem historischen Meisterwerk von Colt haben bereits viele Berühmtheiten wie Albert Einstein, John Wayne oder Franklin D. Roosevelt übernachtet und auch heute ist das Hotel ein absoluter Besuchermagnet. In der Nähe von Winslow befindet sich das McHood Park Clear Creek Reservoir, wo man mit dem Montainbike, zu Fuß oder per Paddelboot die Umgebung erkunden kann. Am Clear Creek Canyon liegt ein See, der von eindrucksvollen Felsformationen umrandet wird und als absoluter Geheimtipp unter den Einheimischen gilt. Die Aussicht auf die Berge kombiniert mit dem kristallklaren Wasser ergeben einen unvergleichlichen Anblick. 

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