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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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Abschlussveranstaltung Azubi-Digitalisierungsprojekt

von Ilse Romahn

(07.10.2021) Alle reden von Digitalisierung – Azubi-Teams aus drei hessischen Unternehmen haben nun die Sache selbst in die Hand genommen.

Am 4.10.2021 haben die Azubis die Ergebnisse ihrer in vier Monaten selbstständig geplanten und umgesetzten betrieblichen Digitalisierungsprojekte im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Haus der Wirtschaft in Frankfurt am Main präsentiert. Mit konkreten praktischen Lösungen haben sie so wichtige Beiträge zum Digitalisierungsprozess ihrer Unternehmen, der F. Hackländer GmbH, der Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH und dem Frankfurter Verein für soziale Heimstätten e.V. geleistet. Als Ergebnis der Projekte werden nun bspw. Ausbildungsunterlagen digital orts- und zeitunabhängig bereitgestellt, ein Lager digital gemanagt oder Dokumentenarchive digitalisiert.

Vor allem haben die Azubis gezeigt, dass Digitalisierung nicht immer teure Investitionen und externe Dienstleister braucht. „Ein bisschen waren wir selbst überrascht, was wir hier mit eigenen Mitteln umgesetzt haben. Wichtig war, dass wir einen klaren Zeitrahmen hatten, in dem wir regelmäßig am Thema arbeiten konnten“, resümiert Jan-Lucas Schneider, Industriemechaniker-Azubi der Verkehrsgesellschaft Frankfurt.

Diesen Rahmen bekamen die Azubis durch ihre Teilnahme am Projekt „DIGITALazubi plus“, das von der Forschungsstelle des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft in Kooperation mit den hessischen Industrie- und Handelskammern durchgeführt wird. Die Azubis werden in zwei Workshops und über passende Online-Tools mit nützlichen Hilfen für ihre Projektarbeit ausgestattet. Außerdem wird die Planung und Umsetzung ihrer Digitalisierungsprozesse mit Coachings vor Ort bzw. per Videoschalte begleitet.

„Uns ist wichtig, dass sich - in vorheriger Abstimmung mit den Unternehmen - die Azubis als Manager ihrer Projekte verstehen und dass ihnen auch zwei bis drei Stunden Arbeitszeit pro Woche dafür eingeräumt wird. So gelingt es, dass nützliche Digitalisierungslösungen entstehen. Außerdem entwickeln die Azubis durch ihre eigenständige und nicht immer einfache Arbeit an den Projekten wichtige Kompetenzen, die auch für künftige Aufgaben zur Verfügung stehen“, so Harald Parzinski, Koordinator des DIGITALazubi plus-Projektes. Florian Volke, Leiter der Ausbildungsberatung der IHK Frankfurt am Main, ergänzt: „Die IHK unterstützt dieses Projekt aus voller Überzeugung. Unsere Mitgliedsunternehmen erhalten hier eine Hilfestellung, um – trotz der aktuellen Corona-Herausforderungen – bei diesem wichtigen Thema ein Stück voranzukommen. Die Nutzung der digitalen Kompetenzen der Auszubildenden zur Offenlegung der Digitalisierungspotentiale im eigenen Unternehmen ist für uns nur logisch, benötigt aber auch eine gewisse Anleitung. Diese wird durch das Projekt hervorragend gegeben. Die Ergebnisse können wir heute sehen.“

Die Projektergebnisse überzeugten nicht nur die anwesenden Unternehmensvertretungen, sondern auch Dr. Ulrike Niedner-Kalthoff. Sie ist zuständige Referentin im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, das das Projekt finanziell unterstützt: „Was die Auszubildenden hier auf die Beine stellen, ist wirklich beeindruckend und beweist, wie wichtig unsere Fördermittel sind. Denn das Besondere an diesem Projekt ist, dass die Azubis nicht einfach nur abstrakt etwas über Digitalisierung lernen, sondern mit eigenen Ideen vorangehen und konkrete Veränderungen anstoßen, und am Ende profitiert auch der Betrieb selbst.“

Für interessierte hessische Unternehmen werden bis Ende 2022 weitere Teilnahmen ermöglicht – aktuell für die Region Wiesbaden.

Mehr Info: www.digitalazubi-hessen.de .