Abschied vom Struwwelpeter-Museum im Westend
Noch bis 31. März 2019 ist das Struwwelpeter-Museum am alten Standort in der Schubertstraße im Westend geöffnet
Foto: Struwwelpeter-Museum
Seit 1977 war das dem Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann und seinem Bilderbuchklassiker gewidmete Museum in der alten Villa in der Schubertstraße untergebracht. Viele Sonderausstellungen zu Themen der Kulturgeschichte und Kinderliteratur wurden gezeigt: Struwwelpeter traf Pinocchio, Max und Moritz und Märchenfiguren, es ging um Werbung, Haargeschichten oder die Revolution von 1848. An vielen Sonntagen fanden Puppentheater-Aufführungen statt. Zahllose Kinder feierten vergnügt einen Kindergeburtstag „beim Struwwelpeter“ – manche Eltern von Geburtstagskindern hatten als Kinder selbst im Museum gefeiert.
Die Tage in der etwas abgelegenen Schubertstraße sind gezählt. Ab April hat das Museum im Westend geschlossen, denn Struwwelpeter bereitet sich auf die Eroberung der neuen Frankfurter Altstadt vor. Natürlich zieht ganz viel Bewährtes aus dem alten ins neue Museum um. Ende August 2019 soll das einzige Museum zum weltbekannten Bilderbuch aus Frankfurt frisch und fröhlich in den beiden wunderschönen Esslinger-Häusern mit Blick auf den Hühnermarkt und einem tollen Museumsshop eröffnen.
Das Struwwelpeter-Museum, das zur frankfurter werkgemeinschaft e.V. gehört, bleibt auch der Arbeit für und mit psychisch beeinträchtigten Menschen verpflichtet. Als Inklusionseinrichtung mit Arbeitsplätzen für Menschen mit und ohne Behinderung will es die Akzeptanz, den Abbau von Vorurteilen und gesellschaftliche Eingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen aktiv fördern. Ganz im Sinne Heinrich Hoffmanns, dessen Lebensleistung die Reform der Psychiatrie im Frankfurt des 19. Jahrhundert war. Sein Werk markiert einen Anfangspunkt in den Bemühungen, psychisch erkrankten Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen.
Bis zum 31. März besteht nicht nur die letzte Gelegenheit zum Besuch der Dauerausstellung zu Heinrich Hoffmann und dem Struwwelpeter, sondern auch der fantasievollen Ausstellung Tsikara. Ein georgisches Märchen im Museum, die bereits mehrere Tausend Besucher bezaubert hat. Tsikara ist ein in Georgien berühmtes Märchen, das eine Künstlergruppe aus Tbilisi für das Struwwelpeter-Museum mit Illustrationen und Skulpturen poetisch inszeniert hat. Die Schau nimmt kleine wie große Besucher mit in die magische Welt des Märchens. Hier verwandeln sich ein Kamm in einen mächtigen Wald und ein Spiegel in ein tosendes Meer.
Struwwelpeter-Museum (Heinrich-Hoffmann-Museum), Schubertstraße 20, Frankfurt www.struwwelpeter-museum.de
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