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Ab sofort ist Carsharing in Kriftel möglich

Ab sofort ist es in Kriftel möglich, sich ein Auto für Erledigungen, Besuchsfahrten, Arzttermine oder Ähnliches auszuleihen und somit vielleicht sogar auf ein „Zweitauto“ zu verzichten:

Bürgermeister Christian Seitz und der Erste Beigeordnete, Franz Jirasek, präsentierten jetzt den Standplatz, an dem für die Krifteler Bürger ab sofort ein Carsharing-Fahrzeug zur Verfügung steht, sowie den neuen Ford Fiesta, der hier künftig auf Fahrer wartet. Den Standplatz direkt vor dem Rathaus stellt die Gemeinde dem Carsharing-Anbieter kostenfrei zur Verfügung.

„Hier wird das Fahrzeug gut wahrgenommen und es ist gut erreichbar für die Bürger“, findet Jirasek, der sich freut, mit Ilona und Peter Pittner aus Mühlheim am Main verlässliche Partner gefunden zu haben, die diesen Service zudem für einen äußerst günstigen Preis anbieten: Pro Stunde muss der Ausleiher 2,30 Euro bezahlen (zwischen 22 und 6 Uhr früh sind es sogar nur 1,50 Euro), 19 Cent Benzingeld pro gefahrenen Kilometer kommen dazu.

Die Anmeldung, Buchung und Abrechnung für das Carsharing-Angebot erfolgt über die Internet-Buchungsplattformen Ford-Carsharing oder über Flinkster der Deutschen Bahn AG direkt durch die Fahrzeugnutzer. Die Buchung ist auch über eine Smartphone App möglich. Nur die Ausgabe der Nutzerkarten (Kosten: einmalig 19 Euro) erfolgt als zusätzliche Serviceleistung vor Ort über das Bürgerbüro der Gemeinde Kriftel. Hier muss man einmalig Führerschein und Personalausweis vorlegen, eine Schufa-Abfrage wird gemacht und dann kann es schon 15 Minuten später losgehen.

 

Nur gute Erfahrungen

„Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, so Fordhändler Peter Pittner, der keine Bedenken hat, neue und ausnahmslos gut ausgestattete Nichtraucher-Fahrzeuge für das Carsharing zur Verfügung zu stellen. Er hat 2013 mit dem Carsharing-Angebot gestartet und verleiht mittlerweile 21 Fahrzeuge an 19 Standorten in elf Städten und Gemeinden. Vor allem wer regelmäßig fahre, behandele das Auto beinahe wie sein eigenes. Große Verschmutzungen, Unfälle oder Missbrauch kämen so gut wie nie vor. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird einfach gesperrt.

Mit seiner Chipkarte kann sich der Fahrer zur angemeldeten Zeit am Parkplatz einfinden. Mittels dieser werden durch den Bordcomputer unter der Windschutzscheibe des Carsharing-Fahrzeugs die Türen geöffnet. Der Schlüssel, mit dem das Fahrzeug gestartet wird, liegt im Handschuhfach. Die Betankung erfolgt über eine Tankkarte, die sich ebenfalls im Fahrzeug befindet und von jeder Markentankstelle akzeptiert wird. „Wir können dann im Nachhinein sehen, wie viele Stunden und Kilometer gefahren wurden, die Fahrer erhalten eine Rechnung und das Geld wird zwei Wochen später abgebucht“, erklärt Ilona Pittner. Bisher sei auch die Rückgabe der Autos immer termingerecht erfolgt, so dass der eventuell nachfolgende Kunde das Auto nutzen kann. „Wenn man merkt, man kann die Zeit zum Beispiel aufgrund von Stau nicht halten, sollte man dies bei der Hotline angeben. Die kümmert sich um ein Ersatzfahrzeug.“

 

Idee seit 2010 verfolgt

Die Gemeindevertretung hat bereits nach Beratungen im Planungsausschuss und im Haupt- und Finanzausschuss im Dezember 2010 den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Prüfung eines möglichen Carsharing-Angebotes am Krifteler Bahnhof angenommen. Danach sollten die Möglichkeiten zur Ansiedlung eines Carsharing-Angebotes am Bahnhof Kriftel eruiert werden, da entsprechende Angebote in einigen, vor allem größeren, Nachbarkommunen bereits existierten. Aufgrund der damaligen finanziellen Situation der Gemeinde und des vorliegenden Angebotes nur eines Carsharing-Anbieters wurde durch die Gemeindevertretung in der Sitzung am 3. November 2011 beschlossen, dies zunächst nicht weiter zu verfolgen.

„Zwischenzeitlich haben sich die Rahmenbedingungen für Carsharing-Angebote verändert“, so Jirasek. Durch die Verwaltung wurde ein Anbieter von kraftstoffbetriebenen Carsharing-Fahrzeugen recherchiert, der im Unterschied zu den bisher bekannten Anbietern keine finanzielle kommunale Beteiligung (Garantie Mindestumsatz, laufende monatliche Zuschüsse) zur Voraussetzung macht, sondern die Kosten vollständig über die Tarife der Fahrzeugnutzung abdeckt. Der Carsharing-Anbieter Pittner Mühlheim GmbH betreibt 16 Standorte in der Rhein-Main Region, unter anderem auch in Hattersheim.

„Uns ist es wichtig, in Sachen Mobilität und Umweltschutz weiter voran zu kommen“, so der Erste Beigeordnete. Das Angebot passe wie ein Puzzle in das Gesamtkonzept der Gemeinde, dass auch mit der Optimierung des Radverkehrs, mit Stromtankstellen und der Anschaffung eines E-Autos für eine bessere, umweltschonende Mobilitätsvernetzung eintritt.“ Carsharing sei ein wichtiges Zukunftsmodell. Kommt das Carsharing-Angebot an, sind weitere Standorte (zum Beispiel am Bahnhof) und eingesetzte Fahrzeuge denkbar.

Die ersten zehn Bürger, die sich registrieren, bekommen einen Guthaben-Gutschein von zehn Euro!

Infos unter: www.ford-carsharing.de bzw. www.flinkster.de abrufbar.