60 Jahre „Schöne Bücher“
Seit 60 Jahren zeichnet die Stiftung Buchkunst herausragende Beispiele der Buchgestaltung und Buchherstellung aus. Anlässlich ihres Jubiläums präsentiert das Museum Angewandte Kunst eine Auswahl von rund 90 prämierten Büchern aus sechs Jahrzehnten. Die Ausstellung „60 Jahre Schöne Bücher“ ist bis zum 1. November 2026 zu sehen und findet im Rahmen des World Design Capital Frankfurt RheinMain statt.
Die Ausstellung eröffnet einen besonderen Blick in das Archiv der Stiftung Buchkunst und macht sichtbar, wie eng Buchgestaltung mit den gestalterischen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer jeweiligen Zeit verbunden ist. Historische und zeitgenössische Werke zeigen die Vielfalt und Innovationskraft der vergangenen sechs Jahrzehnte. Form, Material, Typografie und Verarbeitung prägen dabei nicht nur die äußere Erscheinung, sondern auch den Charakter und die Wirkung eines Buches.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 zeichnet die Stiftung Buchkunst jährlich herausragende Bücher im Wettbewerb „Die Schönsten Deutschen Bücher“ aus. Die Jubiläumsausstellung blickt auf diese sechs Jahrzehnte zurück und zeigt zugleich die kontinuierliche Weiterentwicklung der Buchgestaltung. Die ausgewählten Werke spiegeln unterschiedliche ästhetische, soziale und technologische Entwicklungen wider und dokumentieren die kulturelle Bedeutung des Buches als gestaltetes Objekt.
Ein vielstimmiges Panorama der Buchgestaltung
Die Auswahl der Exponate erfolgte durch ein unabhängiges Kuratorium mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Buchgestaltung und Buchherstellung, Buchhandel, Literatur, Kunst, Fachbuch sowie Kinder- und Jugendbuch. Aus dem umfangreichen Archiv der Stiftung wurden exemplarische Titel ausgewählt, die unterschiedliche gestalterische Positionen und Entwicklungen sichtbar machen.
Bewusst entstand dabei keine kanonische „Best-of“-Liste, sondern ein vielstimmiges Panorama der Buchgestaltung aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Bücher erzählen nicht nur durch ihre Inhalte, sondern spiegeln zugleich den Zeitgeist und die technischen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Entstehungszeit wider.
Das Ausstellungskonzept des Stuttgarter Büros Studio Tillack Knöll setzt auf eine modulare Präsentation in eigens entwickelten Displays. Chronologisch angeordnet, ermöglichen sie einen Rundgang durch sechs Jahrzehnte Buchgestaltung. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die ausgestellten Bücher nicht nur zu betrachten, sondern auch in die Hand zu nehmen. So werden ihre gestalterischen, materiellen und handwerklichen Qualitäten unmittelbar erfahrbar.
Buchgestaltung im Wandel
Begleitend zur Ausstellung bietet ein Veranstaltungsprogramm Gespräche und Führungen, die historische Entwicklungen ebenso aufgreifen wie aktuelle und zukunftsweisende Fragen der Buchgestaltung. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Auswirkungen der Digitalisierung, nachhaltige Produktionsweisen und die Frage nach der Zukunft des Buches als kulturelles Medium.
„Seit 60 Jahren zeichnet die Stiftung Buchkunst Bücher aus, die in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung Maßstäbe setzen. Unsere Jubiläumsausstellung versammelt herausragende Beispiele aus sechs Jahrzehnten und macht sichtbar, wie eng Buchgestaltung mit gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen verbunden ist. Sie zeigt zugleich, dass gute Gestaltung zeitlos ist – und bis heute die Qualität und Wirkung eines Buches entscheidend prägt“, sagt Birte Kreft, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst.
Mit der Jubiläumsausstellung blickt die Stiftung Buchkunst auf sechs Jahrzehnte ihrer Arbeit zurück und richtet zugleich den Blick nach vorn: auf die fortwährende Bedeutung des Buches als gestaltetes Objekt und als kulturelles Medium im digitalen Zeitalter.
„Preis der Stiftung Buchkunst 2026“
Im Vorfeld der 78. Frankfurter Buchmesse, die vom 7. bis 11. Oktober stattfindet, wurde zudem der diesjährige „Preis der Stiftung Buchkunst“ vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung geht 2026 an „Was tun, wenn … – Kleine Hilfe bei großen Katastrophen“, illustriert und gestaltet von Laura Momo Aufderhaar und Verena Hochleitner und erschienen im kunstanstifter verlag, Mannheim.
Begleitveranstaltungen
30. September 2026, 18 Uhr
Museum Angewandte Kunst, Frankfurt
60 Jahre Stiftung Buchkunst – ein Rückblick
Wie hat sich die Stiftung Buchkunst seit ihrer Gründung 1966 entwickelt, und wie hat sich die Buchgestaltung im Laufe der Jahrzehnte verändert? Ausgehend von Exponaten der Ausstellung sprechen Uta Schneider, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst von 2000 bis 2012, und Ralf de Jong, Typografie-Professor an der Folkwang Universität der Künste, Essen, mit Birte Kreft, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, über die Geschichte der Stiftung, ihre Weiterentwicklung und die Bücher, die diesen Prozess geprägt haben. Ein offenes Gespräch über Gestaltung, Institutionen und die Geschichten, die Bücher erzählen.
14. Oktober 2026, 18.30 Uhr
Museum Angewandte Kunst, Frankfurt
Führung durch die Ausstellung mit Kuratoriumsmitglied Dr. Oliver Elser
Dr. Oliver Elser, Kuratoriumsmitglied der Ausstellung „60 Jahre Schöne Bücher“ und Kurator am Deutschen Architekturmuseum, gibt gemeinsam mit Birte Kreft, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, Einblicke in das Auswahlverfahren der Jubiläumsausstellung. Dabei berichten sie auch anekdotisch darüber, welche Titel für Elser persönliche Highlights waren und welche Bücher in der Auswahl nicht fehlen durften.
21. Oktober 2026, 18 Uhr
Museum Angewandte Kunst, Frankfurt
60 Jahre Stiftung Buchkunst – ein Ausblick
Welche Bedeutung hat Buchgestaltung heute – und welche Rolle wird sie in Zukunft spielen? Gemeinsam mit Florian Lamm (Lamm & Kirch, Leipzig) und Helene Hohmann (Absolventin der HfG Offenbach) sprechen Birte Kreft, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, und Jonas Deuter, Kurator der Ausstellung „On Display“ am Museum Angewandte Kunst, über aktuelle Entwicklungen, neue Herausforderungen und die Zukunft der Buchkultur im digitalen Zeitalter. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Perspektiven aus Gestaltung, Ausbildung und Institution sowie die Frage, wie sich Qualität und Buchgestaltung weiterdenken lassen.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Stadt Frankfurt am Main, die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, den AsKI e. V. sowie den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
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