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Letzte Aktualisierung: 16.08.2022

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50 Jahre Freizeitpark – 70 Jahre Kulturforum

10.000 Menschen feierten fröhlich und friedlich im Freizeitpark

von A. van de Loo/Gemeinde Kriftel

(22.07.2022) Es war warm, aber nicht zu warm. Die Sonne strahlte drei Tage lang, als wolle sie ihren Teil zum Gelingen des großen Krifteler Events beitragen und die Menschen besuchten nahezu alle Veranstaltungen im Freizeitpark so zahlreich und ausdauernd, dass das Bedürfnis, sich nach langen coronabedingten Einschränkungen unbeschwert zu treffen und zu feiern, greifbar war.

Das große Fest anlässlich zweier großer Jubiläen – 50 Jahre Freizeitpark und 70 Jahre Kulturforum – war von Freitag bis Sonntag bestens besucht. „Ich denke, jeder der 11.000 Krifteler war einmal da“, sagt Bürgermeister Christian Seitz und lacht. Das Orga-Team schätzt, dass in jedem Fall über 10.000 Menschen kamen. Allein schon an den Abenden mit Livekonzerten waren mehrere Tausend Personen zwischen den Getränke- und Imbissständen und vor der Bühne zu finden.

Das Schöne: Überall gute Laune. Und der Park präsentierte sich von seiner besten Seite: Festivalfeeling unter alten Bäumen mit guten Auftritten auf der beeindruckenden Profibühne – die Besucherinnen und Besucher, vom Kleinkind zum Senior und zur Seniorin, waren begeistert und machten dies in Gesprächen und auf Social Media deutlich. Viele äußerten sogar den Wunsch, jedes Jahr im Park zu feiern. Highlight war sicher auch das kurze Überraschungs-Feuerwerk am Samstagabend.

 

„Einfach Weltklasse“

Zum Abschluss des Festes am Sonntagabend zeigte sich das Orga-Team erschöpft, aber erleichtert und glücklich: Zum engsten Team mit „Daueranwesenheit“ gehörten Pasquale Fiore, Leiter Fachbereich Jugend, Soziales, Kultur, Katrin Scheurich, die Leiterin des Bürgerservices, Bürgermeister Christian Seitz, der Erste Beigeordnete Franz Jirasek, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Alexander Feist, Dr. Frank Fichert, Vorsitzender des Kulturforums, Sven Mukrasch, Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Michael Wipfler, Vorsitzender der Krifteler Kerbegesellschaft, und Bernd Reimann, Chef des Foto- und Filmclubs.„Zusammen mit den vielen, über 100 Ehrenamtlichen aus über 60 Vereinen und Verbänden, dem Team der Technik rund um Peter Heyel und Ralf Engler, den unermüdlichen Moderatoren Axel Lorth und Heike Wölfel und unseren Sponsoren ist es gelungen, tausende Menschen zu erfreuen. Alle werden das Parkfest noch lange als etwas ganz Besonderes in Erinnerung behalten. Nur in gutem Miteinander und dem Engagement jedes Einzelnen konnte dieses einzigartige Fest gelingen. Nach unserem Motto ‚Ohne Dich geht Kriftel nich‘ haben wir sehr vielen Menschen nach langer Zeit ein großes Geschenk gemacht und ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, zieht Bürgermeister Christian Seitz Bilanz. „Dafür möchten wir ein sehr herzliches Dankeschön sagen.“ Er hob auch den unermüdlichen Einsatz vom Außendienst, den Wasser- und Hausmeistern der Gemeinde hervor.

 

Autogramm auf dem Schuh

Das bunte Programm war groß und umfassend, die Bewirtung durch Heimat- und Festwagengesellschaft, Kerbegesellschaft, die Freiwillige Feuerwehr und Feuerwehrverein, den Gesangverein Liederkranz, die Eismanufaktur Breitwieser, aber auch am Thai-Stand ist bestens organisiert. Endlos lange Schlangen gab es nicht. Die Kerbeborsch schenkten Apfelwein vom Obsthof ins Gerippte und warben für die Kerb Ende September, am Stand des Lions Club Hattersheim-Kriftel konnte man Wein probieren. Unmöglich, alles und jeden zu nennen und hervorzuheben.

Also einige Streiflichter: Der Fanfarenzug und die Böllerschützen eröffneten das Wochenende. Am Freitagabend sorgte eine Abordnung aus dem Showspielhaus mit Auszügen aus dem Programm, mit Sketchen, lustigen Sprüchen und viel Gesang für viel Jubel und gute Laune. Danach heizte die beliebte Band DejaVu den Besucherinnen und Besuchern jeden Alters kräftig ein und lud zum Mitsingen und Mitspringen ein.

Die Boyband „DeBreaks“, bekannt aus „The Voice Kids“, lockten mit starken, professionellen Beats am Samstagmittag einen großen, vorwiegend jungen Fankreis an. Ein bisschen Michael Jackson, ein bisschen Fanta Vier, ein paar Pop-Klassiker. Eine Stunde „Super-Mucke“, die auch die Erwachsenen schwer beeindruckte. Nach dem Konzert gaben die jungen Musiker (Durchschnittsalter 11) neben der Bühne Autogramme. Henry, 11 Jahre alt, ließ sich diese auf seine Sneaker schreiben. Meistens waren es Mädchen, die sie haben wollten. Der Song „Holiday“ hat den meisten wohl am besten gefallen.

 

Tanz auf den Tischen

Julia und Leah (beide 23) sind die Freundinnen von zwei Musikern der Krifteler Band „Who To Be“, die im Anschluss die Bühne „rockten“. Sie jubelten mit dem Publikum mit wie auch Gaby Engler, deren Mann und deren beiden Söhne bei Who To Be spielen. Am Samstagabend überraschten Blechblos‘n aus Bayern: Die Leute standen auf den Tischen. Wer gedacht hatte, es gäbe bayerische Blasmusik hatte sich getäuscht. Es war eine Show. Die Vollprofis, die auch auf dem Oktoberfest für Stimmung sorgen, hatten alles von Andreas Gabalier bis hin zum Skandal Song „Layla“ drauf. Aber auch die so genannte Kleinkunst bekam ihren Platz im Park. Im erlauchten kleinen Kreis swingte der Saxophonist Horst Debnar-Daumler in bester und gekonnter Manier.

Den Festplatz teilten sich am Samstag die Krifteler Jugendfeuerwehr, die eine spannende Schauübung präsentierte, mit den Voltigieren des Krifteler Reit- und Fahrvereins, die Küren auf dem Holzpferd zeigten. Neun Einsatzfahrzeuge mit blinkendem Blaulicht wurden von Mitglieder Einsatzabteilung vorgestellt. Nebenan waren Oldtimer zu bewundern. Beim Schlendern durch den Park waren die Musiker des Incantare Akkordeonorchesters zu hören, Mitglieder des Foto- und Filmclubs hielten alle Ereignisse des Festes fest und fotografierten Festbesucher vor einer Vintage-Tapete. Das Kulturforum hatte für die kleinen Gäste das Kindertheater "Die Hempels - Musik von unterm Sofa" eingeladen. Auch ein „Vorlesen für Vorschulkinder“ wurde angeboten.

Am Sonntag eröffneten die evangelische und die katholische Kirchengemeinde den Festtag mit einem ökumenischen Gottesdienst auf der Bühne. Schüler und Lehrer der Musikschule zeigten im Anschluss auf der großen Bühne ihr Können. Das Musikforum präsentierte „Songs aus Musical, Film und Pop“, der Brass & Drum Corps des Krifteler Karneval Klubs begeisterte mit Sound und Show. Sing und Swing lautete das Motto auf der Bühne, als die Wiesbadener Big Band am Sonntagnachmittag Sommerhits anspielte. Natürlich waren auch die Chöre des Gesangverein Liederkranz mit von der Partie. Ab acht Uhr frühdurfte schon beim großen Flohmarkt der CDU auf dem Festplatz eifrig gefeilscht werden.

Die Vereinigung Krifteler Selbstständiger lud zur Schnitzeljagd durch den Park und der Vereinsring zu einer kleinen Wanderung ein. Die Redwings luden zur „Straßenversion Baseball“, Horst Raab erklärte Interessierten Petanque, man konnte mit Steffi Knies Waldbaden ausprobieren, sich über nachhaltiges Leben austauschen (Wandelgruppe), am Stand des Fördervereins der Lindenschule Hot dogs essen und Spiele spielen, mit der Kita Vogelnest Basteln, beim Kleintierzuchtverein über Insekten oder große Tiere sprechen, sich über Carsharing informieren (nahCar) oder Tipps von den Sicherheitsberatern für Senioren erhalten, wie man sich vor Betrug und Diebstahl schützt. Das Familienzentrum hatte einen Clown durch den Park geschickt, der auf Stelzen Luftballons zu Kunstwerken formte. Eltern informierten sich am Stand der DLRG über Schwimmkurse. „Maggus und Klaus aus dem Treppenhaus“ schlossen um 18 Uhr mit einem musikalisch-literarischen Vortrag das Festprogramm ab. Dann folgte nur noch der Dank an alle Helferinnen und Helfer, ohne die dieses Fest nie möglich gewesen wäre.

Eine Eiche als Zeichen für den Frieden

Ein symbolischer Akt war am Sonntag das Begießen einer neu gepflanzten Zerreiche im Park. Dazu begrüßten Bürgermeister Christian Seitz, der Erste Beigeordnete Franz Jirasek und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Alexander Feist, Vertreter der Partnerstädte Airlines/Frankreich und Pilawa Gorna/Polen, den Chef der Hessischen Staatskanzlei Axel Wintermeyer, den Bundestagsabgeordneten Norbert Altenkamp sowie den Europaabgeordneten Michael Gahler. Aus Airaines waren Bürgermeister Albert Noblesse und Erster Beigeordneter François Rouillard (der auch Geburtstag hatte) sowie die Vorsitzende des Airainer Partnerschaftsvereins Nathalie Cagny und aus Pilawa Gorna Dariusz Madejski, Vorsitzender der Gemeindevertretung, sowie Stanisław Pelczar, Mitglied des Parlaments, dabei.

„Diese Eiche soll ein wachsendes Symbol für Frieden und Freundschaft in Europa sein und vor dem Hintergrund des schrecklichen Krieges in der Ukraine in die Welt strahlen“, so Seitz. Daher wurde der Baum unweit des Mammutbaums gepflanzt, der 1981 als Symbol der Verschwisterung mit Airaines gesetzt worden war. Auch an das Geburtstagsfest der Gemeinde soll er erinnern. Gespendet wurde der „Friedensbaum“, der etwa 30 Meter hoch wird, von Baumpfleger Frank Bechstein.

Im Anschluss übergaben Ehrenbürger Bodo Knopf für den Gesangverein Liederkranz, Sven Mukrasch für den Feuerwehrverein der Freiwilligen Feuerwehr sowie die Schulleiterin der Weingartenschule, Elke Wetterau-Bein, großzügige Spendenschecks an den Förderkreis der Lindenschule für die Klasse mit Schülern aus der Ukraine, an den Spielkreis für ukrainische Kinder im Kitaalter in der Bleichstraße und an die Delegation aus Pilawa Gorna zur dortigen Versorgung der vielen ukrainischen Flüchtlinge.

896 Bäume

„Hier im Park stehen auf 12 Hektar Fläche 896 Bäume“, gab der Erste Beigeordnete den Gästen einen Einblick in Kriftels „Grüne Lunge“. Man sehe den Bäumen im Park den Stress durch den Klimawandel an. Die Zerreiche sei ein Baum, der Hitze und Trockenheit aber gut vertrage, so Jirasek. „Darauf muss man sich heute bei einer Bepflanzung öffentlicher Flächen einstellen“, betont er. „Leider sind viele Ahornbäume im Park von der Rußrindenkrankheit befallen. Diese ist unheilbar. Eine Fällung bei Befall unumgänglich“, bedauert er.

Fazit der Veranstaltung: „Das war Weltklasse. Kriftel ist eben nicht nur eine Gemeinde, sondern eine echte Gemeinschaft. Wir haben wieder gezeigt: Kriftel ist ein Gefühl“, betonen Seitz, Jirasek und Feist. Zum Gelingen beigetragen habe auch die Stimmung der Bürgerinnen und Bürger: Es blieb friedlich, es gab keine Beschwerden etwa wegen Lärmbelästigung und die meisten kamen wie empfohlen dann auch wirklich zu Fuß oder per Rad in den Park oder nahmen weitere Wege zum Auto in Kauf. „Unsere Hippos mussten erst am Sonntagmittag einige Strafzettel wegen zugeparkter Rettungswege schreiben. Bis dahin war die Parksituation rund um das Fest wirklich entspannt“, lobt der Erste Beigeordnete.