Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

Werbung

37-jähriger Betroffener: "Parkinson ist keine Altersfrage!"

von pm/ots

(21.09.2022) Sie wird mit greisen, alten Menschen in Verbindung gebracht - dabei kann die altertümlich als "Schüttellähmung" bezeichnete Parkinson-Erkrankung prinzipiell jeden treffen, unabhängig des Alters. Auf diesen Umstand möchte der Konstanzer Journalist Dennis Riehle hinweisen, der mit 31 Jahren an dieser hypokinetisch-rigiden Störung erkrankte.

Heute, sechs Jahre nach der ersten Verdachtsdiagnose, ist sie bei ihm vollständig ausgebrochen: "Das Krankheitsbild wird mit Zittern der Hände assoziiert. Daneben gehört ein ganzer Symptomenkomplex zum Parkinson - beispielsweise die wachsartige Muskelsteifigkeit und psychomotorische Verlangsamung".

Gerade die beiden letztgenannten Einschränkungen bereiten Riehle im Alltag große Probleme: "Resultierend daraus sind starke Schmerzen, eine verändertes Gangbild und kognitive Beeinträchtigungen vorherrschend, gleichermaßen habe ich autonome Funktionsstörungen wie Dystonie, eine Stimmstörung und Schwierigkeiten beim Schlucken", erklärt der Autor, der trotzdem ein positives Lebensgefühl ausstrahlt: "Man kann mit gut eingestellter Medikation durchaus versuchen, veränderte Grenzen anzunehmen und trotzdem das Beste aus dem Alltag zu machen".

Ihm sei es ein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, dass Parkinson mittlerweile zu einer Art Volkskrankheit aufgestiegen ist - und dennoch weiterhin viele Falschinformationen im Umlauf sind: "Mittlerweile hat sich die Forschung weiterentwickelt. Es gibt Ansätze, den Verlauf zu entschleunigen und gegen die Beschwerden vorzugehen", sagt der Selbsthilfegruppenleiter, dem es darum geht, Hoffnung zu verbreiten: "Zweifelsohne ist diese Erkrankung kein Zuckerschlecken. Wenn ich allein daran denke, welche Auswirkungen die Halluzinationen, die Koordinationsstörungen und die stets erhöhte Ruhespannung des Körpers mit sich bringen, ist das durchaus belastend", erklärt er - fügt aber an: "Ich bin nach vielen Jahren Odyssee zwischen Ärzten und Kliniken froh, endlich eine Diagnose zu haben. Das erleichtert den Umgang, statt ständig im Ungewissen zu sein. Nun kann ich mich auf ein gutes Stück Gottvertrauen verlassen", so Riehle abschließend.