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Letzte Aktualisierung: 18.05.2022

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30 Jahre Literaturhaus Frankfurt am Main

von Ilse Romahn

(29.04.2022) „Nichts ist widerlicher als eine sogenannte Dichterlesung.“ So, in weiß auf schrillem Pink, plakatierte das Literaturhaus Frankfurt am Main vor einigen Jahren. Ein Zitat aus Thomas Bernhards „Alte Meister“ warb im Frankfurter Stadtzentrum für eben dieses Objekt der angeblichen Abscheu: die Lesung.

Als ein zentrales Organ der Literaturvermittlung gilt das Literaturhaus Frankfurt bereits seit über 30 Jahren; seit der Eröffnung im Januar 1991 ist es der Ort in Frankfurt für die Begegnung und Auseinandersetzung mit den Literaturen, Künsten, Medien und Wissenschaften unserer Gegenwart.
 
„Eine der bedeutendsten Kulturstätten Frankfurts feiert Jubiläum: Seit nunmehr 30 Jahren begeistert uns das Literaturhaus Frankfurt für das geschriebene und gelesene Wort“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig. „Mit seinen vielfältigen Begegnungs- und Vermittlungsangeboten fördert es den Dialog zwischen allen Teilgruppen unserer Stadtgesellschaft und prägt unsere demokratisch-pluralistische Debattenkultur im besten Sinne. Diesen Weg gilt es so erfolgreich wie bisher weiterzugehen. Alles Gute dafür.“
 
Unter dem Motto „30 Jahre Literaturhaus Frankfurt“ lädt das achtköpfige Team des Literaturhauses zwischen Mai und Juli das weit über Frankfurt hinausreichende Publikum, die Frankfurterinnen und Frankfurter selbst, die Mitglieder, Partner, Förderer, die Wegbereiter und -begleiter, die Autorinnen und Autoren, Pressevertreter, Verlagskollegen sowie Freunde zum Jubiläumsprogramm ein. In ausgesuchten Veranstaltungen mit Philip Waechter, Fatma Aydemir, Petra Gerster und Christian Nürnberger, den Lyrikerinnen Simone Lappert, Katrin Pitz und Judith Zander, Andreas Steinhöfel und Melanie Garanin sowie Verena Auffermann spiegelt sich die programmatische Vielfalt wider, die das Haus auszeichnet: ob Kinder- oder Sachbuch, Roman oder Lyrik, ob Wohnzimmerlesung oder Jubiläumsflussfahrt.
 
Dass Dichterlesungen boomen, dass die Institution „Literaturhaus“ seit ihrer Gründung Mitte der 80er Jahre zu einem Markennamen und europäischen Exportschlager geworden ist, ist auch dem Literaturhaus Frankfurt zu verdanken – einem wichtigen Ort der Literaturvermittlung, regional und überregional. Die von Hartwig hervorgehobenen „vielfältigen Vermittlungsangebote“ zeigen sich unter anderem in dem Pilotprojekt „Literatur ein Einfacher Sprache“, dem Festival für kulturelle Diversität „Wir sind hier.“, der literaturbasierten Intervention „Shared Reading“ oder dem „Kolleg Schöne Aussicht“, dem Literaturhaus für Lehrerinnen und Lehrer. (ffm)