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Letzte Aktualisierung: 18.11.2019

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30 Jahre gemeinsam im Katastrophenschutz für Frankfurt

Arbeitsgemeinschaft der Frankfurter Hilfsorganisationen (AGFH) feiert Jubiläum

von Ilse Romahn

(28.10.2019) Ob die Hochwasser 1995 oder 2003, die Flüchtlingswelle, große Bombenentschärfungen – bei diesen Herausforderungen für Frankfurt zeigte sich immer, wie gut die Idee „AGFH“ war.

Regelmäßig üben die Hilfsorganisationen gemeinsam
Foto: Stadt Frankfurt / Feuerwehr
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Jürgen Maier, seinerzeit Chef des Technischen Hilfswerks in Frankfurt (THW), hatte sie vor 30 Jahren: Statt in gefühlter Konkurrenz arbeiten die Frankfurter Hilfsorganisationen seither Hand in Hand.

Alle vier Sanitätsorganisationen – Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter Unfallhilfe (JUH), Malteser Hilfsdienst (MHD), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) – die freiwilligen Feuerwehren, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), das Technische Hilfswerk (THW), die Rettungshundestaffel und die Frankfurter Berufsfeuerwehr, das heißt alle maßgeblichen Organisationen des Katastrophenschutzes in Frankfurt am Main sind in der AGFH, der Arbeitsgemeinschaft der Frankfurter Hilfsorganisationen, zusammengeschlossen. „Das sind neben den hauptamtlichen Einsatzkräften allein mehr als 3000 ehrenamtliche Helfer, die für die Sicherheit unserer Stadt, aller Bürgerinnen und Bürger und der zahlreichen ansässigen Unternehmen einen grundlegenden und nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten“, erklärte Sicherheitsdezernent Markus Frank und Schirmherr der Jubiläumsfeier. „Dieser fruchtbare Zusammenschluss von Rettungskräften ist auch nach 30 Jahren auf kommunaler Ebene noch beispiellos in Deutschland. Darauf können wir als Stadt stolz sein.“

Die Hilfsorganisationen üben regelmäßig die reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall in gemeinsamen Katastrophenschutz-Übungen etwa der Frankopia, die einmal jährlich im Osthafen stattfindet. Die Organisationen trainieren bestimmte Einsatzszenarien im Feuerwehr- und Rettungs-Trainings-Center (FRTC) der Frankfurter Feuerwehr. Bei großen „Lagen“, wie es im Fachjargon heißt, sind alle Organisationen auch im Führungsstab vertreten, tausende Ehrenamtler arbeiten koordiniert im Einsatz zusammen: Sie stellen Logistik und Personal für Transporte, organisieren Betreuungseinrichtungen – je nachdem was die Situation verlangt. Die Spitzen der Frankfurter Hilfsorganisationen treffen sich darüber hinaus regelmäßig zur Abstimmung. Nicht zuletzt wirkt die AGFH seit ihrer Gründung auch immer wieder in die Stadtpolitik hinein und ist Sprachrohr für die Hilfsorganisationen auf Landesebene.

Nachdrücklich argumentierte die AGFH zum Beispiel für ein gut ausgestattetes Aus- und Fortbildungszentrum in Frankfurt – für das sich die Stadt mit dem FRTC dann auch entschied. Zuletzt war die AGFH etwa in die Beratungen zur Änderung des Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes im Jahr 2018 einbezogen und setzte sich dafür ein, dass ehrenamtliche Kräfte dort stärker Berücksichtigung finden. „Der Gedanke ist immer: Wie kann der Katastrophenschutz für Frankfurt und damit der Schutz unserer Bürger verbessert werden?“, betonte Jürgen Maier, Gründervater und langjähriger Vorsitzender der AGFH.

Der mittlerweile 77-jährige erhielt im Rahmen der Feier den hessischen Verdienstorden für seinen unermüdlichen und immer auch sehr persönlichen Einsatz. „Jürgen Maier hat aus seinem dringenden Wunsch, dass die Hilfsorganisationen gut an ihrem gemeinsamen Ziel Zusammenarbeiten, eine Institution gemacht, die AGFH“, sagte anerkennend Boris Rhein, der als Präsident des Landtags die ranghohe Auszeichnung übergab. Den Ehrenbrief des Landes bekam Joachim Kreuzer vom DRK übergeben. Auch er engagiert sich seit vielen Jahren für die AGFH.

Die Jubiläumsfeier mit etwa 100 Gästen fand im Brandschutzzentrum in Eckenheim statt. Auch Karl-Heinz Frank, der Direktor der Branddirektion, betonte die stets gute Zusammenarbeit innerhalb der AGFH: „Die organisationsübergreifende Kooperation ist der Grundstein erfolgreicher Einsätze. Die Tatsache, dass sich alle Organisationen kennen und schätzen, hat gerade bei großen Lagen wie den Hochwassern, der Flüchtlingswelle oder aufwändigen Evakuierungen im Zusammenhang mit Bombenentschärfungen einen entscheidenden Unterschied gemacht.“

Maiers größter Wunsch ist, dass die AGFH und ihre erfolgreiche Arbeit weiter bestehen bleiben. Nicht zuletzt hängt das natürlich davon ab, ob auch weiter viele Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich in Hilfsorganisationen zu engagieren. Nicht ohne Humor warb er beim Jubiläum für die spannenden Möglichkeiten, ob beim THW, bei der freiwilligen Feuerwehr oder den Rettungsdiensten – und natürlich auch für die AGFH: „Zusammen sind wir die größte Frankfurter Bürgerinitiative. Zumindest die größte FÜR etwas: Den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt am Main.“ (ffm)