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Letzte Aktualisierung: 29.09.2023

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3 Entwürfe für die städtischen Bühnen stehen nun zur Wahl

Kulturdezernentin Dr. Hartwig für schnelle Entscheidung

von Karl-Heinz Stier

(24.02.2023) Die bestehende Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz ist in jeder Hinsicht am Ende ihres Lebenszyklus angelangt. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Seit 15 Jahren setzen sich Gutachter, Wissenschaftler und Planer bereits mit der baulichen Zukunft der Städtischen Bühnen auseinander. Bis jetzt sind mindestens über 10 Millionen Euro für Planungsmittel ausgegeben worden – nicht eingerechnet die erforderlichen Personalausgaben.

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Berichterstatter der neuen Untersuchungen waren: Dr. Mathias Hölzinger von der Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“ und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Entwurf Neubau "Spiegel-Variante“: Vorteile einer Doppelanlage durch die große Nähe beider Spielstätten von Oper und Schauspiel zueinander: Es entstehen 1.200 qm neue Frei- und Grünflächen.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zwischenzeitlich sind die in die Jahre gekommenen Bauteile und technische Anlagen sanierungsbedürftig, und zwischenzeitlich ist eine Erneuerung, insbesondere von verschiedenen haus- und bühnentechnischen Anlagen, nicht mehr möglich, weil keine Ersatzteile mehr zur Verfügung stehen.

Nunmehr liegt wieder eine Vorlage des Magistrats auf den Beratungstischen des Parlaments. Ergänzt über 60 Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsaspekte, Denkmalfragen sowie konkrete Auswirkungen der verschiedenen Neubau-Varianten auf die Wallanlagen. „Auf Grundlage des vorliegenden Abschlussberichtes der Stabsstelle  „Zukunft der Städtischen Bühnen“ kann die Entscheidung über die Städtischen Bühnen zeitnah getroffen werden. Die fachlichen Grundlagen hierfür liegen nun vor. Dies ist ein Bekenntnis zur zukunftsgerechten, lebenswerten und attraktiven Innenstadt, und es ist eine Jahrhundertchance für Frankfurt. Mit dem Neubau von Oper und Schauspiel muss es uns gelingen, zu einer ökologisch nachhaltigen Innenstadtentwicklung beizutragen“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig. Sie erinnerte daran, dass die Oper bereits zum sechsten Mal zum Opernhaus des Jahres gekürt wurde.

Für die neuen Untersuchungen wurden erneut zahlreiche renommierte Gutachter, Wissenschaftler und Sachverständige hinzugezogen. Stabsstellenleiter Dr. Mathias Hölzinger: „Bei unseren Aufträgen und Investitionen haben wir stets die kommenden Projektschritte im Fokus gehabt. Alle Ergebnisse müssen auch künftig effektiv nutzbar sein.“

Bei dem Abschlussbericht wurden folgende Varianten geprüft:
- Die „Spiegel-Variante“ sähe die Oper am Willy-Brandt-Platz und das Schauspiel in den Wallanlagen direkt gegenüber.
- Bei der „Kulturmeile“ entstünde eines der Häuser an der Neuen Mainzer Straße, das Schauspiel oder die Oper bliebe am Willy-Brandt-Platz.
- Bei der dritten Variante wäre ein Neubau der Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz vorgesehen.

Die umfassenden Untersuchungen erfolgten in den Rubriken Ökologie, Ökonomie, Soziokultur sowie Funktionalität und Technik. Herausgestellt hat sich unter anderem, dass hinsichtlich ökologischer Gesichtspunkte nur bei den Varianten „Kulturmeile“ und „Spiegel-Variante“ ein Zugewinn an neuen Grünflächen erreicht werden würde und gute bis sehr gute Gestaltungspotentiale für eine neue biologische Vielfalt sowie Baumpflanzungen entstünden. Zudem zeige sich, dass die Sparte Tanz nur bei der „Kulturmeile“ und die „Spiegel-Variante“ abzubilden ist. Gleiches gilt für die Werkstätten und Probebühnen.

Hinsichtlich der Rubrik Soziokultur hat sich in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege ergeben, dass der denkmalgeschützte Foyerbau nur zu einem geringen Teil und mit hohem Aufwand erhalten werden kann. Mit den Denkmalbehörden ist vereinbart worden, eine tragbare Lösung im Rahmen des Architekturwettbewerbs zu finden.

Der Bericht wird nun den Stadtverordneten möglichst bald zur Entscheidung vorgelegt.