25 Jahre Hilfenetz Unterliederbach: Nachbarschaftshilfe mit Modellcharakter
Das Hilfenetz Unterliederbach blickt auf 25 Jahre Tätigkeit im Stadtteil zurück. Die Kooperation zwischen der Caritas Frankfurt und der katholischen Gemeinde St. Johannes Apostel begann im Oktober 2000 als Vermittlungsstelle für Alltagshilfen und hat sich seither zu einem festen Bestandteil der sozialen Infrastruktur entwickelt.
Foto: Caritasverband Frankfurt e.V.
Die Wurzeln reichen bis in die 1970er Jahre zurück, als die „Spiel- und Lernstube“ für Kinder aus der Siedlung Engelsruhe entstand. In den Folgejahren wurden Angebote wie Gemeinwesenarbeit und ehrenamtliche Sozialberatung aufgebaut. Das Ziel: Unterstützung für ältere Menschen und zugleich Zuverdienstmöglichkeiten für Personen mit geringem Einkommen.
Ein besonderer Aspekt des Hilfenetzes ist seine verbindende Wirkung im Stadtteil. Die Königsteiner Straße galt lange als soziale Trennlinie. Das Hilfenetz setzte gezielt auf Helfer aus dem östlichen Teil Unterliederbachs, häufig mit Migrationshintergrund, und förderte so den Austausch über konfessionelle und kulturelle Grenzen hinweg. Heute arbeitet die Einrichtung auch mit der Diakonie zusammen und steht allen Bürgern offen.
Aktuell betreut das Hilfenetz rund 90 Kunden mit etwa 60 aktiven Helfern. Die Leistungen umfassen Haushalts- und Gartenarbeiten, Einkaufsdienste sowie Begleitungen zu Arztterminen. Die Helfer erhalten eine steuerfreie Vergütung, begrenzt auf 3.000 Euro jährlich. Die Barauszahlung ist ein bewusst gewählter Service, der insbesondere Menschen ohne eigenes Konto zugutekommt.
Neben der praktischen Hilfe bietet das Hilfenetz auch soziale Sicherheit. Bei Auffälligkeiten – etwa wenn ein Kunde nicht angetroffen wird – erfolgt eine direkte Rückmeldung. So entsteht ein niedrigschwelliges System der sozialen Kontrolle, das insbesondere alleinlebenden Senioren zugutekommt.
Seit 2012 liegt die Verwaltung vollständig bei der Caritas, was die ehrenamtlichen Strukturen entlastet. Das Modell Unterliederbach diente als Vorlage für weitere Hilfenetze in Frankfurt, etwa in Goldstein-Schwanheim und Sachsenhausen.
Nach einem Vierteljahrhundert zeigt sich: Das Hilfenetz Unterliederbach ist ein Beispiel für gelungene Nachbarschaftshilfe, die soziale Barrieren abbaut und lokale Gemeinschaft stärkt.
Weitere Artikel aus der Kategorie: