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Letzte Aktualisierung: 09.12.2019

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2,35 Millionen Euro für elektrische Müllfahrzeuge bei FES

Bundesverkehrsministerium überreicht FES höchsten Förderbescheid der Firmengeschichte

von Ilse Romahn

(03.12.2019) Am Montag, 2. Dezember, hat die FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH vom Bundesverkehrsministerium 2,35 Millionen Euro Fördermittel zum Kauf von fünf vollelektrischen Müllfahrzeugen bewilligt bekommen.

Übergabe Förderbescheid für vollelektrische Müllfahrzeuge mit Benjamin Scheffler, Jürgen Papajewski, Rosemarie Heilig, Erich Kielhorn und Dirk Remmert
Foto: Stadt Frankfurt / FES
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 Es handelt sich um die mit Abstand höchste Einzelförderung in der Geschichte von FES. Der Betrag entspricht 90 Prozent der erwarteten Mehrkosten beim Kauf der Fahrzeuge und ist zugleich die maximale Förderquote, die das „Sofortprogramm Saubere Luft 2017-20“ der Bundesregierung und die damit verknüpfte „Förderrichtlinie Elektromobilität“ ermöglicht.

Die Urkunde mit Förderbescheid wurde feierlich an Umweltdezernentin und FES-Aufsichtsratsvorsitzende Rosemarie Heilig sowie die FES-Geschäftsführer Benjamin Scheffler und Dirk Remmert übergeben. Anlässlich der Übergabe sagte Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Wir brauchen endlich mehr saubere Fahrzeuge auf unseren Straßen. Gerade die kommunalen Flotten können hier vorangehen. Diese vollelektrischen Müllfahrzeuge stehen für bessere Luft in Frankfurt am Main.“

Umweltdezernentin Heilig sprach von einem „vorgezogenen Weihnachtsgeschenk für die Umwelt“. Und weiter: „Die ganze Stadt ist gefordert, Schadstoffe zu reduzieren und den Klimawandel zu stoppen. Dem Entsorgungsunternehmen FES kommt bei der Erreichung der Klimaziele der Stadt Frankfurt eine besondere Rolle zu. Das Unternehmen hat mit rund 750 Fahrzeugen einen sehr großen Fuhrpark und beschäftigt sich zudem seit der Gründung vor über 20 Jahren mit alternativen Antrieben.“

Der FES-Fuhrpark umfasst aktuell 16 Elektro-Personewagen und vier Elektro-Nutzfahrzeuge. Als Infrastruktur hat das Unternehmen 15 Schnellladestationen errichtet, davon sind sechs öffentlich zugänglich. Stadträtin Heilig fügte hinzu: „Was wir aber auch dringend brauchen, ist die Bereitschaft der Automobilindustrie, sich auf den Klimawandel einzustellen und die Technik auf Wasserstoff oder E-Mobilität umzustellen, damit wir die Fahrzeuge an den Start bekommen.“

FES-Geschäftsführer Scheffler sagte, das Unternehmen stehe nun vor richtungsweisenden Entscheidungen. „Wir denken über zwei Varianten nach. Zum einen prüfen wir, wie beantragt, den Kauf von fünf neuen Müllfahrzeugen. Die beiden Tests im vergangenen Jahr sind im Grundsatz positiv verlaufen und wir sind mit beiden Herstellern in Gesprächen. Da uns der Bescheid aber auch Spielraum lässt, haben wir errechnet, dass wir mit einer nachträglichen Umrüstung von gebrauchten Dieselfahrzeugen bis zu acht vollelektrische Müllfahrzeuge finanzieren könnten.“

Mit der zweiten Variante sammelt FES aktuell erste Erfahrungen: Ein Müllfahrzeug, ein Kehrsammelwagen und ein Tonnentausch-Wagen von FES sind derzeit bei einer Spezialwerkstatt zur Elektrifizierung. Auch diese Maßnahme ist zu 40 Prozent vom Verkehrsministerium gefördert. Allerdings hat der Dienstleister auf Nachfrage vor zu erwartenden Lieferengpässen bei den für Müllfahrzeuge erforderlichen Großbatterien gewarnt.

„In Deutschland gibt es im Moment drei Unternehmen, die mit der Elektrifizierung schwerer Lastwagen Erfahrung haben“, sagte Scheffler. „Wir haben alle drei um ihre Einschätzung gebeten, wie schnell sie liefern können. Die Antworten stehen noch aus.“ Ungeachtet dessen habe FES nun einige Hausaufgaben zu erledigen. Die Infrastruktur zum gleichzeitigen Aufladen von fünf oder mehr E-Müllfahrzeugen müsse erst noch geschaffen werden. „Weitere Investitionen sind dafür nötig“, sagte Scheffler.

Die grundsätzlichen Voraussetzungen seien jedoch gut. „Das wichtigste Depot unserer Müllfahrzeuge befindet sich in Heddernheim, wo mit dem Müllheizkraftwerk Frankfurt (MHKW) einer der großen Stromproduzenten Frankfurts direkt vor Ort ist. Eine sehr günstige Ausgangssituation, und wir werden alles daransetzen, das Projekt zu einem Erfolg zu führen.“ (ffm)