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Letzte Aktualisierung: 12.08.2020

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2019 noch mit positivem Ergebnis

Stadtwerke Frankfurt Holding sieht 2020 mit Sorge entgegen

von Karl-Heinz Stier

(06.07.2020) Nach Mitteilung des Aufsichtsratsvorsitzenden des Frankfurter Stadtwerke Konzerns, Oberbürgermeister Peter Feldmann, wird die Covid-19-Pandemie das Bilanz-Ergebnis 2020 deutlich eintrüben.

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Holding-Geschäftsbericht 2019
Foto: Karl-Heinz Stier
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Bei der Bilanzvorlage sprachen (v.l.n.r.): Geschäftsführer Peter Arnold, Aufsichtsratsvorsitzender OB Feldmann, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Thomas Wissgott.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Auch Peter Arnold, der als  Mainova-Vorstand fungiert und seit Mai 2020 neu im Amt als Geschäftsführer der Stadtwerke Frankfurt Holding(SWFH) fungiert, bestätigte diese Entwicklung. „Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus den ersten Monaten dieses Jahres werden sinkende Erlöse und deutlich niedrige Erträge aus den Beteiligungen das Gesamtergebnis 2020  stark beeinflussen. Hinzu kommt das strukturell bedingt negative Ergebnis der Bereiche öffentlicher Personennahverkehr und Schwimmbäder“.  Aufgrund des Dividenden-Ausfalls der Fraport müsse außerdem in diesem Jahr mit einem Wegfall von 35-37 Millionen Euro gerechnet werden. Zwar werde die Bundesregierung und die Landesregierung mit rund 3,5 Milliarden Euro die Kommunen in Deutschland bei ihrer finanziell schwierigen Lage unterstützen. Das reiche aber bei weitem nicht aus. So entfallen nach eigenen Berechnungen auf Frankfurt gerade mal  410 Millionen Euro auf die Stadtkasse.

Thomas  Wissgott, ebenfalls Geschäftsführer und zugleich Arbeitsdirektor des SWFH, meinte in diesem Zusammenhang, dass der Stadtwerke-Konzern ohne Entlassungen auskommen könne. Außerdem werde sein Unternehmen Wert auf weitere Rekommunalisierungen legen, um so zu weiteren Einsparungen zu kommen.

Zurück zur Bilanz 2019. In diesem Jahr hat die Unternehmensgruppe mit 5.778 Beschäftigten (Vorjahr 5.605) gearbeitet. Die Zahl der Ausbildungsplätze wurde von 227 auf 263 Azubis heraufgesetzt und bei der Mainova, Verkehrsgesellschaft, Intercity-Bus und Frankfurter Bäder ausgebildet, darunter 105 Neuzugänge. In diesem Zusammenhang wies Wissgott darauf hin, dass der bevorstehende Generationswechsel die Unternehmensgruppe stark beschäftigt habe (Durchschnittsalter 46 Jahre), und auch weiterhin beschäftigen werde. „In den kommenden Jahren werden viele Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Und gleichzeitig bedingt  das städtische Wachstum ein Plus an Aufgaben. Deshalb haben im Zusammenhang damit unsere Gesellschaften die Taktung bei der Rekrutierung erhöht.

Was das Konzernergebnis 2019 angeht, so hat das Geschäftsjahr 2,6 Milliarden Euro ausgewiesen. 231,4 Millionen wurden in Erhalt, Erneuerung und Ausbau der Infrastruktur investiert (2018: 225,1 Millionen Euro). Das gute Konzernergebnis beruht auf einem Einmaleffekt. Die Fraport AG wurde erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Bereinigt um diesen Effekt liegt das Konzernergebnis mit 67,3 Millionen Euro leicht über dem des Vorjahres.

OB Feldmann und Geschäftsführer Wissgott versicherten bei der Vorlage des 2019er Haushaltes, dass an den Leistungen für Frankfurt nicht gespart werde. „Ein flexibler, umweltfreundlicher Personennahverkehr und eine auf die Zukunft gerichtete Energieversorgung sind und bleiben das Rückgrat einer modernen Metropole. Wir sind überzeugt, dass wir auch die aktuellen Herausforderungen meistern werden“.

Zur Holding gehören folgende Tochtergesellschaften: AVA Abfallverbrennungsanlage Nordweststadt (100%), BäderBetriebe Frankfurt (100 %), In-der City-Bus GmbH (100%), Main-Mobil Frankfurt GmbH (100 %), Mainova AG (75,22 %) und Stadtwerke Verkehrsgesellschaft VGF (100 %). An der Fraport ist die Holding  mit 20,32 %, an der Thüga mit 20,53 % beteiligt. Die Konzern-Eigenkapitalquote liegt 2019 bei 29,5 %.