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Letzte Aktualisierung: 01.04.2020

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13 Jahre Equal Pay Day in Deutschland

und noch immer 21 Prozent weniger Lohn in den Taschen der Frauen

von Ilse Romahn

(12.03.2020) Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, ab dem auch Frauen für ihre Arbeit entlohnt werden. Der diesjährige Equal Pay Day fällt auf Dienstag, 17. März.

Dem Datum liegt eine Lohnlücke von 21 Prozent zu Lasten der Frauen zugrunde. Im EU-Ranking nimmt Deutschland, laut Europäischer Kommission, in Sachen Lohngleichheit einen der hintersten Plätze ein – Platz 26 von 28. Das ist beschämend und völlig unvereinbar mit dem verfassungsmäßig verbrieften Recht - Frauen und Männer sind gleichberechtigt.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – was muss passieren, damit diese uralte Forderung endlich verwirklicht wird? Der Equal Pay Day macht mit vielfältigen Aktionen auf die ungerechte Entlohnung aufmerksam und tritt entschieden gegen gängige Vorurteile ein. Oft ist zu hören, dass Frauen die Lohnlücke selbst zu verantworten haben, weil sie häufig schlecht bezahlte Berufe wählen oder nicht richtig verhandeln können.

„Statt die Lohnlücke mit dem Berufswahlverhalten von Frauen zu begründen“, sagt die Frankfurter Frauendezernentin Rosemarie Heilig, „müssen Berufe im Care-Bereich endlich angemessen entlohnt und wertgeschätzt werden. Das würde zu mehr Gerechtigkeit bei der Entlohnung zwischen Männern und Frauen führen. Denn es sind meist Frauen die diese hochwertige und gesellschaftlich unentbehrliche Arbeit leisten.“

Das diesjährige Motto des Equal Pay Day lautet: „Auf Augenhöhe verhandeln – WIR SIND BEREIT“. Es ist ein Mythos, dass Frauen nicht über die Beförderung oder das Gehalt verhandeln wollen. Aber Verhandlungssituationen sind von unbewussten Vorurteilen und tradierten Rollenerwartungen geprägt. Das führt häufig dazu, dass Frauen zurückhaltender verhandeln und damit letztlich weniger erfolgreich sind. Während Männer als durchsetzungsstark gelten, wenn sie fordernd auftreten, werden Frauen als zickig wahrgenommen. Hier stehen traditionelle Rollenbilder einer Gleichbehandlung im Beruf im Wege.

Nicht zuletzt macht der Equal Pay Day auf die eklatante geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung innerhalb der Berufe aufmerksam. Während in Island ungleiche Löhne zwischen Frauen und Männern seit 2018 gesetzlich verboten sind, gibt es zum Beispiel in Frankfurt Gehaltsunterschiede von bis zu 26 Prozent zu Lasten der Frauen bei gleicher Beschäftigung in Vollzeit.

Zum diesjährigen Equal Pay Day finden deutschlandweit wieder vielfältige Aktionen statt für Lohngleichheit und eine generell gleichberechtigte Zukunft aller Geschlechter.

Der Frankfurter Römerberg wird zum Wohnzimmer
Das Frankfurter Frauenreferat und das Frankfurter Aktionsbündnis Equal Pay Day informieren am Dienstag, 17. März, zwischen 15 und 17 Uhr auf dem Römerberg an der Alten Nikolaikirche beim Straßen-Talk auf dem roten Sofa über die vielen Ursachen der ungleichen Bezahlung zwischen Frauen und Männern.

Mitmachen und Mitdiskutieren
Alle sind aufgerufen, sich solidarisch zu zeigen und mit einer roten Tasche am Stand vor der Alten Nikolaikirche zu erscheinen. Als symbolischer Blickfang steht die riesige rote Tasche auf dem Römerberg. Sie macht auf die „roten Zahlen“ in den Geldbörsen der Frauen aufmerksam.

Als Gesprächspartnerinnen nehmen Beate Wörner, Referentin für Bildung und Arbeit, Frauenreferat der Stadt Frankfurt, Heike Ballhausen, BPW Germany, Elfriede Harth, Care Revolution Rhein-Main, Ekin Polat, Regionalkoordinatorin DaMigra, MUT Macherinnen-Projekt, Heidi Wiegert, jumpp - Ihr Sprungbrett in die Selbständigkeit – Frauenbetriebe, Prof. Andrea Ruppert, Akademie Mixed Leadership/Katholischer Deutscher Frauenbund, Renate Mack, Clubsekretärin Zonta Club Frankfurt, Mechthild Nauck, Evangelisches Frauenbegegnungszentrum EVA, Ulrike Laux, Mitglied im Bundesvorstand der IG BAU, Vedrana Fink, beramí berufliche Integration, Gianina Zimmermann, Frauenbeauftragte Klinikum Frankfurt Höchst, teil. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Ronja Merkel, Chefredakteurin des Journal Frankfurt.

Weitere Infos finden sich auf der Internetseite des Frauenreferats unter https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/frauenreferat/aktuelles/equal-pay-day (ffm)