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Letzte Aktualisierung: 27.05.2020

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100 Jahre Paläo

Jubiläumsausgabe „Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments“ erschienen

von Ilse Romahn

(14.05.2020) Die Fachzeitschrift „Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments“ feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Im Jahr 1919 erschien die erste gedruckte Ausgabe der interdisziplinären Wissenschaftszeitschrift, damals noch unter dem Titel „Senckenbergiana“, herausgegeben von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Jubiläumsausgabe „Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments“
Foto: Senckenberg
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Ursprünglich wurde das Fachjournal in deutscher Sprache veröffentlicht, inzwischen erscheint es ausschließlich auf Englisch. Das erste Heft der Jubiläumsausgabe ist im März erschienen. 

„Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments“ veröffentlicht Artikel aus den Bereichen Paläobiodiversität, Paläoumwelt und Paläobiogeografie in der Erdgeschichte. Der Schwerpunkt liegt auf der Erforschung fossiler Tiere und Pflanzen, sowie deren Lebensräumen, Umwelt- und Klimabedingungen. Auch die komplexen Beziehungen zwischen erdzeitlichen Lebewesen untereinander und ihrer damaligen Umwelt sowie der Vergleich mit heutigen Gegebenheiten sind von besonderem Interesse. Viermal jährlich werden in dem Fachjournal wissenschaftlich begutachtete Forschungsbeiträge, Übersichtsartikel sowie Kurzmeldungen veröffentlicht, die eine große Bandbreite an Themen geowissenschaftlicher Disziplinen umfassen. Regelmäßig werden Sonderhefte zu bestimmten Themen, besonderen Fundstellen oder zu Ehren herausragender Wissenschaftler*innen publiziert. Editor-in-Chief ist Dr. Peter Königshof, Sektionsleiter Historische Geologie und Fazieskunde, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. 

Während sich der Titel der Zeitschrift von „Senckenbergiana“ in „Senckenbergiana lethaea“ (1954) und dann in „Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments“ (2009) änderte, erschienen von der ersten Ausgabe bis heute zahlreiche Artikel, die wissenschaftliche Meilensteine markierten. Ein Beispiel dafür ist die Anwendung der Biostratigraphie, der chronologischen Bestimmung von Gesteinseinheiten mit Hilfe von Fossilien. Insbesondere in der Grundlagenforschung entwickelte sich die Zeitschrift zu einem renommierten Medium für Veröffentlichungen unterschiedlichster geologisch-paläontologischer Disziplinen. „Naturwissenschaftliche Grundlagenforschung ist eine wichtige Basis für Erkenntnisgewinn und Fortschritt. Mit Hilfe moderner Analysemethoden, wie der Geochemie können die über mehrere Jahrhunderte gewonnenen Ergebnisse der Biodiversitätsveränderungen völlig neue Informationen beispielsweise zur Klima- und Umweltbedingungen liefern“, sagt Königshof und erläutert weiter: „Dank vieler Artikel über Erstbeschreibungen von Lebewesen in unserer Publikation wurden diese Funde unter anderem auch in die wissenschaftliche Sammlungen Senckenbergs integriert. Dort stehen sie der Forschung zur Verfügung, um beispielsweise Fragen zur Evolution von Lebewesen oder Veränderungen der biologischen Vielfalt durch den Klimawandel zu untersuchen.“ 

Auch im aktuellen Jubiläumsheft spiegelt sich die Bandbreite wissenschaftlicher Themen wider. Sie umfasst beispielsweise eine Studie zu Klimaveränderungen vor etwa 66 bis 23 Millionen Jahren in Ost-Russland, einen Beitrag über die Lebensweise von außergewöhnlich gut erhaltenen Ameisen im Baltischen Bernstein, die einen Vergleich mit heute lebenden Arten durch hochauflösende Micro-CT-Aufnahmen ermöglichen, oder eine Arbeit über Fischsaurier der Gattung Colymbosaurinae und ihre Verbreitung im Zeitalter des Oberjura vor etwa 163 bis 145 Millionen Jahren. 

Jubiläumsausgabe „Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments“ https://link.springer.com/journal/12549/100/1

Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.