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Letzte Aktualisierung: 17.05.2021

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‚Wasser marsch‘: Brunnensaison 2021 eröffnet

von Ilse Romahn

(28.04.2021) Die Wintermonate sind vorbei, der Frühling hat Einzug gehalten: Damit können auch die Brunnen im Frankfurter Stadtgebiet wieder sprudeln. Mit einem traditionellen „Wasser marsch“ eröffnete Kulturdezernentin Ina Hartwig die Saison mit dem Struwwelpeter-Brunnen an der Hauptwache. In den kommenden Tagen werden nach und nach auch die übrigen Brunnen im Frankfurter Stadtgebiet angestellt.

Kulturdezernentin Ina Hartwig eröffnet die Brunnensaison
Foto: Stadt Frankfurt / Salome Roessler
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„Wenn in Frankfurt die Brunnen angestellt werden, wissen die Frankfurterinnen und Frankfurter, jetzt sind die kalten Monate endgültig vorbei und der Frühling ist da“, sagt Hartwig. „Umso schöner, dass wir mit dem frisch sanierten Struwwelpeter-Brunnen die Saison in diesem Jahr einläuten können.“

Der Struwwelpeter-Brunnen war seit 2019 nicht in Betrieb. Unter anderem wurden Ausbesserungen im Technikraum des Brunnens vorgenommen, die Sanitärtechnik erneuert, das Brunnenbecken saniert und die Brunnenfigur gereinigt. Die Gesamtkosten für die Arbeiten belaufen sich auf rund 75.000 Euro. Der 1985 in der Innenstadt aufgestellte Brunnen zeigt den Struwwelpeter und andere bekannte Figuren des beliebten Kinderbuchklassikers, der erstmals 1845 erschien. Sie wurden von der Bildhauerin Franziska Lenz-Gerharz in einem Bronzebrunnen verewigt. Der Struwwelpeter hat in Frankfurt eine ganz besondere Bedeutung. Der Psychiater und Autor Heinrich Hoffmann erfand ihn im 19. Jahrhundert und schuf eine überspitzt pädagogisch-moralische Geschichtensammlung mit satirischen Momenten. Dabei geht es vor allem um ungehorsame Kinder, die nicht auf ihre Eltern hören und denen deshalb Unheil widerfährt. „Und so weinen nicht nur im Buch die Katzen Minz und Maunz bittere Tränen über den Ungehorsam des in Flammen aufgegangenen Paulinchens, sondern auch in dem von Lenz-Gerharz geschaffenen Brunnen an der Hauptwache“, erklärt Hartwig. Neben dem Brunnen an der Hauptwache gibt es außerdem am Stadionbad in der Nähe des Planschbeckens einen weiteren Struwwelpeter-Brunnen, gestaltet von Johann Joseph Belz. Er schuf ihn 1925 für das eröffnete Waldstadion.

Der Inbetriebnahme der Brunnen stand auch in diesem Jahr nichts im Wege, da das Coronavirus nicht über das Wasser übertragbar ist und die Brunnen gechlort werden. Zur Sicherheit sollten aber auch an den Brunnen die Abstandsregelung eingehalten und ein Mundschutz getragen werden. Baden ist grundsätzlich untersagt, auch schon bevor die Pandemie das öffentliche Leben auf den Kopf gestellt hat.

In Frankfurt gibt es 150 städtische Brunnen. Davon werden 110 durch das Kulturamt der Stadt betreut. Für den Betrieb, Erhalt und die Pflege stehen jährlich rund 321.000 Euro aus dem Etat des Kulturamtes zur Verfügung. Durch das 2007 aufgelegte Brunnenprogramm stehen jährlich zusätzliche 100.000 Euro für notwendige Sanierungen bereit, die nicht über das jährliche Budget finanziert werden können. Mit diesen Mitteln wurden in den vergangenen Jahren unter anderem der Lucae- und der Marshallbrunnen umfangreich erneuert. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im letzten Jahr können der Struwwelpeter Brunnen, der Rathenauplatzbrunnen und der Kurfürstenbrunnen dieses Jahr wieder sprudeln. In diesem Jahr ist geplant, die Technik am Brunnen am Weißen Stein zu erneuern und die Kosten für eine umfangreiche Sanierung des Brunnens im Metzlerpark am Museum Angewandte Kunst zu ermitteln. (ffm)