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Letzte Aktualisierung: 22.11.2019

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‚Starthilfe‘ für das nächste Frühjahr: Grünflächenamt wässert trotz Regen Stadtbäume

von Ilse Romahn

(28.10.2019) Viele Bürger haben sich in den vergangenen Wochen gewundert: Trotz ergiebigen Regens wässert das Grünflächenamt weiterhin Jungbäume im Straßenraum.

„Das ist keine Verschwendung von Steuergeldern oder Trinkwasser, sondern eine Investition, die die Bäume auf das kommende Frühjahr und den nächsten Sommer vorbereitet“, erklärt Stephan Heldmann, Leiter des Frankfurter Grünflächenamtes. Nach dem trockenen Sommer 2018 konnten viele Bäume, trotz Regens im Frühjahr 2019, nicht austreiben. „Wir geben den Bäumen jetzt schon Starthilfe, damit sie ihre Speicher auffüllen können und dann im Frühling genug Kraft für den Austrieb haben“.

Diese „Starthilfe“ sei auch deshalb notwendig, weil der Regen der vergangenen Wochen es bislang nicht geschafft hat, auch in tiefere Bodenschichten vorzudringen. Der Boden sei durch die Trockenheit „wie zusammengebacken und lässt die Feuchtigkeit nur schwer nach unten durchdringen“, sagte Heldmann. Doch gerade dort befindet sich bei den meisten Baumarten der Hauptanteil der Wurzeln. Der Lösungsansatz daher: Durch regelmäßige Wassergaben die Boden aufweichen und damit durchlässiger machen.

„Wir haben in diesem Jahr mehr als 3000 Bäume fällen müssen, die vertrocknet oder aufgrund des Hitzestresses von Krankheiten befallen waren. Also mehr als doppelt so viel wie in den Jahren zuvor. Das ist ein immenser Schaden und aus ökologischer Sicht katastrophal“, betont Heldmann. Der Fachmann fügt hinzu: „Wir setzen nun alles daran, damit sich diese Situation im nächsten Jahr nicht in der ganzen Dramatik wiederholt“. Die Bäume werden noch bis zum vollständigen Laubfall, maximal bis zum ersten Frost gewässert.

Schwer haben es die Straßenbäume ohnehin: Sie stehen in kleinen Baumscheiben mit wenig Wurzelraum. Die Hitze vom Asphalt strahlt auf die Bäume zurück, im Winter kommt Streusalz dazu. Das halten nicht alle Baumarten aus: „Wir pflanzen im Straßenraum schon seit einigen Jahren vermehrt Bäume aus dem Mittelmeerraum und dem Balkan, die mit heißen und trockenen Sommern besser zurechtkommen“, erläutert Heldmann. (ffm)