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Letzte Aktualisierung: 29.05.2020

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‚Große Lösung‘ für das Ensemble Sachsenhäuser Warte

von Ilse Romahn

(18.05.2020) Magistrat stimmt Vorschlag des Baudezernenten Jan Schneider zur Rekonstruktion des Baudenkmals nach historischem Vorbild zu.

Die Sachsenhäuser Warte im 19. Jahrhundert, Zeichnung von Heinrich Rumbler, Städel Museum, Frankfurt am Main, CC BY-SA 4.0
Foto: Stadt Frankfurt
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Das Gebäudeensemble der Sachsenhäuser Warte soll umfassend modernisiert und nach historischem Vorbild rekonstruiert werden. Der Magistrat hat dazu jetzt die Vorlage von Baudezernent Jan Schneider mit einem Raumprogramm und der Freigabe von Planungsmitteln in Höhe von 350.000 Euro beschlossen. Wenn auch die Stadtverordneten zustimmen, kann das Amt für Bau und Immobilien weiter an einer umfassenden Lösung für die Sanierung des Wahrzeichens im Süden Frankfurts arbeiten. „Mir ist es ein Anliegen, mit einer Rekonstruktion des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Daches dem Baudenkmal seinen früheren Glanz zurückzugeben“, sagte Schneider. „Darüber hinaus wollen wir wieder gute Bedingungen für einen attraktiven Gastronomiebetrieb sowie Flächen für Vereine und Veranstaltungen schaffen.“

Die erstmals Ende des 14. Jahrhunderts erwähnte Sachsenhäuser Warte ist einer von fünf erhaltenen Warttürmen der mittelalterlichen Stadtbefestigung Frankfurts und ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt. Zu dem unter Denkmalschutz stehenden Ensemble gehört auch das Mitte des 18. Jahrhunderts nach Plänen des Stadtbaumeisters Johann Andreas Liebhardt errichtete Forsthaus. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb nur das Erdgeschoss erhalten, das ein provisorisches Dach erhielt. Seit den 70er Jahren wurde das Gebäude für einen gastronomischen Betrieb mit typisch Frankfurter Küche genutzt. Doch in den vergangenen Jahren wurden erhebliche Baumängel offenbar. Unter anderem ist das Behelfsdach undicht, die technischen Anlagen sind veraltet und die Anforderungen der Arbeitsstättenrichtlinie können nicht erfüllt werden. Anfang 2017 musste das Lokal deshalb geschlossen werden.

Für die Sanierung wurden zwei verschiedene Varianten untersucht: Bei der „kleinen Lösung“ würde das Gebäude in seinem heutigen Zustand saniert. Die Gebäudetechnik, die wesentlich mehr Platz beansprucht als bisher, müsste in diesem Fall in einem Aufbau auf dem Dach untergebracht werden, was aber nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar ist. Diese Sanierung würde schätzungsweise rund 2,8 Millionen Euro kosten, brächte aber keine wesentliche Verbesserung für die Gastronomie. Deshalb wurde diese Variante wegen Unwirtschaftlichkeit verworfen.

Demgegenüber bietet die „große Lösung“, die voraussichtlich rund 4,6 Millionen Euro kostet, erhebliche Vorteile. In Anlehnung an das historische Vorbild wird das Forsthaus aufgestockt und das Dach wird in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Dadurch wird die Gastronomiefläche von 160 auf 310 Quadratmeter erweitert, die gesamte Gaststätte wird barrierefrei zugänglich sein. Die flexibel aufteilbaren Räume im ersten Obergeschoss können für Veranstaltungen wie Familienfeiern genutzt werden, sollen aber auch Vereinen zur Verfügung stehen. Technik und Lagerräume können im Dachgeschoss untergebracht werden. Durch die Vergrößerung der Baumasse wird das Denkmal im Umfeld moderner Bebauung wieder stärker wahrgenommen.

„Aus diesen Gründen setze ich mich für die Realisierung der großen Lösung ein“, sagte Schneider. „Sie ist nicht nur ein Gewinn für das Stadtbild, sondern auch für die Gastronomie und das Vereinsleben in Sachsenhausen. Wir bringen damit einem bedeutenden Denkmal die nötige Wertschätzung entgegen und leisten einen wichtigen Beitrag für die Baukultur. Ich hoffe, dass nach Abschluss der Planungen die Stadtverordneten auch die nötigen Investitionsmittel bereitstellen.“ (ffm)