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Letzte Aktualisierung: 21.01.2021

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‚Die Beziehungen zu Frankreich und den Partnerstädten stärken‘

OB Feldmann empfangt französische Generalkonsulin zum Antrittsbesuch

von Ilse Romahn

(14.01.2021) Seit dem letzten Quartal 2020 ist Ilde Gorguet französische Generalkonsulin in Frankfurt. Am Mittwoch, 13. Januar, hat Oberbürgermeister Peter Feldmann sie zu ihrem offiziellen Antrittsbesuch empfangen.

Die französische Generalkonsulin Ilde Gorguet und Oberbürgermeister Peter Feldmann
Foto: Stadt Frankfurt / Maik Reuß
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Frankreich und die Mainmetropole verbindet ein langes, historisch gewachsenes und vielfältig gelebtes Verhältnis, etwa mit Austauschprogrammen für Schulen, Kultur und Wirtschaft. Das Stadtoberhaupt unterstrich bei dem Besuch den Wunsch, diese Verbindung trotz den aktuell schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie auf dem bisherigen hohen Niveau fortzuführen.

Frankfurts älteste Städtepartnerschaft besteht seit 1960 mit Lyon. Doch die Verbindungen mit Frankreich gehen weitaus länger zurück und hängen mit der Paulskirche als „Wiege der Demokratie“ zusammen. Als sich dort 1848 das erste gesamtdeutsche Parlament versammelte, richtete die „Grande Nation“ eine Gesandtschaft ein. Im Hotel Schwan im Steinweg - heute Standort der Buchhandlung Hugendubel – wurde 1871 der „Frieden von Frankfurt“ geschlossen. Der Vertrag beendete formell den ein Jahr vorher ausgebrochenen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland.

„Den 150. Jahrestag dieses Ereignisses wollen wir mit einem gemeinsamen Termin begegnen. Er steht für unsere wechselvolle Vergangenheit, aus der eine feste und gelebte Freundschaft entstanden ist“, sagte das Stadtoberhaupt. Feldmann hofft, die 2020 von der Pandemie überschatteten Feierlichkeiten zum 60-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft in diesem Jahr nachholen zu können. „Ich freue mich, dann die neuen politischen Vertreter Lyons kennen zu lernen“, sagte der Oberbürgermeister.

Er fügte hinzu: „Sie treten Ihren Dienst in schwierigen Zeiten an. Die unzähligen Herausforderungen machen etablierte Abläufe unmöglich.“ Gerade deshalb sei es wichtig, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen. Feldmann unterstrich: „Ich möchte die durch ihre Vorgängerin begonnene intensive Zusammenarbeit fortsetzen und die Beziehungen zu Frankreich sowie unseren Partnerstädten stärken.“ Zusätzlich zu Lyon ist Frankfurt durch den Stadtteil Nieder-Eschbach mit Deuil-la-Barre bei Paris verbunden. Die Partnerschaft entstand 1967, als der Ort noch eine selbstständige Gemeinde war und nicht zur Mainmetropole gehörte.

„Vielen Frankfurterinnen und Frankfurtern ist der Besuch von Präsident Emmanuel Macron zur Buchmesse 2017 und die fantastische Illumination unseres Römers damals in schöner Erinnerung. Das Geschenk unserer Partnerstadt Lyon lockte tausende Schaulustige in die Innenstadt. Diese und viele weitere gemeinsame Projekte wie der Jugend- und Schüleraustausch verdeutlichen die engen Beziehungen zwischen Frankreich und Frankfurt“, sagte der Oberbürgermeister. Er fügte hinzu: „Daher freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Ilde Gorguet, die eine ausgewiesene Expertin für das deutsch-französische Verhältnis ist.“

Die Karrierediplomatin studierte an der Sorbonne Nouvelle in Paris Germanistik und wurde dort promoviert. 1997 leitete sie das französische Sprach- und Kulturbüro in Erfurt. Ihre beruflichen Stationen führten sie zu diplomatischen Vertretungen in Finnland und Kanada sowie in das Außenministerium in Paris. Sie erhielt die Auszeichnung eines Ritters des Nationalen Verdienstordens (Ordre national du Mérite).

In Frankfurt lebten 2019 rund 4700 Menschen mit französischem Pass. Neun Schulen praktizieren Austauschprogramme mit Partnern in Lyon. Für dieses Jahr ist eine Bildungsreise des Jugendringes in die Stadt geplant. Ebenfalls ist vorgesehen, dass sich Lyon im Juli an der Fashion-Week beteiligt. (ffm)