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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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‚Der bizarre Lebensweg des Dr. Herbert Engler‘

Vortrag im Institut ür Stadtgeschichte

von Ilse Romahn

(02.09.2020) Am Montag, 7. September, spricht Volker Eichler, ehemaliger Leiter des hessischen Hauptstaatsarchivs, über den unglaublichen Lebensweg des Dr. Herbert Engler. Sein Vortrag mit dem Titel „Ein Hochstapler als ‚Judenretter‘ und Ministerialrat“ ist Teil der Vortragsreihe „Beiträge zum Nationalsozialismus“ im Institut für Stadtgeschichte.

Seine Herkunft hat Engler bewusst verschleiert. In den Umbruchzeiten nach 1918 und um 1933 suchte er als ambitionierter Geschäftemacher beharrlich seine Chance, scheiterte aber stets. Betrugsvorwürfe brachten ihm jahrelange Gefängnisaufenthalte ein. Die Gestapo steckte ihn mehr als vier Jahre in ein Konzentrationslager. Als Engler 1945 nach Frankfurt zurückkam, schien sich erstmals alles zum Guten zu fügen: Er wurde zum Ministerialrat ernannt und war Abteilungsleiter im Ministerium für Arbeit und Wohlfahrt des Landes Groß-Hessen. Bis heute gilt er als „Vater des Hessischen Betriebsrätegesetzes“. 1949 war damit schlagartig wieder Schluss. Engler schien das „Bauernopfer“ einer Kabinettsumbildung geworden zu sein. Doch in Wirklichkeit hatte er selbst den Bogen weit überspannt. Jetzt flog alles auf.

Der Vortrag beleuchtet ein vergessenes Stück hessischer und Frankfurter Zeitgeschichte. Zugleich zeigt Referent Eichler einen Lebensweg auf, in dem Reales und Groteskes stets dicht beieinander lagen – in der so turbulenten ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts womöglich kein Einzelfall.

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Refektorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9. Die Teilnahme kostet vier Euro, ermäßigt drei Euro.

Es besteht die Möglichkeit zur Platzreservierung über das Online-Reservierungsportal auf der Webseite des Instituts unter http://www.stadtgeschichte-ffm.de im Internet.

Weitere Informationen gibt es auch auf http://www.facebook.com/isgfrankfurt  (ffm)