Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 08.02.2023

Werbung

»Life is but a dream« nach »Onkelchens Traum« von F. M. Dostojewski

Premiere am 20. Januar im Schauspiel Frankfurt/Kammerspiele

von Ilse Romahn

(10.01.2023) Die kleine Stadt Mordasov ist in heller Aufregung: Prinz K., ein wohlhabender Gutsbesitzer, kehrt zurück. Maria Alexandrovna Moskalyova, einflussreiche und furchterregende Intrigantin, will, dass Prinz K. ihre Tochter Zina ehelicht. Dumm nur, dass es noch andere rivalisierende Heiratsvermittlerinnen und -vermittler gibt und Zina ihren ganz eigenen Kopf hat.

Als Fürst K. nach turbulenten Ereignissen stirbt, fühlt sich keiner schuldig, obwohl alle mitverantwortlich sind für seinen Tod.

Schein ist Sein in Dostojewskis »Onkelchens Traum« von 1859. Der russische Literaturwissenschaftler und Kunsttheoretiker Michail Bachtin hat den Weltzustand in Dostojewskis Werk als »Karnevalisierung« bezeichnet. Die Karnevalszeit als berechtigter Tabubruch von festen Verhaltensmustern kann ein wichtiges Ventil in einer Gesellschaft sein: Nur was, wenn der Karneval nicht mehr endet? Was, wenn das Dionysische über alle Vernunft regiert? Was, wenn eine Gesellschaft, die sich dauerhaft der Verstellung verpflichtet, vom Größenwahn gelenkt, den eigenen Tod abschaffen will?

Unter der Regie von Barbara Bürk spielen Torsten Flassig, Christina Geiße, Michael Schütz, Melanie Straub, Wolfgang Vogler, Uwe Zerwer und Markus Reschtnefki (Live-Musik).

Premiere am 20. Januar, die nächsten Vorstellungen: 28. Januar, 4., 18., 26. Februar, 4. März 2023-

www.schauspielfrankfurt.de