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Letzte Aktualisierung: 24.06.2024

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»Killology« (DSE) von Gary Owens am 7. Juni in Kammerspiele

von Ilse Romahn

(31.05.2024) Davey wächst in einem Arbeiterviertel auf und wird früh mit der rohen Gewalt der Straße konfrontiert. Der Spieleentwickler Paul ist mit einem Computerspiel reich geworden, in dem die Spieler für das Foltern ihrer Opfer belohnt werden, wenn sie ihnen beim Sterben zusehen. Daveys Vater Alan plant einen Rachemord an Paul, nachdem sein Sohn nur knapp eine Nachahmertat überlebt, deren brutale Choreografie aus dem Spiel kopiert wurde.

Schauspiel Frankfurt
Foto: Schauspiel Frankfurt
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Drei Männer verschiedener Generationen erzählen parallel ihre Geschichten. Die Erzählstränge nähern sich aneinander an, treffen sich momentweise, um dann unmerklich auseinanderzudriften. Die Stückdramaturgie des britischen Dramatikers Gary Owen gleicht einem Penrose-Dreieck – die Erzählungen seiner drei Figuren bilden zusammen eine unmögliche Realität, die Einzelheiten lassen sich nicht zu einem kohärenten Bild zusammensetzen.

Es scheint zuerst folgerichtig: Gewalt erzeugt neue Gewalt, im virtuellen wie im analogen Raum. Aber dann schieben sich zerstörerische Vater-Sohn-Beziehungen dazwischen, Schuld und unerwiderte Liebe schreiben die Geschichten fort. Gibt es Hoffnung auf Vergebung? Welchen Ausgang der Geschichte wünschen wir den Figuren? Und hat Davey die Gewalttat überhaupt wirklich überlebt?

Unter der Regie von Helena Jackson spielen Arash Nayebbandi, Mitja Over und Uwe Zerwer.

 Deutschsprachige Erstaufführung am 7. Juni, 20 Uhr, in Kammerspiele; die nächsten Vorstellungen 8. Juni, 5./11. Juli.

www.schauspielfrankfurt.de