»Furor« von Lutz Hübner und Sarah Nemitz / Uraufführung am 2. November im Schauspielhaus
Foto: Schauspiel Frankfurt
Eine Konstellation wie auf dem Schachbrett: ein Politiker, eine Altenpflegerin, ein Paketbote – im Brennpunkt von »Furor« prallen drei radikal unterschiedliche Figuren aufeinander. Der Ministerialdirigent Heiko Braubach hat einen jungen Drogenabhängigen angefahren. Schuld trifft den Fahrer wohl nicht. Dennoch will der Politiker der Mutter des schwer verletzten Jungen, Nele Siebold, unter die Arme greifen – immerhin befindet er sich im Wahlkampf für das Amt des Oberbürgermeisters und die Mutter muss als freiberufliche Altenpflegerin jeden Cent zweimal herumdrehen. In ihrer Wohnung trifft Braubach auf Jerome, Neles Neffen, einen jungen Paketboten, der die Stunde seines heiligen Zorns gekommen sieht. Mit Braubach und Jerome treffen unvereinbare Positionen aufeinander, auf der einen Seite der etablierte, liberale Politiker, auf der anderen ein junger Mann voller extremer Positionen, die sich aus kraftvollen Emotionen wie Enttäuschung und Wut speisen. Die Situation eskaliert, die Messer sind gewetzt.
Auch wenn die Ausgangskonstellation einfach erscheint, mehr und mehr wird klar, wie schwierig die Situation ist. Bei aller Gegensätzlichkeit, die drei Charaktere kämpfen um ihre Position und weichen dem Anderen nicht aus – das ist mehr, als manche Alltagssituation heute verspricht.
Ein Auftragswerk des Schauspiel Frankfurt
Ermöglicht durch den Frankfurter Patronatsverein, Sektion Schauspiel
Unter der Regie von Anselm Weber spielen Dietmar Bär, Katharina Linder,und Fridolin Sandmeyer
Uraufführung am 2. November, 19.30 Uhr im Schauspielhaus Frankfurt, die nächsten Vorstellungen: 3./9./10. November 2018.
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