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Letzte Aktualisierung: 29.05.2024

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»Friedensarbeit in Israel und Palästina: Was ist künftig noch möglich?«

von Ilse Romahn

(29.04.2024) Im Schauspiel Frankfurt fand die gemeinsame Sonderveranstaltung "Friedensarbeit in Israel und Palästina: Was ist künftig (noch) möglich?" der Bildungsstätte Anne Frank, der Polytechnischen Gesellschaft und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft statt. Rund 600 Schülerinnen und Schüler von 15 weiterführenden Frankfurter Schulen waren vor Ort.

Die Begrüßung erfolgte durch Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, im Anschluss wurde die ZDF-Dokumentation "Rückkehr nach Israel. Wenn der Krieg die Heimat zerreißt" gezeigt. In dem Beitrag begleitet ZDF-Reporterin Jenifer Girke den Direktor der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, Prof. Dr. Meron Mendel, auf einer Reise in sein Geburtsland Israel. Mendel trifft seine Familie und Freunde, darunter jüdische und arabische Israelis, und geht der Frage nach, wie die Zukunft Israels nach dem Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 aussehen kann. 

Die anschließende Podiumsdiskussion, moderiert von Rosemarie Tuchelt (hr2 kultur), behandelte die Konsequenzen des Anschlags und den darauffolgenden Krieg im Gazastreifen für jüdisch-palästinensische Friedens- und Bildungsinitiativen in Israel und Frankfurt am Main und auch die Möglichkeiten und Grundbedingungen eines friedlichen Zusammenlebens. Neben Meron Mendel teilten Donja Banai, stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Givat Haviva Deutschland e. V., Aladin Atalla, deutscher Softwareentwickler mit palästinensischen Wurzeln, David Langer, ehemaliger Freiwilliger an der jüdisch-arabischen Hagar-Schule in Be‘er Sheva, Israel sowie Ahmad Dakhnous, Student der Politik-, Wirtschafts- und Erziehungswissenschaften palästinensischer Herkunft, ihre Perspektiven auf das Geschehen im Nahen Osten. 

Ziel der Veranstaltung war, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass Empathie und Bildung für ein friedliches Miteinander existenziell sind. Dabei waren zentrale Fragen, wie die Beteiligten die Debatten hierzulande erleben und wie es in der Friedensarbeit weitergehen kann. Bei einer anschließenden Publikumsdiskussion konnten auch die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen und Sorgen an das Podium richten. 

"Diese Veranstaltung war ein großes Ausrufezeichen, wie es auch gehen kann: Betroffene beider Seiten, jenseits unterschiedlicher religiöser, kultureller sowie politischer Perspektiven, können zusammenfinden, aufeinander zugehen. Nötig dafür ist eine Basis, die auf Empathie und Menschlichkeit beruht. Denn nur mit Bildung, Mitgefühl und dem Dialog über das Menschsein kann eine Gesellschaft in Frieden existieren, mit gemeinsam gelebten Grundwerten. Sich darauf zu besinnen ist wichtig – die Veranstaltung hat genau diesen Raum für die Besinnung gegeben. Respekt vor den fast 600 Jugendlichen, die daran mitgewirkt haben. Die heutige Veranstaltung war im Kleinen ein Beispiel, wie es im Großen hoffentlich eines Tages sein wird," fasst Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich seine Eindrücke der Veranstaltung als Resümee zusammen.

Über die Sonderreihe "Wie wieder Frieden?"
Am 15. April 2024 veranstaltete die Polytechnische Gesellschaft eine Podiumsdiskussion zum Thema „Religion, Identität, Konfrontation – Was können Christen, Muslime und Juden in Frankfurt tun“, bei der vier Vertreter der großen religiösen Akademien auf dem Podium diskutierten. Am 29. April folgt um 19 Uhr der Themenabend „Konfrontation ohne Ende? Wege aus dem Konflikt im Nahen Osten“ in der Evangelischen Akademie mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt), Prof. Dr. Peter Neumann (King's College) und Dr. Susanne Wasum-Rainer (frühere Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Israel), moderiert von Prof. Dr. Meron Mendel.

Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main   www.sptg.de