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Letzte Aktualisierung: 19.04.2024

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»Dance2Narration« von Ioannis Mandafounis im Schauspielhaus

von Ilse Romahn

(21.03.2024) Premiere am 28. März, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus. Der Abend »Dance2Narration« umfasst die Tanzstücke »Bis.N.S. (as usual)« und »Lisa« (UA). Bis.N.S. (as usual)« von Ioannis Mandafounis in Zusammenarbeit mit Anna Lemonaki.

Schauspiel Frankfurt
Foto: Schauspiel Frankfurt
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Im Jahr 1976 gab die berühmte US-amerikanische Pianistin, Sängerin und Bürgerrechtsaktivistin Nina Simone ein unvergessenes Konzert beim Jazz Festival in Montreux (Schweiz). In der Zugabe (französisch »bis«) unterbricht sie ihr Programm immer wieder. Im Gespräch mit dem Publikum entstehen sehr intime Momente, in denen sich ihre Persönlichkeit zeigt. Das Stück »Bis.N.S.« spielt mit der inneren und äußeren Welt von Künstlern. So erleben die Zuschauer ein Tanzstück in Aufführung und gleichzeitig durch immer wieder neue Verschiebungen, wie sich die Tänzer auf ihren Auftritt vorbereiten. Sie proben ihre Bewegungen, wiederholen und korrigieren sich, als ob niemand ihnen dabei zuschaute. Kleine und große, private und künstlerische Momente reihen sich aneinander: normaler Tanzbetrieb – business as usual.

»Lisa« (UA) Neukreation von Ioannis Mandafounis
Live-Choreografie, die Methodik von Ioannis Mandafounis, ermöglicht es, auf der Bühne aus dem Moment heraus eine Choreografie zu kreieren. In »Lisa« bedeutet das auch, dass die Tänzer während einer Sequenz live entscheiden, wann sie die Bühne betreten und wieder verlassen. Innerhalb dieser einfachen Setzung sind sehr unterschiedliche Situationen möglich. Das unvermittelte Auftauchen und Verschwinden bewirkt überraschende Wechsel, aus dem Aufeinandertreffen von zwei Tänzern wird plötzlich eine unübersichtliche Gruppenszene. Plötzlich wird jemand alleingelassen und wirft sich in ein emotionales Solo hinein. Diese dramaturgischen Prinzipien kombiniert das Stück mit Gedichten des Lyrikers Ossip Mandelstam aus der Sowjetunion und mit Musik von Gabriel Fauré. Historische Kostüme aus den 1930er Jahren geben den Texten, die teils im russischen Original, teils auf Deutsch und Englisch zu hören sein werden, einen visuellen Rahmen. So erscheinen immer wieder kürzere oder längere Erzählfäden, denen das Publikum folgen kann, aber nicht muss. Ist das der Schauplatz eines Verbrechens? Oder geht alles seinen alltäglichen Gang? Soll man jetzt höflich grüßen oder sich schnellsten im Gestrüpp verstecken? Mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, nutzt wenig, wenn die Realität ins Wanken gerät.

»Bis.N.S. (as usual)« ist eine Koproduktion von ++1 und der Opéra National de Lyon. Mit freundlicher Unterstützung von ING

Konzept und Choreografie Ioannis Mandafounis Künstlerische Mitarbeit und Dialog »BIS.N.S. (as usual)« Anna Lemonaki Licht David Kretonic mit Todd Baker, Thomas Bradley, Sarah Bucher, Audrey Dionis, Louella May Hogan, Nastia Ivanova, Marina Kladi, Noémie Larcheveque, Ugnė Irena Laurinavičiūtė, Yan Leiva, Emanuele Piras, Solène Schnüriger, Ichiro Sugae, Ido Toledano, Ashley Alexandra Wright, Samuel Young-Wright.

Die nächsten Vorstellungen 30./31. März, zum letzten Mal am 1. April 2024.

www.schauspielfrankfurt.de